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14.02.1997 - 

Superschnelles Ethernet bindet High-end-Hosts an

Vision über Koexistenz von ATM und Gigabit Ethernet

Obwohl die Hersteller weiter fieberhaft an Gigabit Ethernet und der Verbesserung ihrer ATM-Angebote arbeiten, lag der Produktschwerpunkt der diesjährigen Comnet auf bereits etablierten Technologien wie zum Beispiel ISDN, Fernzugriff (siehe Seite 24) oder dem WAN-Dienst Frame Relay, der in Europa zunehmend Verbreitung findet.

Analysten begrüßten auf der Messe den Trend der Anbieter zu, wie ein Marktforscher wörtlich sagte, "mehr Bodenhaftung". Sie verschaffe dem Anwender momentan eine Verschnaufpause im sich heftig drehenden Technologiekarussell der Produzenten. Der Tenor der Analystenstimmen weiter: Zwischen erklärten Zielen und tatsächlicher Entwicklung klafft meist eine große Lücke. Zum Beispiel sei die Rechnung nicht aufgegangen, daß der Asynchronous Transfer Mode (ATM) Frame Relay rasch den Rang ablaufen werde. "Diese Entwicklung ist nicht eingetreten", sagte Glenn Gabriel Ben-Yosef, Analyst der Clear Thinking Research, Boston.

Daß Frame Relay am Leben ist, bewies die Comnet. So stellte zum Beispiel Lucent Technologies, entstanden aus der Zerschlagung des AT&T-Konzerns, in Washington Multimedia-Erweiterungen seiner Reihe "Definity PBX" vor. Bay Networks hat die sogenannte Digital-Signal-Prozessor-Technologie in den Hub "5000 MSX" integriert, um dessen Remote-Access-Fähigkeiten in Frame-Relay-Netzen zu verbessern. Racal zeigte Produkte für Frame Relay, die den Zugang zu zwei verschiedenen Carrier-WANs erlauben, wovon eines als Notfall-Backup fungiert.

Während Frame Relay Realität ist, war die Diskussion über ATM und Gigabit Ethernet mehr theoretischer Natur. Natürlich bestand in Washington über die Vor- und Nachteile von ATM mit LAN-Emulation (LANE) und Gigabit Ethernet keine Einigkeit. Vertreter beider Lager beanspruchten den Investitionsschutz sowie die geringeren Kosten jeweils als Hauptargument für ihre Technik. Joseph Skorupa, Senior Director Product Marketing bei Fore Systems, lobte an ATM vor allem einige Services, die Gigabit Ethernet nicht bieten könne. Dazu gehören seiner Meinung nach dedizierte Leistungsmerkmale und eindeutig zu kalkulierende und verwaltbare Bandbreiten.

Vertreter der Gigabit-Ethernet-Allianz kritisierten hingegen die Versprechungen der ATM-Fraktion. Menachem Abraham, President und CEO der Gigabit-Ethernet-Company Prominet, widersprach der oft geäußerten Meinung, ATM-Switches böten garantierte Antwortzeiten (Garanteed Delay), und wies auf das Standardisierungsproblem bei ATM hin. Was die Übertragungsrate betrifft, liegt ATM mit 155 Mbit/s beziehungsweise neuerdings 622 Mbit/s deutlich unterhalb von Gigabit Ethernet.

Eine zwischen den Extremen liegende Position vertrat Bob Klessig, Director of Systems Marketing bei 3Com. "Gigabit Ethernet gibt es bisher nur auf dem Papier", gab er zu bedenken. Einen Vergleich könne man frühestens in zwei Jahren ziehen. Mit der Standardisierung und einem breiten Angebot rechnet Klessig erst 1999. Auch LANE 1.0 und 2.0 werden bis dahin vielerorts im Einsatz sein, glaubt er. Allerdings dürfte die Interoperabilität dann immer noch eine Herausforderung für ATM/LANE darstellen.

Klessig prognostiziert für beide Technologien eine weite Verbreitung, teilweise in den gleichen Netzen. ATM siedelt er jedoch eher in großen Campus-Backbones an, während Gigabit Ethernet das Medium zur Anbindung der High-end-Hosts werde. "Es zeichnet sich mehr oder weniger eine friedliche Koexistenz ab", sagte der Manager. Seine Prognose untermauert eine Untersuchung von Data Communications, bei der 42 Prozent der Befragten angaben, Gigabit Ethernet als Ersatz für ATM einsetzen zu wollen. 58 Prozent betrachten die Technik jedoch als Ergänzung zu ATM.