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05.02.2016 - 

Bargeld-Limit

Vom Für und Wider einer 5000-Euro-Grenze

Bargeld hilft vor allem Kriminellen - meinen die Befürworter des digitalen Bezahlens. Sie würden Schein und Münze am liebsten ganz abschaffen. So weit will der Bund nicht gehen. Doch allein schon der Gedanke an eine Obergrenze für Barzahlungen erhitzt die Gemüter.
Führt auch Deutschland bald eine Obergrenze für Bargeldzahlungen ein? In der Bundesregierung ist ein Betrag von 5000 Euro im Gespräch. Der Vorstoß entfacht die Debatte über das Für und Wider von Schein und Münze neu.
Führt auch Deutschland bald eine Obergrenze für Bargeldzahlungen ein? In der Bundesregierung ist ein Betrag von 5000 Euro im Gespräch. Der Vorstoß entfacht die Debatte über das Für und Wider von Schein und Münze neu.
Foto: Matthias Pahl - shutterstock.com

Was soll ein Bargeld-Limit bringen?

Kriminelle hätten es schwerer, argumentieren die Befürworter. Schwarzarbeit, Drogengeschäfte, Geldwäsche, Steuerhinterziehung - alles das wäre leichter zu überwachen, müsste es über elektronische Kanäle abgewickelt werden. Bargeld gilt zudem als wichtiges Vehikel für die Terror-Finanzierung. Somit könnte eine Obergrenze für Zahlungen mit Schein und Münze kriminelle Machenschaften eindämmen.

Wie sind die Regelungen in anderen Staaten?

Deutschland wäre in bester Gesellschaft. In zwölf Staaten in Europa gibt es bereits Höchstgrenzen für Bargeldzahlungen. In Spanien etwa gilt seit 2012 bei Barzahlungen eine Obergrenze von 2500 Euro, sofern einer der an einem Geschäft Beteiligten Unternehmer oder Freiberufler ist. Kann der Zahler nachweisen, dass er in Spanien steuerlich nicht veranlagt und kein Unternehmer ist, gilt eine Obergrenze von 15000 Euro. In Italien gilt seit diesem Januar eine Begrenzung von 3000 Euro, zuvor waren es 1000 Euro. Die Anhebung soll Dienstleistungen in der wichtigen Tourismusbranche erleichtern. Kritiker warnen, die höhere Grenze könnte illegale Geldgeschäfte in Italien begünstigen.

Wäre es nicht konsequent, Bargeld gleich ganz abzuschaffen?

Glaubt man Deutsche-Bank-Chef John Cryan, ist Bargeld ohnehin ein Auslaufmodell. "Cash ist fürchterlich teuer und ineffizient", urteilte der Brite beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Immer wieder kursiert auch die Warnung vor Gesundheitsgefahren durch dreckiges Bargeld: Der Kreditkartenanbieter Mastercard etwa führte Studien an, wonach sich auf einer durchschnittlichen europäische Banknote 26000 potenziell gesundheitsschädliche Bakterien tummeln.

Bringt eine Begrenzung den gewünschten Effekt?

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht sowohl die 5000-Euro-Grenze als auch den Vorstoß aus der SPD, den 500-Euro-Schein abzuschaffen, um Kriminalität und Geldwäsche einzudämmen, skeptisch. "Glauben Sie, dass kriminelle Handlungen deshalb unterbleiben, weil es den 500-Euro-Schein nicht mehr gibt? Inwieweit ein Verbot von größeren Bargeldtransaktionen illegale Aktivitäten unterbindet, ist ebenfalls eine offene Frage", sagte Deutschlands oberster Währungshüter vor einigen Tagen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Brauchen Kriminelle überhaupt Bargeld für ihre Geschäfte?

"Schlupflöcher - auch in anderen Ländern - wird es immer geben", meint Oliver Hommel, Zahlungsverkehrsexperte bei der Beratungsgesellschaft Accenture. "Wenn Löcher in Deutschland geschlossen werden, sind sie noch nicht weltweit geschlossen." Notwendig wäre zumindest eine einheitliche europäische Lösung - und selbst dann könnten Kriminelle ausweichen.

"Wir sehen, dass digitale Währungen wie Bitcoins im Bereich der organisierten Kriminalität mittlerweile eine gewisse Rolle spielen - auch weil diese sich im Augenblick einer effektiven staatlichen Aufsicht entziehen", erklärt Hommel. So bestellen sich etwa Geldfälscher nach Erkenntnissen der Bundesbank zunehmend Hologramm-Sticker zum Aufpeppen ihrer "Blüten" übers Internet - bezahlt wird mit Bitcoins.

Was würde ein Bargeld-Limit für Verbraucher bedeuten?

"Der Einstieg in den Ausstieg vom Bargeld öffnet das Tor für eine absolute Kontrolle der Verbraucherinnen und Verbraucher", warnt Deutschlands oberster Verbraucherschützer, Klaus Müller. "Wer kauft wann, was, zu welchem Preis, an welchem Ort? In Zeiten von Big Data gibt es keinen besseren Datenschutz als bares Geld." Das Recht auf anonymes Einkaufen müsse berücksichtigt werden.

"Die Diskussion um Obergrenzen für Bargeldzahlungen muss vor diesem Hintergrund mit Augenmaß geführt werden", forderte Müller. Denn dass auch Plastikgeld Risiken birgt, zeigte sich erst kürzlich wieder: Weil Kriminelle versuchten, an Daten von Kreditkarten zu kommen, tauschten mehrere Banken Zehntausende Karten aus. "Hundertprozentige Sicherheit gibt es nirgendwo", konstatierte Visa-Deutschlandchef Albrecht Kiel.

Die Deutschen ganz ohne Bargeld - ist das überhaupt vorstellbar?

Gerade die Deutschen hängen an Schein und Münze. Während etwa Schweden und Dänemark ihren Zahlungsverkehr radikal digitalisieren, zahlen die Menschen in Deutschland nach wie vor vor allem bar: Bei 79 Prozent der Transaktionen, wie die Bundesbank anhand Daten von 2014 errechnet hat. Gut die Hälfte (53 Prozent) der Umsätze im Einzelhandel werden mit Bargeld abgewickelt.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch in zehn Jahren noch Bargeld in Deutschland geben wird", sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. "Ob und wann das Ende für das Bargeld kommt, entscheiden die Kunden", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes HDE, Stefan Genth. Schein und Münzen ganz verbieten will die Bundesregierung auch gar nicht, wie Finanzstaatssekretär Michael Meister (CDU) am Mittwoch versicherte: "Das Bundesfinanzministerium ist der Meinung, es soll auch in Zukunft Bargeld geben." (dpa/rs)

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quaelgeist

Bis zur Wahl sind solche Prognosen auf jeden Fall vergessen. Da wollen sich nur ein paar Lohnschreiber interessant machen, so nach dem Motto " Herr Lehrer ich weiß was"
Na und das Bargeld, keines zu haben ist nur für Diktaturen interessant, Macht haben, Geld sperren um besser unterdrücken zu können. Angeblich soll damit ja auch die Korruption unterbunden werden, aber wer lässt sich Heutzutage schon noch mir Bargeld schmieren? Politiker bekommen einen Job als Frühstücksdirektor in der Wirtschaft, z.B. Bei Bielfingen oder Gazprom, bei anderen ist es die Bahn oder Mercedes USW.

CAD-Robert

Neulich stand in unserer "Oberschwäbischen Zeitung" eine Wahlprognose auf das Zentel(!!)-Prozent genau. Beispielsweise "FDP: 5,1%". Ich weiß nicht, was manche Redakteure zu sich nehmen, aber gesund kann das auf keinen Fall sein.

Wenn ich mich aber ernsthaft mit "Bargeldgrenze EUR 5.000,-" auseinander setzen muss, kann ich bis einschließlich heute selber noch nicht sagen, was ich am Wahltag ankreuzen werde....

So wird es wohl noch vielen gehen.

Also ist es ein doppeltes Rätsel, woher die "Forscher" (mit Kopftuch, schwarzer Katze auf dem Buckel vor einer Glaskugel sitzend) wissen wollen, was WIR wählen werden. Auf jeden Fall KEINEN, der eine EUR 5.000,- Bargeldgrenze fordern wird!

Es genügt vollauf, wenn die Banken eine Meldepflicht für Bargeldeinzahlungen ab einer gewissen Höhe haben. Mehr braucht es wirklich nicht, meine Damen und Herren in Berlin.

quaelgeist

Bargeldlos hat nur Vorteile für die Regierungen die einen gläsernden Menschen haben wollen

Matthias Haufa

Kontra: Was ist wenn das "Internet" (Kommunikationsnetzwerk
für Transaktionen) ausfällt? Z.B. Sonnensturm, Krieg, Terror, Baggerfahrer, Softwarefehler, Hacker, egal irgendetwas. Wie bezahle ich dann ohne Geld? Mein Vermieter oder das Finanzamt usw. die können warten, doch wie bezahle ich Nahrungsmittel, Sprit usw.
Muss ich mir dann zur erhaltung der Zahlungsfähigkeit Gold- und Silbermünzen zulegen?

Ich sage da nur Der Stromausfall im Münsterland - durch Schneechaos

BARGELDLOS – BÖSE FALLE.

Peter W. Krueger

Es geht nur um den gläsernen Bürger. In diesem Zusammenhang möchte ich auch an den Film Staatsfeind Nr. 1. erinnern. Wie schnell kann einem der Geldhahn abgedreht werden.

CAD-Robert

Ein sehr guter Artikel mit einer sauberen Ausarbeitung aller relevanter Argumente. Der Verdacht liegt nahe, dass die Hauptzielgruppe tatsächlich der "gläserne Bürger" sein soll. Folgende zwei Argumente:
1.) Den "koffertragenden Bargeldkurier" gibt es nur in billigen Filmen
2.) Ein echter Krimineller läßt sich nicht durch ein Gesetz beeindrucken.

winwin

Dass ausgerechnet der Deutsche so sehr am Bargeld hängt, hat wohl zum großen Teil mit einem Misstrauen den Herstellern von Smartphones und Smartphone-Betriebssystemen... wie 1.) Apple, 2.) Google, 3.) Samsung und den übrigen Unbekannten gegenüber zu tun. Dies könnte die Stunde von Microsoft und ihren für Stabilität, Sicherheit und Konvergenz bekannten Lumia Smartphones mit dem Betriebssystem Windows 10 mobile sein.

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