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30.09.1988 - 

Mit Präventiv-Tests und Mitarbeiter-Schulung gegen

Virus-Befall in Schweizer Groß-Unternehmen

30.09.1988

ZÜRICH (bi) - Antivirus-Spezialisten und -Produkte haben derzeit in der Schweiz Hochkonjunktur. PC-Software-Entwickler und "Computer-Guru" Hannes Keller, wie ihn die COMPUTERWORLD Schweiz tituliert, nahm die Gelegenheit wahr, erneut den Vergleich zwischen Computervirus-Implantation und Aids zu strapazieren.

Nahrung geben dieser Darstellung die Statements eines Verantwortlichen aus der chemischen Industrie. Seit einiger Zeit wird demzufolge in verschiedenen von Viren geplagten Großunternehmen der Schweiz das Personal mit Hochdruck für die Virus-Abwehr fit gemacht. Infiziert seien sowohl PCs, Mainframes als auch Netze. Der Firmensprecher aus Basel, der ungenannt bleiben will, ironisiert: "Wir begrüßen die offene Diskussion, wünschen aber nicht, daß gerade wir als Hersteller von Antibiotika, als infiziertes Unternehmen bekannt werden."

Gleichwohl schildert er freimütig die unterschiedlichen Symptome, die die Systemausfälle aufgrund von Virusbefall charakterisieren: Zwei voneinander unabhängige Netze seien allein an einem Tag gleichzeitig zusammengebrochen; in einem anderen Netz konnten verschiedene PCs nicht mehr über die Maus gesteuert werden, in einem weiteren Fall hätten die Drucker nur noch in Korrespondenzqualität ausgedruckt.

Die "Virus-Polizei" habe dann festgestellt, so der Sprecher, daß die ansteckende Software über ein Spielprogramm mit Namen Larry eingedrungen sei. Daraufhin wurde den Angestellten ausdrücklich verboten, sich mit Larry die Zeit zu vertreiben oder auch andere allgemein verfügbare Programme einzusetzen. Neben den illegalen Kopien derartiger Software seien aber auch Originalprogramme bereits infiziert, beispielsweise waren Anwendungen, die für Atari-Rechner gekauft wurden, "kontaminiert".

Unter "Israel-Virus" liefen kürzlich zahlreiche Meldungen über die Ticker der Presseagenturen. Vieles an der Berichterstattung war unsauber und falsch, wie Rüdiger Dierstein in der KES, Zeitschrift für Kommunikations- und EDV-Sicherheit, festgestellt hat. Yossi Gil, einer seiner Entdecker, empfiehlt, wie in Ausgabe 2/88 der KES nachzulesen ist, ganz allgemein und nicht nur gegen das Israel-Virus folgendes:

1. Fahre den PC ohne Festplatte, wenn Du die neue Diskette testest. Die Festplatte könnte infiziert sein.

2. Benutze nur Disketten, die keine wichtigen anderen Daten enthalten.

3. Rufe die zu testende Software für eine Diskette mit Schreibschutz auf.

4. Rufe die zu testende Software für eine Diskette ohne Schreibschutz auf.

5. Vergleiche beide Disketten mit einem Vergleichsprogramm. Sind beide Disketten gleich, so kann angenommen werden, daß die Testdiskette virenfrei ist (zumindest die Wahrscheinlichkeit dafür ist größer).

6. Zusatzmaßnahme: Mache von allen wichtigen Disketten Kopien und halte das Datum fest, an dem die Kopie erstellt wurde. Schlägt das Virus zu (und ist das Datum seines ersten Auftretens rekonstruierbar!), so ist es gegebenenfalls möglich, verseuchte oder zerstörte Dateien von diesen Kopien aus zu restaurieren.