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13.02.1998 - 

Cold Fusion Studio

Visuelle Programmierung von Web-Anwendungen

Cold Fusion Studio (CFS) ist keine Neuentwicklung, sondern baut auf den beliebten HTML-Editor "Homesite" von Nick Bradbury auf. Dieses Web-Werkzeug wurde von Allaire vor geraumer Zeit gekauft. CFS erweitert es zu einer integrierten Entwicklungsumgebung für HTML und Cold Fusion Meta Language (CFML).

Die integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) ist sehr übersichtlich, fast jedes Dialogfeld ist mit einem Mausklick zu erreichen. Sie wurde nach dem Vorbild von Borlands Programmierwerkzeugen entworfen: Wer bereits mit "Delphi" oder "C++ Builder" gearbeitet hat, wird sich in Cold Fusion Studio schnell zurechtfinden.

Im Unterschied zu einem reinen ASCII-Editor, der bis dato zur Standardausrüstung der Allaire-Kunden gehörte, bietet Cold Fusion Studio auch den erwarteten Komfort moderner Entwicklungswerkzeuge. So lassen sich Veränderungen an einem Dokument schrittweise rückgängig machen. Automatische Formatierung, farbliche Hervorhebung einzelner Sprachelemente und Syntaxprüfung kommen dazu.

Das Tool unterstützt alle CFML-Markierungen mit speziellen Wizards, mit ihnen lassen sich Parameter per Dialogfeld visuell einstellen. Der Benutzer kann diese Helferlein bei Bedarf über eine spezielle "Wizard Markup Language" (WIZML) erweitern und anpassen. Auch Hilfe zu den Cold Fusion Tags ist in jedem Wizard-Dialog direkt verfügbar.

Der Editor rückt, wie für einen Quelltext-Editor üblich, Zeilen automatisch ein und kann diese auch nachträglich blockweise nach rechts oder links verschieben.

Der integrierte "HTML-Validator" ist sehr nützlich, um den Quelltext auf Fehler zu überprüfen. Allerdings muß man seine Konfiguration erst "entschärfen", da er merkwürdigerweise nicht per Voreinstellung mit den Cold Fusion Tags umzugehen weiß.

Ein weiteres integriertes Werkzeug, der "Expression Builder", ermöglicht die Übersicht über den gesamten CFS-Quelltext, überzeugt aber in seinen Fähigkeiten nicht. Eine Ansicht von Quelltext, in der maximal zwei Zeilen angezeigt werden, ist nicht besonders hilfreich.

Die sogenannten "Snippets" vereinfachen das Wiederverwenden von Codefragmenten. Per Doppelklick lassen sich solche Module in das aktuelle Programm einfügen.

Da die Datenbankintegration in das Web bei Cold Fusion im Vordergrund steht, gehören Zusatzprodukte wie "Microsoft Query" sowie ein in die IDE integrierter Query Builder zum Lieferumfang. Letzterer erzeugt sehr übersichtliches SQL und beschränkt sich nicht nur auf Select-Anweisungen, sondern beherrscht auch Update- und Insert-Operationen. Die fertigen SQL-Anweisungen gelangen über die Zwischenablage in den Editor. Einzigartig ist hier, daß ODBC-Datenquellen direkt auf einem entfernten Server abgefragt werden können, unabhängig davon, ob es sich hierbei um einen SQL Server handelt oder nur um einfaches "Microsoft Access".

Die zum Studio gehörende Einzelplatzlizenz des "Cold Fusion Application Server" erlaubt es dem Internet-Programmierer, ohne Zukauf des 2200 Mark teuren Vollprodukts seine Anwendungen innerhalb der Entwicklungsumgebung zu testen. Dieses ist nach Windows NT nun auch für Sun Solaris erhältlich.

Im Vergleich zu Microsofts Angebot in dieser Kategorie kann Allaire mit der Kombination aus Cold Fusion und Studio einige Vorteile verbuchen. Entscheidet man sich nämlich für "Active Server Pages" der Gates-Company, kann man nur Windows NT und den "Internet Information Server" nutzen und muß außerdem auf eine IDE für diese Sprache noch warten. Das von Microsoft dafür vorgesehene "Visual Interdev" bietet derartige Möglichkeiten, wie sie Cold Fusion Studio oder Homesite zeigen, jedenfalls noch nicht. Dafür sind die Active Server Pages allerdings kostenloser Bestandteil von Windows NT Server.

Cold Fusion Studio kostet 540 Mark, die "Workgroup Edition" 1100 Mark. Die Allaire-Produkte werden in Deutschland über die Münchner Internet 2000 und die in Oberkirch ansässige Softline GmbH vertrieben. Eine dreißig Tage gültige Demoversion kann von http://www.allaire.com heruntergeladen werden.