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26.01.2005

Virtuelles Lehren üben

Richard Ertl
Das Lernen im virtuellen Klassenzimmer stellt auch die Trainer vor neue Herausforderungen. Sie müssen sich nicht nur an die Software gewöhnen.

Die Anbieter virtueller Klassenzimmer versprechen eine leichte Bedienbarkeit der Software zugunsten eines effektiven Unterrichts. Gleichzeitig werden aber verstärkt Weiterbildungen zum Teletutor angeboten. Müssen sich Trainer für den Unterricht im virtuellen Klassenzimmer also eigens ausbilden lassen? Da Teletutoren nicht in unmittelbarem Kontakt zu den Teilnehmern stehen, müssen sie durch einfache Abfragetechniken überprüfen, wer mitarbeitet. Hierzu stehen in virtuellen Räumen Funktionen wie Handheben, Feedback-Abfragen (Polling) oder Verständnisfragen, bei denen die Teilnehmer mit einem Klick auf gezielte Fragen antworten können, zur Verfügung.

Ebenso häufig sollten Techniken wie Whiteboard (elektronische Tafel) oder Application Sharing eingesetzt werden, mit denen die Teilnehmer zur interaktiven Mitarbeit eingeladen werden. Dadurch erkennt der Dozent, was die Lernenden noch nicht verstehen. Zugleich bleiben sie motiviert, wenn sie sehen, wo sie selbst und ihre Mitschüler stehen. Bei asynchronen Lösungen wie Web-based Trainings fehlt dieses Feedback, weshalb die Teilnehmer oft frustriert sind.

Da die Teilnehmer stärker in den virtuellen Unterricht einbezogen werden, fällt dem Teletutor mehr eine Rolle als Moderator zu als die des Vortragenden, die auf das notwendige Maß beschränkt wird. Trainer, die bisher mit ausdrucksstarker Körpersprache die Teilnehmer in den Bann ziehen, sollten ihre Ausdruckskraft zur verbalen und interaktiven Ebene verlagern. Wer sich auf seinen Unterricht gewöhnlich nicht lange vorbereitet, wird sich auch umstellen müssen: Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Teilnehmer im virtuellen Raum leicht den Faden verlieren, wenn der Dozent spontan das vorgegebene Thema verlässt. Zweitens ist die spontane Aufbereitung von notwendigen Unterlagen während des virtuellen Unterrichts wegen der dadurch auftretenden Pausen kaum möglich.

Stimme und klare Aussprache sind für Teletutoren wichtig

Neben Planung und klarer Struktur haben Stimme, Sprachfluss und Phonetik der Teletutoren einen höheren Stellenwert. Allerdings zeigt sich auch hier, dass sich Dozenten meist automatisch dem Medium anpassen und auf klaren Satzbau sowie deutliche Aussprache achten.

Die Weiterentwicklung zum Teletutor stellt für Dozenten also technisch wie didaktisch selten ein Problem dar. Neben der technischen Bedienung des virtuellen Raums stehen die Planung der Unterrichtsabläufe und der verschiedenen Vermittlungsphasen, des Vortrags, der Interaktivität, der Gruppenarbeit und der Evaluierung des Transfererfolgs auf dem Stoffplan künftiger Teletutoren. Einmal mit Umgang und den Möglichkeiten des virtuellen Raums vertraut gemacht, gewöhnen sich die Dozenten schnell an die virtuelle Lernumgebung und können sich dann auf die Inhalte und deren Vermittlung konzentrieren.

Dozenten fehlt oft die Erfahrung als Teletutor

Häufiges Defizit angehender Teletutoren sind die fehlenden Erfahrungen als Lernende in virtuellen Räumen. Darum ist der praktische Einsatz im virtuellen Raum bei einer Weiterbildung zum Teletutor wichtig. Im Idealfall werden die Inhalte zwar vor Ort, aber verteilt auf verschiedene Räume vermittelt. So erhalten Teletutoren ihre ersten Erfahrungen, wie Lernende virtuelle Unterrichte erleben und Wissen aufnehmen. Zum Ende ihrer Ausbildung nehmen Teletutoren an Testseminaren ihrer Kollegen teil und erleben unterschiedliche Lehrstile und sammeln selbst die ersten praktischen Erfahrungen. Bei der Auswahl von Angeboten zur Teletutorausbildung ist deshalb darauf zu achten, dass neben den theoretischen genügend praktische Module enthalten sind und nicht nur der Umgang mit der Software vermittelt wird. (am)