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IBM will ihr strategisches Betriebssystem rationalisieren:

VM bald nur in zwei Versionen verfügbar

22.01.1988

FRAMINGHAM- Das IBM-Stiefkind "VM" hat sich zum strategischen Produkt gemausert. Um die Stoßkraft des Betriebssystems zu verstärken. hat Big Blue beschlossen, sich auf nur zwei Versionen zu konzentrieren: "VM/SP" einschließlich "VM/IS" sowie "VM/XA SP".

Nach Meinung von Anwendern und Branchenbeobachtern kommt die IBM mit ihrem 1987 geäußerten Bekenntnis zu "VM" reichlich spät. Dazu Mark Turpin, Berater für Systemintegration bei der Southern Co., Atlanta: "Solche Dinge wie Peripherieunterstützung und SNA-Support waren für VM immer erst zuletzt verfügbar. Jetzt macht die IBM ein strategische Produkt daraus."

Thomas O'Leary, Director für MIS-Technik bei der North American Philips Corp. in New York und VM-Anwender seit 1969, hat konkrete Vermutungen über die Hintergründe für diesen Sinneswandel: "Ganz allgemein ist man der Auffassung, daß die VM-Anwender jahrelang unterernährte Kinder waren; IBM habe das bemerkt und fülle jetzt unsere Teller. Ich habe das Gefühl, das hängt eher mit dem unerklärten Krieg gegen DEC zusammen. Besonders im Hinblick auf die 9370-Rechner ist VM dabei die Wunderwaffe der IBM.

Big Blue begann, sich für VM zu interessieren, als die steigende Bedeutung von Endbenutzer-Anwendungen erkennbar wurde. Dazu kam der verschärfte Wettbewerb zwischen IBM und der Digital Equipment Corp., deren VAX-Rechner mit dem Endanwender-orientierten Betriebssystem VMS arbeiten. Außerdem benötigte der Branchenriese ohnehin dringend ein starkes interaktives Betriebssystem im Midrange- und Mainframe-Bereich.

Während die Anwender der Meinung sind, daß IBM wiederholt versucht habe, "VM" auszurotten, will der Hersteller davon nichts wissen. Der zuständige Director William Vance formuliert es vielmehr so:

"Früher wurde es sicherlich nicht in der gleichen Weise eingesetzt, wie das heute der Fall ist."

Die Benutzer hoffen darauf, daß das IBM-Bekenntnis zu "VM" ihnen mehr Sicherheit und Stabilität bringen wird. Einige Kunden klagen auch, daß sie im vergangenen Jahr allzu viele VM-Aktivitäten verdauen mußten. So der MIS-Fachmann O'Leary: "Möglicherweise gab es zu viele Ankündigungen mit langen Durchlaufzeiten. Wir haben bislang noch nicht einmal die "VM/SP"-Version 5 installiert, und IBM kündigt bereits das Release 6 an."

Auf längere Sicht Einheitlichkeit geplant

Ob Verspätung oder nicht, jedenfalls will Big Blue "VM" jetzt forcieren. Dazu soll die Anzahl der VM-Versionen zunächst auf zwei reduziert werden: "VM/SP" für die 9370-Systeme und "VM/XA SP" für die 370-Prozessoren, die die XA-Architektur unterstützen, also vor allem für die 3090-Familie. VM/IS" wird dabei nicht als eigenständige Version, sondern als Teil von "VM/SP" betrachtet. Auf längere Sicht beabsichtigt die IBM sogar, den Anwendern eine einheitliche VM-Ausführung anzubieten.

Mindestens zwei Ausführungen überflüssig

Bei den derzeitigen SP- und XA-Versionen hinkt nämlich immer eine der anderen hinterher. Beispielsweise unterstützt das derzeitige "VM/ SP"-Release 5 die "Transparent Services Access Facility"- im Gegensatz zur Version 1 der XA-Ausführung, die voraussichtlich im März dieses Jahres auf den Markt kommt. Dafür wird "VM/XA SP" Version 1 bereits über das bimodale "Conversional Monitor System" (CMS) verfügen, das erst kürzlich im Zusammenhang mit dem für Ende dieses Jahres angekündigten SP-Release 6 vorgestellt wurde.

Will die IBM sich auf zwei VM-Versionen beschränken, so muß sie sich von mindestens zwei anderen trennen. Nach Aussagen von Lois Dimpfel, Geschäftsführerin des Kingston Programming Center der IBM in Kingston/New York, handelt es sich dabei um die "High Performance Option"- (HPO) des "VM/SP" sowie um "VM/XA SF". Stammt HPO noch aus der Vor-XA-Zeit, war die SF-Ausführung hingegen nicht in der Lage, die Möglichkeiten der XA-Architektur voll auszuschöpfen.

CMS als Basis für neuen Allround-Monitor

Darüber hinaus hat Big Blue im Sinn, ein einheitliches CMS für "VM/SP" und "VM/XA SP" herauszubringen. Die Basis für dieses Allround-Monitorsystem soll das neue CMS bilden, das im vergangenen Jahr zusammen mit "VM/XA SP" angekündigt wurde. Auch bei den VM-Endbenutzereinrichtungen, so leitende IBM-Angestellte, sind Verbesserungen geplant. Unter anderem sei ab 1989 das bereits als Bestandteil von "VM/SP" Release 6 angekündigte File-Sharing-System verfügbar.

Wie IBM-Managerin Dimpfel einräumt, hat bislang noch kein Drittanbieter seine Unterstützung für XA angekündigt: "Wir sind gerade erst hinausgegangen und haben ihnen die Schnittstellen beschrieben. Man wird dann sehen, was sich daraus entwickelt."