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28.11.2006

Vodafone lockt Business-Kunden

Um profitabler zu werden, will der britsche Mobilfunkonzern verstärkt Geschäftskunden adressieren.

Mit konvergenten Angeboten aus Mobilfunk und DSL sowie der Restrukturierung des Konzerns - etwa durch die Auslagerung der Entwicklungsabteilung an EDS - unternahm Vodafone in den letzten Monaten wichtige Schritte, um die Gewinnmarge dauerhaft zu erhöhen. Nun will der Mobilfunkanbieter mit speziellen Unternehmensangeboten verstärkt Enterprise-Kunden gewinnen. Die wiedererwachte Liebe zum Business-Kunden - Vodafone ist nicht der einzige Anbieter, der nach dem Jugendwahn der letzten Jahre diese Klientel wiederentdeckt - erklärt Oliver Mauss, Global Director of Business Product Marketing bei der der Vodafone-Gruppe: Ein Business-User bringt dem Unternehmen im Vergleich zu einem Privatkunden während der Vertragszeit einen viermal höheren Umsatz.

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www.computerwoche.de/

582352: Mobilfunker vergessen die Firmenkunden (Roundtable);

1216912: Vodafone lagert Entwicklung aus

Die Zeiten der Alleingänge sind vorbei

In seinen Bemühungen um die lukrativen Geschäfte mit Geschäftskunden scheint der Konzern dazugelernt zu haben. Statt wie bislang alleine zu agieren, suchen die Briten nun nach Partnern, um mobile Lösungen zu offerieren. Für Lars Vestergaard, Research Director European Telecommunications beim Marktforschungsinstitut IDC, liegt dieses Verhalten voll im Trend: " Die Zeit der Alleingänge ist vorbei. Nun muss ein Unternehmen für andere Marktteilnehmer der beste Freund sein, wenn es selbst erfolgreich sein will. In den letzten Jahren habe Vodafone dagegen, so der Vorwurf Vestergaards, ähnlich arrogant wie Microsoft gehandelt.

Vodafones geänderte Business-Strategie sieht für die Corporate-Klientel künftig mehr vor als nur Unternehmenstarife oder spezielle Bundles. So kann sich der Konzern laut Mauss durchaus mit dem Gedanken anfreunden, in bestimmten Märkten den professionellen Anwendern auch Service Level Agreements (SLAs) zu offerieren. Gerade deutsche Anwender vermissten diese bislang schmerzlich, wie sich in einer Roundtable-Diskussion der computerwoche gezeigt hatte. Auch in Bezug auf das von der Business-Klientel kritisierte Branding und die kurzen Produktzyklen versprach Mauss Besserung; Für Unternehmenskunden soll künftig ein spezielles Geräteportfolio erhältlich sein.

Application Service Platform kommt im Frühjahr 2007

Abgesehen von diesen Detailfragen basiert die künftige Business-Strategie Vodafones auf drei Säulen: der PC-Connectivity - bislang etwa durch Notebooks mit integrierter Mobilfunkkarte realisiert -, den Applications und Services sowie der Fixed-Mobile-Konvergenz. In Sachen Applications und Services will die Company im Frühjahr 2007 mit der Vodafone Application Services Platform starten. Sie agiert als eine Art Middleware zwischen den Backoffice-Systemen eines Unternehmens und den verschiedenen Frontends wie Blackberry, Symbian oder Windows Mobile. In Großbritannien läuft die Plattform schon in einem Pilotversuch unter der Bezeichung MAP (Mobile Application Platform) als gehostete Lösung. Im Backend werden dabei über Konnektoren beispielsweise die Systeme von SAP, Siebel oder Oracle unterstützt. Nach der derzeitigen Planung ist der Dienst laut David Hughes, Head of Enterprise Solutions UK, als Abomodell konzipiert.

Einen Secure Remote Access hat die Enterprise Busines Unit von Vodafone in Großbritannien ebenfalls bereits verwirklicht. Der "Secure Client" soll dem mobilen Anwender unterwegs unabhängig vom gewählten Übertragungsmedium - also Mobilfunk, DSL-Verbindung oder WLAN-Hotspot - über einen VPN-Tunnel den sicheren Zugriff auf das eigene Unternehmensnetz ermöglichen. Hierzu hat das Unternehmen in England einen Dreijahresvertrag mit dem Secure-Access-Spezialisten Fiberlink abgeschlossen. Weiteres Know-how in Sachen mobile Applikationen und Mobile Services erwarben die Briten erst kürzlich mit der Übernahme von Aspective und Isis-Telecommunications.

Händler sollen künftig Datenprodukte vermarkten

Um bei der Business-Klientel vom Image des reinen SIM-Karten-Verkäufers wegzukommen, hat das Unternehmen ein "Global Data Channel Programme" aus der Taufen gehoben. Analog zu den Programmen etlicher IT-Hersteller will Vodafone die Händler und Partner schulen, um sie in die Lage zu versetzen, auch komplexere Datenprodukte zu vermarkten. (hi)