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15.01.2007

Viva Las Vegas!

Die Consumer Electronics Show (CES) feierte in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag. Trotz dieses reifen Alters war die Show selten so jugendlich und frisch. Vor allem den Bedürfnissen der Kids nach mobilem Mediengenuss wurde Rechnung getragen.

Von Ulrike Goreßen

Die Amerikaner konsumieren am liebsten alles "on the Go": Kaffee, Snacks und erst recht Unterhaltung. Das schlug sich auch auf der Consumer Electronics Show (CES) nieder, die vom 8. bis 11. Januar in Las Vegas stattfand. Mehr als 140.000 Fachbesucher begutachteten in diesen vier Tagen die Produkte und Lösungen von mehr als 2.700 Ausstellern aus aller Welt. Die beiden Hauptthemen dabei waren Mobilität und einfacher Datenaustausch.

Schon Microsoft-Gründer Bill Gates stellte in seiner Keynote am Vorabend der Messe fest, dass die Konsumenten immer und überall Zugriff auf ihre Infos und Unterhaltungsinhalte haben wollen. Und das selbstverständlich einfach, komfortabel und schnell. Diesem Anspruch will Microsoft nicht zuletzt mit Vista gerecht werden. Auch der Einsatz der Xbox als Entertainment-Zentrale, dank der man per Joypad hochauflösende Videos auf den Wohnzimmerfernseher holen kann, soll schon bald den Komfort erhöhen. Für den nötigen Content sollen Medienpartner sorgen. Gates zufolge haben bereits 16 Provider, darunter auch die Deutsche Telekom, zugesichert, Inhalte für die Xbox zu liefern.

Diese Videos gibt es wahlweise aus dem Internet (on demand), oder sie werden bequem vom Home-Server abgerufen. Dieser könne Multimediadaten zentral speichern und verwalten, kündigte Gates an.

Laufen soll der Entertainment-Hub unter der speziellen Vista-Variante "Windows Home Server", die derzeit unter dem Codenamen "Quattro" entwickelt wird.

Den ersten Prototyp des Home-Servers zeigte HP auf seinem Stand. Er soll in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen, auch in Europa.

Viele US-Marktbeobachter sind sich sicher, dass IPTV dank Vista einen gewaltigen Sprung nach vorne machen wird. Dabei spielen nicht nur die Hard- und Software sondern auch die Geschwindigkeit der Datenübertragung eine wichtige Rolle. Und zudem hängt die notwendige Marktakzeptanz auch vom Content ab.

Das wissen auch die Anbieter von Inhalten. So waren auf der CES deutlich mehr Manager von TV- und Filmgesellschaften vertreten als je zuvor. Das wird von der CE-Branche als deutliches Zeichen gewertet, dass TV- und Filmanbieter an einer Kooperation im Internet interessiert sind und diesen Vertriebsweg für ihre Filme nutzen wollen. Denn der Kunde verlangt diesen Service.

Full-HD wird Standard

In den USA zeigt sich das schon heute in der hohen Nachfrage für Video-on-Demand-Angebote wie beispielsweise von "Vongo". Das Unternehmen war auf dem Microsoft-Stand vertreten und arbeitet mit zahlreichen Content-Anbietern zusammen. Es bietet für eine monatliche Gebühr von zehn Dollar die Möglichkeit, so viele Filme downzuloaden wie man will. Wahlweise auf den PC, das Laptop oder andere mobile Videoabspielgeräte. Der Anwender kann ein und denselben Film auf bis zu drei Geräte speichern. Die Filme, TV-Sendungen oder Musik-Clips stehen dem Kunden je nach Aktualität einige Tage oder Wochen zur freien Verfügung. Dann werden sie gesperrt.

Für den optimalen Filmgenuss sollen neben zahlreichen mobilen Abspielgeräten vor allem großformatige und hochauflösende Flachbildfernseher sorgen. Auf der CES zeigten alle bekannten Markenhersteller ihr umfassendes Repertoire an HD-TVs.

Die meisten Hersteller bieten sowohl LCD- als auch Plasma-TVs in verschiedenen Größen, Designs und Ausstattungen an. Sony weitete das Angebot noch durch zwei TV-Prototypen auf OLED-Basis aus. Die beiden Fernseher mit einer Bilddiagonale von 11 beziehungsweise 27 Zoll sind laut Sony nur etwa 3 und 10 Millimeter dick. Der 27-Zöller soll Full-HD-Auflösung bieten, der 11-Zöller mit einem WSVGA-Panel ausgerüstet sein.

Allein Sharp und Panasonic haben sich ausschließlich auf jeweils eine Technik konzentriert. Das umfassende Plasma-Angebot sowie die Abrundung durch HD-Kameras bei Panasonic wurden von Handel und Marktbeobachtern sehr gelobt. Doch alle Experten sind sich einig, dass sich LCDs letztendlich - auch im Bereich der großen Formate 40 Zoll plus - durchsetzen werden, da es die neuere Technologie sei. Das gilt selbst für die USA, wo bislang vor allem Plasmas das Wohnzimmerbild bestimmten.

Formatkrieg geht weiter

Wenn zwei sich streiten, freut sich in der Regel der Dritte. Im Formatkrieg Blu-ray kontra HD-DVD wollte LG Electronics der lachende Dritte sein und präsentierte auf der CES erstmals zwei Kombi-Player, die beide Formate abspielen können. Der Stand-alone-Player für das Wohnzimmer heißt "BH100" und soll ab Anfang Februar für rund 1.200 Dollar auf den US-Markt kommen. Der Marktstart in Europa ist noch nicht gewiss.

Was sich zunächst nach der perfekten Lösung für zaudernde Endanwender anhört, hat jedoch einen kleinen Haken: Der BH100 unterstützt zwar sämtliche interaktive Funktionen, die Blu-ray-Discs bieten, aber nicht alle Funktionen einer HD-DVD. Welche Funktionen im Detail nicht unterstützt werden, hat LG noch nicht verraten. Darüber hinaus wird der BH100 keine CDs wiedergeben können. Das Kombilaufwerk für PCs heißt "GGW-H10N" und soll ebenfalls Anfang Februar erhältlich sein. Der genaue Preis steht noch nicht fest, soll laut Unternehmen aber unter 1.200 Dollar liegen. Das Laufwerk wird Blu-ray-Medien lesen und brennen können, HD-DVDs werden nur gelesen. CDs und DVDs werden ebenfalls unterstützt.

Der Multiplayer wurde von den Fachhandelsbesuchern auf der CES mit viel Interesse, jedoch auch einem großen "Aber" aufgenommen. Sie fordern eine baldige Entscheidung von der Industrie, da sie trotz des Kombigerätes immer noch die Filme in zwei Formaten vorrätig halten müssen.

Das kann sich vielleicht noch ändern, wenn andere Filmstudios ebenfalls den Weg von Warner einschlagen. Der Filmgigant hat seine Eigenentwicklung "Total DVD" während der Messe vorgestellt. Diese bietet die Titel auf einer Scheibe an, die von beiden Playern gelesen werden kann. Der HD-DVD-Inhalt ist dabei auf der einen und der Blu-ray-Content auf der anderen Seite aufgespielt.

Weitere Schwerpunktthemen auf der diesjährigen CES waren Car Entertainment und Automotive sowie digitale Unterhalter für unterwegs (MP3-Player, Media-Player) und designstarke, hochgerüstete Digitalkameras.

Einen ausführlichen CES-Bericht mit zahlreichen Produktvorstellungen lesen Sie in der nächsten Ausgabe der CE-Business, die der ChannelPartner 04/07 beiliegt.