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11.05.2001 - 

Blick an die Nasdaq

Voicestream: Flucht in die Größe

Nach der Zustimmung der US-Kartellbehörde Federal Communication Commission (FCC) hat die Deutsche Telekom nun auch die letzte regulatorische Hürde, das Committee of Foreign Investment, für die Übernahme des sechstgrößten Mobilfunkbetreibers der USA Voicestream Wireless (VSTR) genommen. Als problematisch galt der Anteil von 44 Prozent, den die Bundesrepublik Deutschland noch an der Telekom hält. In den USA ist der Auslandsbesitz von über 25 Prozent an einer Telekommunikationsfirma zustimmungspflichtig.

Nachdem sich die US-Behörden von der operativen Unabhängigkeit des neuen Unternehmens überzeugen ließen und Vereinbarung über die Möglichkeit zur Telefonüberwachung getroffen wurden, gab man dem Deal schließlich grünes Licht. Immerhin musste sich die Bundesregierung verpflichten, sich langfristig von dem Staatsanteil zu trennen. Die FCC zeigt sich zuversichtlich, dass letztlich die Kunden von dem zunehmendem Wettbewerb bei den neuen Mobilfunkdienstleistungen sowie von dem zu erwartenden Ausbau der Reichweite des Voicestream-Netzes profitieren werden. Außerdem erhielt Voicestream die Erlaubnis, den US-Mobilfunkanbieter Powertel für umgerechnet rund 4,8 Milliarden Mark zu übernehmen.

Telekom-Chef Ron Sommer rechnet im Nordamerika-Geschäft in den nächsten acht Jahren mit rund 150 Millionen neuen Kunden, da dort der Markt nicht so weit durchdrungen ist wie in Europa. Beim Abstecken neuer Ziele wird sich die Telekom mit den dortigen Mobilfunkgrößen Verizon Wireless, Sprint PCS und AT&T Wireless messen müssen. Für Voicestream und damit den Markteintritt zahlte die Telekom rund 26 Milliarden Dollar in eigenen Aktien. Die Telekom-Aktien notieren beim Zweifachen des Buchwertes, während die Aktien von Voicestream beim jetzigen Übernahmekurs zum 3,13-fachen Buchwert liegen.

Damit erscheint die Übernahme teuer, doch Mobilfunkdienste dürften langfristig profitabler als Festnetzangebote sein, und ohne eine Prämie wäre der Markeintritt wohl nicht zu haben gewesen. Außerdem wird die TK-Welt des 21. Jahrhunderts voraussichtlich von globalen Mobilfunkmultis dominiert werden. Damit gibt es für regionale Anbieter nur die Flucht in die Größe. Der Aktienkurs von Voicestream ist von nun an durch den Telekom-Kurs bestimmt. Ein Engagement in das Papier bedeutet damit den Kauf der Telekom-Aktie und ist gegenwärtig noch neutral einzuschätzen.

Von Markus Lindermayr*