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15.02.1991

Vom Copiertelegraphen zum Fax

1847 Erste Übertragungsversuche durch Frederik Collier Bakewell zwischen London und Slough.

1848 Bakewell beantragt für seinen Copiertelegraphen ein englisches Patent, das sich in erster Linie auf die Erzeugung von "copies of writing, of print, or of other characters, symbols or designs" bezog (Zetsche, Geschichte der Telegraphie).

1855 Abb Giovanni Caselli erhält ein französisches Patent für einen Copiertelegraphen, mit dem erst im Jahr 1861 erfolgreiche Übertragungen zwischen Paris und Amiens durchgeführt werden konnten.

1869 Copiertelegraph von Gyot d'Arlingcourt. Die Synchronisierung zwischen Sender und Empfänger wurde nach dem Start-Stop-System gelöst.

Das zu übermittelnde "Telegramm" wurde mit nichtleitendem Firnis (Lack) auf eine Metallfolie geschrieben oder in eine lacküberzogene Folie eingekratzt, auf eine drehbare Trommel aufgespannt und von einem Abtastgriffel, der mit konstantem Vorschub (1/20 Zoll

pro Umdrehung, entspricht etwa 0,13 mm) längs der Trommel bewegt wurde, abgetastet.

An der Empfangsstation wurde ein mit blausaurem Kalium getränkter und mit verdünnter Salzsäure befeuchteten - und damit leitender - Papierbogen auf die Walze aufgespannt und der Abtastgriffel entlang der rotierenden Trommel bewegt. Durch elektrolytischen Stromdurchfluß wurde das Aufzeichnungspapier eingefärbt.

1872 Praktischer Einsatz von Copiertelegraphen auf der Strecke Paris - Marseille. Größere wirtschaftliche Bedeutung blieb dem auf rein mechanischer Basis arbeitenden Copiertelegraphen im Wettbewerb mit dem praktischeren Morsetelegraph zwar versagt, sie können aber als Vorstufe für die heutige Faksimiletechnik angesehen werden.

1903 Der deutsche Physiker Arthur Korn (1870-1945) beginnt mit Versuchen zur elektrischen Bildabtastung mittels einer Selenzelle. Erst im Jahr

1907 gelang die erste praktische Bildübertragung auf der Strecke München - Berlin. Durchbruch der Bildtelegraphie jedoch erst nach Erfindung der Verstärkerröhre.

1924 Professor August Karolus (1899-1972) beginnt zusammen mit Siemens & Halske, Telefunken und Mitarbeitern der damaligen Reichspost mit richtungsweisenden Arbeiten.

1927 Der deutsche Reichskanzler und der österreichische Bundeskanzler konnten die ersten "internationalen Bildtelegramme" anläßlich der Inbetriebnahme eines neuen Kabels Berlin - Wien austauschen.

Die Übertragung eines Bildtelegramms mit dem Format 10 cm x 10 cm datierte damals sechs Minuten und kostete 20 Reichsmark.

1929 Einführung eines "Öffentlichen Bildtelegraphendienstes" zunächst zwischen Berlin, Frankfurt und Kopenhagen, der in den Folgejahren planmäßig ausgebaut wurde. Hauptanwender waren Pressereporter und Bildagenturen.

Ende der 20er Jahre wurden neben den auf fotografischer Grundlage arbeitenden Bildsendern und Empfängern, die neben Schwarz und Weiß alle Zwischentöne wiedergeben konnten (sogenannte Halbtonbilder), auch Geräte für die Abtastung und Aufzeichnung von nur schwarzen und weißen Bildelementen - sogenannte Faksimileapparate - konstruiert. Sie wurden für die Übermittlung von Wetterkarten ("Wetterfax") und Pressebildern eingesetzt.

1928 Wetterfax von Dr. Hell (Kiel). Als Synchronantrieb diente ein Grammophonlaufwerk, eine mechanische Kupplung sorgte für zeitgerechte Einphasung.

Am Anfang der 40er Jahre wurden Faksimileapparate auch in den Netzausläufern des Telegraphenbetriebs zur Übermittlung von Telegrammen eingesetzt. Etwa zur gleichen Zeit wurden Faksimilieapparate auch als private Zusatzeinrichtungen im öffentlichen Telefonnetz zugelassen. Übertragungen zwischen Geräten verschiedener Hersteller waren jedoch nicht immer gewährleistet.

1948 Western Union stellt mit dem "Desk-FAX" den ersten preiswerten Tischfernkopierer vor. Er diente fast ausschließlich der Übermittlung von Telegrammen.

1956 Dr. Hell (Kiel) bringt den Hell-FAX KF 108 heraus, der in den folgenden Jahren unter anderem in großen Stückzahlen in den Netzausläufern des Gentex-Netzes zum Aufnehmen und Zuschreiben von Telegrammen eingesetzt war.

Bis zur Einführung des Telefaxdienstes teilten sich im wesentlichen acht Hersteller/Lieferer den Markt:

- 3 M Deutschland,

- Dr. Hell/Kiel,

- Kalle Infotec/Wiesbaden,

- Olympiawerke/Wilhelmshaven,

- Plessey Deutschland,

- Rank Xerox/Düsseldorf,

- Standard Elektrik Lorenz/Stuttgart und

- TCM-Tele-Copymat/Mörfelden.

1974 Einführung des X400-Fernkopierers von Rank Xerox als erstes Gerät der Gruppe 1, allerdings ohne automatisches Handshaking. Genau genommen war also dieses Gruppe-1-Gerät - wie auch seine Nachfolger - nur ein "Quasi-Gruppe-1-Gerät".

1975 waren etwa 3000 Faksimile-Geräte im Bereich der DBP im Einsatz.

1976 Einteilung der Fernkopierer durch CCITT - in Abhängigkeit von der für die Übermittlung einer DIN-A4-Seite erforderlichen Zeit - in drei Gruppen. Gleichzeitig empfiehlt die KtK die Einführung eines "Fernkopierer-Dienstes".

1978 werden in der FTZ-Richtlinie 18 R 52 die Bedingungen für die Zulassung von Fernkopierern der Gruppe 2 für den Telefaxdienst niedergelegt.

Am 1. Januar Einführung des Telefaxdienstes und Einrichtung des Telefax-Text-Centers (TTC) in Frankfurt am Main.

1980 Probeweise Einführung des Telebriefdienstes. CCITT legt in der Empfehlung T.5 die Parameter für Fernkopierer der Gruppe 4 endgültig fest.

1982 Ausweitung des Telefaxdienstes auf Gruppe-3-Geräte.

1984 CCITT beschließt Empfehlung für Gruppe-4-Geräte.

1987 Vorstellung der ersten Gruppe-4-Geräte auf der CeBIT-Messe in Hannover.

1990 Bis zum Ende des Jahres waren etwa 700 000 Fernkopierer am Netz der DBP angeschlossen.

Prognose

Zur Zeit sind beim Telefaxdienst folgende Entwicklungen erkennbar:

- die Preise für Endgeräte werden weiter sinken;

- die Gerätevielfalt wird weiter zunehmen; einen wesentlichen Anteil werden dabei Mehrdienst-Endgeräte - zum Beispiel Fernkopierer kombiniert mit Komforttelefon - haben; der Anteil des PC-Fax an der künftigen Entwicklung bleibt abzuwarten;

- DV- und servergestützte Telefax-Anwendungen (Kategorie-B-Geräte) werden an Bedeutung gewinnen;

- der Bedienkomfort der Telefaxgeräte wird weiter zunehmen;

- die Telefonverbindungsgebühren wurden oder werden in drei Stufen, jeweils zum 1. April 1989, 1990 und 1991 gesenkt, Fernkopieren wird damit noch preiswerter;

- Telefax-Anlagen werden - bei Großteilnehmern - Bedeutung erlangen;

- die Anzahl der Teilnehmer am Telefaxdienst wird weltweit weiter steigen (nach einer Prognose für 1993 auf über 20 Millionen).