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24.08.2006

Voice Objects lässt Business-Anwendungen sprechen

Der "Phone Application Server" erzeugt auf Basis von CRM- und ERP-Systemen telefonische Self-Service-Anwendungen.
Lego lässt grüßen: Dank des Baukastenprinzips lässt sich der Voice-Objects-Server mit Produkten zahlreicher Hersteller kombinieren.
Lego lässt grüßen: Dank des Baukastenprinzips lässt sich der Voice-Objects-Server mit Produkten zahlreicher Hersteller kombinieren.

Mit der steigenden Mobilisierung von Mitarbeitern ist es zunehmend von Belang, dass diese nicht nur via Notebook oder PDA, sondern auch über herkömmliche Telefone oder Handys auf Unternehmensanwendungen zugreifen können. Die Vorteile liegen auf der Hand: Im Vertrieb Tätige sind so in der Lage, auf dem Weg zum Kunden noch schnell Informationen zu dessen letzten Bestellungen abzurufen. Auch im Bereich B-to-E-Anwendungen (Business to Employee) sind die Einsatzmöglichkeiten mannigfaltig, speziell, wenn Mitarbeiter eingebunden werden sollen, die nicht unbedingt auf einen PC zugreifen können.

VoiceXML als Basis

Eines der Unternehmen, das sich seit einiger Zeit mit dem Thema Telefonanwendungen - sowohl für den Kundenkontakt als auch für Mitarbeiter beschäftigt, ist Voice Objects. Jüngstes Resultat des Startup aus Bergisch-Gladbach, das vor kurzem eine Suite in Siebel-Building in San Mateo, Kalifornien, bezogen hat, ist der "Voice Objects Server 6". Dabei handelt es sich um einen Phone Application Server, der es Unternehmen ermöglicht, auf Basis von VoiceXML personalisierte Sprachanwendungen zu entwickeln und zu verwalten. Der Einsatz von Web-Services und SOA-Techniken (Service-oriented Architecture) ermöglicht dabei eine Integration in vorhandene ERP- und CRM-Systeme, die für den Betrieb von Websites verwendet werden.

Unterstützt wird der hersteller- und versionsunabhängige Ansatz der Software zudem durch eine umfangreiche Treiberbibliothek in Hinblick auf automatische Spracherkennungs-, Text-to-Speech- und ähnliche Anwendungen. So müssten PAS neben Sprache auch Video, Grafiken und Text unterstützen, um überzeugende Self-Service-Anwendungen der nächsten Generation anbieten zu können, erläutert Michael Codini, Technikchef von Voice Objects, gegenüber der computerwoche. In Japan beispielsweise seien die Mitarbeiter vorwiegend mit der U-Bahn unterwegs. Entsprechend müssten sie leise arbeiten, hätten jedoch ihre Hände frei. Anders lägen die Anforderun- gen in den USA, wo Mitarbeiter viel Zeit im Auto verbrächten. Eines der führenden sechs Be- ratungshäuser plane daher, auf Basis von Voice Objects eine Funktion zu erstellen, um Stundenzettel "telefonisch auszufüllen", verrät Codini. Eine entsprechende Lösung könnte sowohl das mobile Arbeiten fördern als auch die Rechnungsstellung beschleunigen.

SAP schaltet sich ein

Interessante Entwicklungen werden auch im Umfeld von SAPs "Netweaver Voice DIE" erwartet. Dabei handelt es sich um eine Entwicklungsplattform auf Basis des "Netweaver Visual Composer", die mit Hilfe eines Voice-Kits die objektorientierte Erstellung von Sprachanwendungen per einfaches Drag and Drop erlaubt. Die Anwendungen laufen anschließend auf dem integrierten Voice-Objects-Server. Im kommenden Jahr will SAP, OEM-Partner und - über seine Venture-Sparte - Investor des Startups, aus einem Katalog mit 1200 Self-Service-Modulen geeignete Lösungen für Sprache und Video aussuchen und als Standardmodule herausbringen.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Wegen des herstellerunabhängigen Ansatzes könne der Voice-Objects-Server aber auch mit Architekturen anderer Middleware-Anbieter wie Bea oder Oracle eingesetzt werden, so Codini. Konkurrenz sieht der Technikchef vor allem in proprietären Lösungen, insbesondere solchen, die bereits in der Vergangenheit mit hohem Aufwand erstellt wurden. Als direkte Wettbewerber nennt er den inzwischen von Cisco übernommenen Anbieter Audium, Vicorp, Fluency und Microsoft mit seinen Plänen im Bereich Unified Communications (UC) und dem "Speech Server".

Aktuell sieht der Voice-Objects-Manager das rege Treiben im Markt jedoch nicht als Bedrohung, sondern als Bestätigung für das wachsende Interesse an Sprachanwendungen. Dass die Branche auch in Sachen Bedienungskomfort Selbstbewusstsein entwickelt, beweist der Umstand, dass Paul English vor kurzem die Keynote auf der in San Francisco abgehaltenen Fachmesse für Sprachanwendungen Speechtek gehalten hat. English, CTO und Mitbegründer des Reisesuchmaschine Kayak.com, ist nebenberuflich Anführer der Verbraucherinitiative und Betreiber der Online-Datenbank Gethuman. com. Auf der Website sind die schnellsten Wege aufgelistet, wie man auf amerikanischen und britischen Unternehmens-Hotlines zu einem Kundenbetreuer weitergeleitet wird. (mb)