Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

24.05.2002 - 

Kolumne

"Vollmundige Sparversprechen"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Es ist nicht leicht, Ansprüche zurückzuschrauben und zu sparen. Vor allem IT-Manager tun sich schwer damit. Ihre Kosten setzen sich in der Regel zusammen aus Ausgaben für Personal, Equipment, Leitungsentgelte sowie Software und Service. In Auftrag und in Anspruch genommen werden die Leistungen meistens von den Fachabteilungen, die sie entweder im Umlageverfahren oder nach dem Verursacherprinzip bezahlen.

In Krisenzeiten, in denen alle Fachbereiche versuchen Kosten einzusparen,sind die Leistungen der IT-Abteilung so etwas wie die natürliche Wahl für den Rotstift. Werden sie per Umlage abgerechnet, sieht sich die IT-Führung schon sehr bald mit der Sinnfrage konfrontiert: "Wozu brauchen die so viel Personal? Die CPU-Zeiten gibt es woanders viel billiger. Der User-Helpdesk beschäftigt zwar viele Leute, aber wenn man mal jemanden braucht, ist niemand da. Das E-Procurement- und das Intranet-Projekt haben längst nicht das gebracht, was uns versprochen wurde. Hätten wir das Ganze im Outsourcing nicht billiger bekommen?" Gilt die Leistungsabrechnung, versuchen die Fachbereiche zunächst, weniger Dienstleistungen abzunehmen. Merken sie dann, dass sie auf die Services der IT doch nicht verzichten können, gilt auch hier das weiter vorn beschriebene Szenario.

In einem solchen Dilemma - einerseits hält das Linienmanagement die IT rein gefühlsmäßig für zu teuer, andererseits sind ihre Leistungen aber unverzichtbar - staut sich natürlich viel Frustration und Wut auf, die auch die erste Führungsebene ("da müsste man mal durchgreifen") zu spüren bekommt.

Berater haben in solchen Situationen leichtes Spiel. Sie müssen lediglich eine möglichst drastische Senkung der IT-Kosten versprechen, um Gehör zu finden. Was sie dann aber vorschlagen, kommt oft nicht über Allgemeinplätze hinaus: Die IT solle zwischen absolut notwendigen und nicht ganz so dringenden Projekten unterscheiden. Außerdem sollten sich die IT-Manager bemühen, zu standardisieren und die Vielzahl der unterschiedlichen Applikationen zu reduzieren. Ein ebenfalls gerne ausgesprochener Rat lautet Zentralisierung und bitte das Nachverhandeln mit Dienstleistern und Telecom-Anbietern nicht vergessen.

Diese Ratschläge sind meist plausibel. Nur lassen sie sich ohne die Fachabteilungen nicht in Sparmaßnahmen umsetzen. Das beginnt bei der Bereitschaft zur Vereinheitlichung der Systeme und endet mit Rentabilitätsbetrachtungen, die angestellt werden müssen, bevor die IT einen Projektauftrag bekommt. Außerdem wäre es in diesem Zusammenhang nur fair, wenn Produktivitätsgewinne, die in den Abteilungen durch DV-Einsatz erzielt werden, gegen die Kosten gerechnet würden. Aber das ist wahrscheinlich zu viel verlangt.