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Betaversion im Test


21.03.1997 - 

Visual Basic 5.0 im Überblick: Mehr als ein Release-Wechsel

Unabhängig von der jeweiligen Variante verfügt die aktuelle Version über ein neues Outfit für die integrierte Entwicklungsumgebung (IDE). Außerdem lassen sich die zur visuellen Programmierung benötigten Entwicklungs-Tools jetzt direkt in der IDE verankern.

Zudem können mit Hilfe der IDE mehrere gleichzeitig geöffnete Projekte verwaltet werden. Das erleichtert die Entwicklung von Client-Server-Anwendungen und Active-X-Controls. Bisher ließ Visual Basic immer nur die Arbeit an einem Projekt zu.

Das Eigenschaften-Fenster, ein zentrales Element der visuellen Programmierung, zeigt die Attribute einer markierten Komponente auf Wunsch in alphabetischer Reihenfolge oder nach anderen Kategorien geordnet an.

Darüber hinaus gibt es einen neuen Code-Editor. Ein "Auto Quick Info" genanntes Feature zeigt beim Schreiben die Syntax von Funktionen und Statements. Bei der Eingabe der Bezeichnung einer Komponente erscheint eine Drop-down-Liste mit den verfügbaren Eigenschaften und Methoden. Der Programmierer kann auf diese Weise den gesamten Code oder einzelne, über Drop-down-Listen gewählte Methoden betrachten.

Einfacher gestaltet sich in der neuen Version der Umgang mit dem Debugger. "Instant Watch" liefert den Wert einer markierten Variablen per Mausklick. Ausdrücke lassen sich per Drag-and-drop vom Code-Editor in das Überwachungsfenster einfügen. Ansonsten enthält der direkt in die IDE integrierte Debugger alle gängigen Funktionen wie Einzel- und Prozedurschritt, das Setzen von Haltepunkten oder den direkten Aufruf des Debuggers beim Auftreten eines Laufzeitfehlers im Probelauf der entwickelten Anwendung. Die Enterprise Edition erlaubt zudem ein Debugging von SQL-Statements.

Ein Repository soll die Grundlage zur Entwicklung von Tools darstellen, mit deren Hilfe der Prozeß der Herstellung von Anwendungs-Software verwaltet werden kann. In der derzeitigen Beta-Version von Visual Basic fehlt neben diesen Tools allerdings auch die Einbindung des Repository in die IDE. Der Nutzen eines solchen Repository, gerade für die Team-Entwicklung mit Visual Basic, ist daher noch nicht ersichtlich.

Die Arbeit mit der Werkzeugpalette bleibt umständlich. Aus der Werkzeugpalette muß der Programmierer die Komponenten seiner Anwendung auswählen und diese im Formular-Designer plazieren.

Während beispielsweise Delphi dem Programmierer über 100 Komponenten in einer Palette zur Verfügung stellt, beschränkt sich die Werkzeugpalette von Visual Basic nur auf die nötigsten.

Erst in der Version 4.0 löste der auf OLE 2.0 basierende OCX-Standard von Microsoft die Visual Basic Extensions (VBX) ab. Die neuen VB-Komponenten basieren auf der Microsoft-Komponententechnik Active X. Sie unterstützten die Objektarchitektur Distributed Component Objekt Model (DCOM), mit dem sich die Dienste einer Active-X-Komponente dezentral im Netz zur Verfügung stellen lassen. Mit der Developer- und Enterprise Edition können Programmierer eigene Active-X-Komponenten erstellen.

Neben ausführbaren Programmen (.EXE) und Bibliotheken (.DLL) kann Visual Basic nun auch selbst Steuerelemente für die Werkzeugpalette übersetzen. Bisher war zur Entwicklung neuer Komponenten "Visual C++" von Microsoft notwendig. Neue Experten-Module unterstützten den Programmierer bei der Entwicklung.

Außerdem stellt VB neben Single- und Multiple-Document-Interfaces nun ein "Explorer Style Interface" zur Verfügung. Dieses entspricht im Aufbau dem Windows-Datei-Manager.

Mit der Enterprise Edition können Entwickler einen schnelleren und flexibleren Datenbankzugriff als bisher programmieren. Dabei unterstützen die Remote Data Objects Library (RDO) und die Version 2.0 des Remote Data Control (RDC) den Zugriff. Darüber hinaus bietet VB 5.0 eine neue Compilertechnologie. Diese ermöglicht eine bessere Performance der erzeugten Applikationen.

Außerdem läßt sich mit der Developer- und Enterprise Edition neben interpretierten P-Code auch Native-Code erzeugen. Die Programmierer können sich zudem für eine Optimierung des Codes hinsichtlich Geschwindigkeit oder der Größe entscheiden.

Das Laufzeitverhalten von VB-Programmen schneidet im Vergleich mit solchen, die in Delphi erstellt wurden, allerdings noch immer schlechter ab. Im Test benötigte die VB-Software zur rekursiven Berechnung der Fibbonacci-Zahl von 30 satte 21 Sekunden (auf einem Pentium 66 mit 8 MB RAM). Das entsprechende Delphi-Programm schaffte es unter identischen Bedingungen hingegen in nur 1,5 Sekunden. Der interpretierte P-Code des VB-Compilers rechnete mit 54 Sekunden im Schneckentempo.

Außerdem hält Microsoft weiter am Konzept der DLL-Bibliotheken fest. Mit den übersetzten EXE-Dateien müssen zu jedem VB-Programm die DLL-Bibliotheken der verwendeten Komponenten mitgeliefert werden. Delphi-Code enthält sämtliche Komponenten in der ausführbaren Datei.

Greift die VB-Anwendung auf die DLL-Komponenten zu, muß die entsprechende Funktionalität dynamisch nachgeladen werden. Trotz eines Assistenten, der die Dateien und Routinen zusammenstellt, reduziert dieses Konzept die Ausführungsgeschwindigkeit und kompliziert die Erstellung eines Installationssatzes.

*Jörg Rensmann ist freier Autor in Ilmenau.