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08.09.1995

Virus legt Diskettenversion von Windows 95 lahm Installationsprobleme bereiten Microsofts Hotline grossen Stress

MUENCHEN/FRAMINGHAM (CW/IDG) - Katzenjammer bei ersten US-Anwendern des Microsoft-Betriebssystems Windows 95: Waehrend sich die Gates-Company bereits nach vier Tagen mit einer Million verkauften Kopien schmuecken kann, beklagen sich Tausende Windows-95-Pioniere ueber blockierte Leitungen der Microsoft-Hotline. Unterschiedlichste Installationsprobleme lassen die Telefone der Supportabteilung heisslaufen.

"Die Installation eines Programms, das Erlernen einer neuen Anwendung, der Anschluss eines neuen Druckers - das alles ist zu kompliziert, um einen Computer so zu bedienen, wie man ein Auto faehrt" - mit diesen Worten versucht derzeit Microsoft-Macher Bill Gates Windows 95 als Patentrezept gegen alle PC-Wehwehchen zu verschreiben. Nur reagieren erste US-Benutzer des Betriebssystems offensichtlich allergisch auf die neue 32-Bit-Kur ihrer Rechner.

"Ich werfe das gesamte Ding bald gegen die Wand", macht Philip Jackson, Eigentuemer der Steel City Bolt & Screw Inc. aus Birmingham, Alabama, seinem Aerger ueber die Windows-95-Hotline von Microsoft Luft. "Meine Telefonrechnung wird mich mehr kosten als das Produkt selbst", uebertreibt Jackson im Gespraech mit dem "Wall Street Journal".

Fuer die 1600 Mitarbeiter der technischen Unterstuetzung bei Microsoft und seinen fuenf Supportpartnern herrscht unablaessig Hochbetrieb. Selbst die Verdoppelung der Hotline-Kapazitaeten auf rund 40 000 zu bewaeltigende Anrufe taeglich scheint nicht auszureichen. Zahlreiche US-Anwender sehen sich dieser Tage mit Wartezeiten von bis zu einer Stunde konfrontiert, viele kommen erst gar nicht durch.

Vor allem die Migration mit der Disketten-basierten Version des Betriebssystems bereitet groessere Probleme. In einigen Faellen erfolgte nach dem Einlegen der zweiten Diskette ein Stillstand. Microsoft zufolge ist der abrupte Installationsstopp auf vorhandene Viren zurueckzufuehren.

Die Gates-Company gibt den Schwarzen Peter allerdings an die Benutzer weiter - die ausgelieferten Windows-95-Disketten jedenfalls seien keimfrei. Die Stoerung werde vielmehr von Viren verursacht, die bereits in den Speichern der jeweiligen PCs vorhanden waren. Die CD-ROM-Version des Pakets sei von dem Problem nicht betroffen.

Andere Anwender klagen ueber unbefriedigendes Plug and play des Betriebssystems. So liessen sich die Treiber fuer Peripherie nicht korrekt ansprechen. In manchen Faellen wurden sogar Festplatten geloescht, wenn Speicher-Manager von Drittanbietern in den Systemdateien zuvor nicht deaktiviert wurden.

Ratschlaege fuer die Installation

- Fuehren Sie eine komplette Datensicherung der Festplatte(n) durch. Auf jeden Fall sollten Autoexec.bat und Config.sys, saemtliche Initialisierungsdateien (*.ini) aus dem Windows- Verzeichnis sowie alle *.grp-, *.pwl- und *.dat-Dateien gesichert werden.

- Ueberpruefen Sie alle Festplatten mit einem aktuellen Viren- Scanner.

-Deaktivieren Sie Eintraege externer Speicher-Manager in den Systemdateien sowie eventuelle Optionen des Microsoft-Speicher- Managers Emm386 wie etwa "Highscan".

- Loeschen Sie die Festplatte von nicht mehr benoetigten Dateien wie Backup-Files (*.bak, *.tmp) und Dateileichen, die von bereits geloeschten Applikationen installiert wurden.

- Ueberpruefen Sie die Systemdateien Autoexec.bat und Config.sys nach obsoleten TSR-Treibern.

- Defragmentieren Sie die Festplatte mit einem Tool wie "Defrag" von Microsoft oder "Speedisk" von Symantec.

- Erstellen Sie eine Startdiskette mit dem DOS-Befehl "SYS".