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22.03.2007

Vista: Was Distis meinen

100 Tage Windows Vista: Während Microsoft von rundum "übertroffenen Erwartungen" berichtet, zeichnen die großen Distributoren in ungewöhnlicher Einstimmigkeit ein anderes Bild vom angelaufenen Verkauf.

Von Alexander Roth

Windows Vista ist ein voller Erfolg im Consumer Channel, wohingegen sich der Business-Kunde noch bedeckt hält." Sybille-Angela Lücke, Vertriebs-Chefin des Bereichs Software des Straubinger Grossisten Also, bringt den Tenor der großen Distributoren zum angelaufenen Verkauf von Windows Vista auf den Punkt. Selten haben sich die Software-Chefs der wichtigsten Großhändler in solcher Einigkeit geäußert wie diesmal - was den Vertrieb von Windows Vista und Office 2007 in den ersten 100 Tagen betrifft.

Microsofts Erwartungen übertroffen

Von Microsoft selbst sind indes ganz andere Töne zu hören. Nach dem Verkaufsbeginn der neuen B2B-Produktlinien im November 2006 veröffentlichte die deutsche Niederlassung des Herstellers Mitte März 2007 erstmals eine Meldung über die eigene Zufriedenheit mit dem bisherigen Verkauf. Darin berichtet der Softwerker von einem "erfolgreichen Marktstart" von Windows Vista, und die Verkaufszahlen des neuen Office System hätten gar die eigenen Erwartungen "übertroffen".

So habe man im Einzelhandel allein in der ersten Februar-Woche, als die Produktlinie im Retail eingeführt wurde, mehr als drei Mal so viele Office-Pakete verkauft wie zum Verkaufsbeginn von Office 2003. Dass Microsoft keine weiteren Zahlen nennt, hat vermutlich mehrere Gründe: Der Verkauf verlief offensichtlich nur in bestimmten Segmenten erfolgreich.

"Firmenakzeptanz hinkt hinterher"

So berichtete der Marktforscher Gartner vergangene Woche, dass die Vista-Akzeptanz von mittleren und größeren Unternehmen der von den Consumern noch deutlich hinterherhinke. Dabei gehe es weniger um einen Mangel an neuen Features als vielmehr um die Tatsache, dass die IT-Chefs das neue Betriebssystem erst gründlich testen und mit ihren vorhandenen Applikationen validieren müssten. So sagt Gartner voraus, dass große Unternehmen nicht vor Mitte kommenden Jahres in größerem Umfang Vista und Office bestellen werden.

Das Bild verschärfen die Analysten der amerikanischen NPD Group: So seien in den USA in den ersten sieben Tagen nach Verkaufsstart sogar 59 Prozent weniger Vista-Pakete verkauft worden als in der Startwoche von Windows XP. Zugleich verzeichneten die Marktforscher einen Anstieg von über 60 Prozent beim Verkauf von PCs im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. Laut den Markforschern ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Konsumenten der Ansicht seien, für Vista auch neue Hardware zu benötigen.

Wird 2008 das "Superjahr"?

Eine Vermutung, die offensichtlich auch für das deutsche B2B-Geschäft von Microsoft und seinen Vertriebspartnern gilt: "Mit Einführung des Longhorn-Servers voraussichtlich im Herbst 2007 und unter Berücksichtigung des vierjährigen Lebenszyklus von Hardware in Unternehmen erwarten wir für unsere Systemhauspartner, die eine entsprechende Qualifizierung vorweisen, in 2008 ein Superjahr mit Microsoft-Umsätzen", prognostiziert Also-Software-Chefin Lücke.

Matthias Jablonski, Bereichsleiter PC und Server bei Actebis Peacock, ergänzt: "Die Microsoft-Vista-Verkäufe sind gut angelaufen. Insbesondere die Ultimate- und die Home-Premium-Version für private High-End-User erweist sich als beliebt. Das B2B-Segement reagiert - wie erwartet - noch verhalten, wird jedoch nach und nach auf das neue Betriebssystem wechseln."

Christoph Runge, Leiter Einkauf und Produktmarketing bei COS, berichtete ChannelPartner von einer allgemeinen Vista-Euphorie zu Beginn, doch sei auch bei seinem Unternehmen in der Folge die Nachfrage seitens der Firmen stark zurückgegangen, während das Konsumentengeschäft nach wie vor zufriedenstellend verlaufe.

Tech Data tanzt da nicht aus der Reihe: Gerald Haberecker, Abteilungsleiter des Geschäftsbereichs Software, zu ChannelPartner: "Wir sind mit der bisherigen Verkaufsentwicklung seit dem offiziellen Startschuss von Windows Vista und 2007 Microsoft Office System sehr zufrieden. Besonders im Consumer-Bereich können wir eine große Nachfrage feststellen. Das Interesse im Business-Bereich ist ebenfalls rege, auch wenn wir hier teilweise noch eine Zurückhaltung der Kunden spüren."

Am positivsten äußerten sich die Vertreter von Devil und Ingram Micro. Laut Andreas Dudda, Produktmanager im Einkauf von Devil, habe der Distributor zum offiziellen Verkaufsbeginn "an einem Tag Warenmengen an den Fachhandel ausgeliefert, die sonst für drei Wochen genügen".

Ingram mehr als zufrieden

Ernesto Schmutter, Senior Director Software, Multimedia & Components beim Broadliner Ingram Micro, sagte gar: "Windows Vista und 2007 Microsoft Office System übertreffen alle unsere Erwartungen. Die gut durchdachte Einführungskampagne ermöglicht optimale Verfügbarkeit, Know-how im Fachhandel und Kauflust beim Endkunden."

Was alle befragten Distributoren zuversichtlich stimmt Bislang gab sich das neue Betriebssystem außerordentlich stabil. "Ein großes Plus ist die Tatsache, dass beide Produkte - Vista und Office - sehr stabil und zuverlässig laufen, wir haben bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht", so Haberecker von Tech Data. Der Ansturm im B2B-Umfeld steht also noch bevor. Sybille Lücke von Also rät Fachhändlern: "Partner, die auf der (kommenden) Superwelle mitreiten wollen, sollten jetzt über die notwendigen internen Ausbildungs- maßnahmen nachdenken."