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Kolumne


23.12.1998 - 

"Visionen sind Mangelware"

So, noch kurz den Schreibtisch aufgeräumt, den Schweiß von der Stirn gewischt und ab in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub. Endlich mal wieder Zeit für Familie und Freunde.

Vielleicht gibt es sogar zwischen Weihnachtsbaum einstielen und Sylvesterraketen abschießen ein paar Mußestunden, in denen man das jetzt zu Ende gehende Jahr Revue passieren lassen kann. Dabei dürfte unser ausführlicher Jahresrückblick (ab Seite 9) hilfreich sein.

Jeder hat andere Prioritäten und damit auch eigene Ansichten, was die 1998 bestimmenden Themen waren. Doch an den Stichworten Fusionen, Monopol-Diskussion, Jahr 2000, Euro und immer wieder Internet dürfte niemand vorbeikommen.

Zwar haben Anwender bereits viel Geld und Ressourcen in die Bewältigung des Y2K-Problems gesteckt und aller Wahrscheinlichkeit nach sich auch gebührend auf die europäische Einheitswährung vorbereitet. Aber in vielen Unternehmen sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen, in einigen haben sie leider noch gar nicht richtig begonnen. Und ob die überarbeiteten Programme alle zusammenspielen, ist ebenfalls noch nicht klar. Deshalb wird die COMPUTERWOCHE auch 1999 diesen beiden Großprojekten etliche Beiträge widmen.

"Compaq kauft", "Microsoft übernimmt", "Netscape wird geschluckt", solche oder ähnliche Überschriften waren in der CW im vergangenen Jahr so zahlreich wie nie zuvor. Die Branche stellt sich neu auf, dabei ist der Hang zur Größe unübersehbar. Bisher scheinen aber Gigantonomie und Shareholder-Value die einzigen Triebfedern zu sein. Neue Strategien oder Visionen - außer der, zum Lösungsanbieter werden zu wollen - blieben bei aller Fusionitis leider Mangelware.

Apropos Vision: Die Fähigkeit, einem Unternehmen ein großes, Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen begeisterndes Ziel zu setzen, scheint den Bossen immer öfter zu fehlen. Darauf angesprochen, antworten viele, daß es heute in einem gereiften IT-Markt nicht mehr so sehr auf bahnbrechende Produkte ankommt, sondern darauf, die Geschäftsprozesse zu optimieren und flexibel zu agieren, um von den sinkenden Margen noch leben zu können. Das klingt nach Entschuldigung für die eigene Einfallslosigkeit, die sich schon im nächsten Jahr durch Produkte neuer Player mit guten Ideen rächen könnte. Wir dürfen gespannt sein.