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04.02.1983 - 

Online 83: Komprimierte Information in vier Tagen

Vom Kabelpilotprojekt zur MikrosoftwareDÜSSELDORF (pi) - In sechs Kongressen. 24 Symposien und 180 Referaten versucht die Online 83, einen Überblick über den derzeitigen Wissensstand zum Thema "Technische Kommunikation" zu geben. Mit neuen Produkten der

- Informationstechnologien - dargestellt am Beispiel der Auftragsabwicklung im mittelständischen Maschinenbau

Referent: Dr. H. Lippold, Dipl.-Kfm., Projektleiter Bifoa an der Universität Köln

Die Gestaltung integrierter Informationssysteme ist eine aktuelle Herausforderung auch für Klein- und Mittelbetriebe. Das Unternehmungspotential in Form von Personal, Sachmitteln, Informationen und Kapital ist dabei in zweckmäßige aufbau- und ablauforganisatorische, personelle und technologische Maßnahmen umzusetzen, um die betriebliche Effektivität und Effizienz zu steigern. Im mittelständischen Maschinenbau wird - wie in vielen anderen Unternehmungen - die Aufgabenerfüllung dabei vor allem durch die Lieferzeit, Kosten, Liquidität, Kapazitäts(-auslastung) und Qualität der Produkte gemessen.

Die Generallinie der künftigen Entwicklung integrierter Informationssysteme als komplexe Gestaltungsaufgabe muß insgesamt hinauslaufen auf

(1) eine umfassendere Information und aktive Einbeziehung der Betroffenen in den Gestaltungsprozeß solcher Systeme;

(2) vermehrte organisatorische Veränderungen der Mittelbetriebe, weil ihre gewachsenen Strukturen oft nicht mehr zeitgemäß sind;

(3) interdisziplinär, vor allem in Zusammenarbeit von Betriebswirten und Ingenieuren, erarbeitete Konzepte zur integrierten Auftragsabwicklung sowie das Aufzeigen von Systemalternativen; ein integriertes, dialogorientiertes System mit einer zweckmäßigen Mischung zentraler und dezentraler Elemente und intelligenten Bildschirmarbeitsplätzen in den Fachabteilungen dürfte favorisiert sein, ist aber auch sehr organisationsaufwendig;

(4) einfacher zu bedienende, komfortablere und problemlos verknüpfbare Hardwarekomponenten verschiedener Hersteller;

(5) preiswertere, benutzerfreundliche und modular aufgebaute Software;

(6) insgesamt eine größere Transparenz des Marktangebots an Informationstechnotogien; (7) bessere, individuelle externe Beratung und Unterstützung der Anwender zu angemessenen Preisen;

(8) eine umfassendere Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Systeme, bei der den Kosten auch qualitative Nutzengrößen (Qualität der Korrespondenz, kürzere Aufgaben- und Auftragsabwicklungszeiten, Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter) gegenübergestellt werden.

Praktischer Einsatz des Mikrocomputers im kommerziellen Bereich für kleinere und mittlere Unternehmen

Referent: Dr. U. Schwanengel, Leiter Software-Entwicklung, Socom GmbH, München

Der kleine Unternehmer läßt seine Buchhaltung heute noch in der Regel über datenverarbeitende Organisationen und Rechenzentren abwickeln. Inzwischen liegt es für ihn aber schon im Bereich des wirtschaftlich Möglichen (und sogar Erstrebenswerten), das zu tun, was sich bis vor kurzem nur größere Unternehmen leisten konnten: nämlich sich die eigene EDV-Anlage ins Haus zu stellen, sprich sich einen Mikrocomputer samt Anwendungssoftware zuzulegen.

Welche Chancen erwachsen ihm daraus?

- Er erhält maschinelle Unterstützung vor Ort bei der Bewältigung bürokratischer Aufgaben.

- Er wird unabhängig von datenverarbeitenden Organisationen für Buchführungspflichtige und kann seine Unterlagen im Haus behalten.

- Er kann den Informationsfluß in seinem Betrieb besser kontrollieren und steuern und findet Unterstützung für termingerechtes Handeln. So kann er per Knopfdruck über aktuelle Übersichten wie Lagerbestand und Forderungen verfügen.

- Er kann problemlos den Umfang des Geschäftsablaufs erweitern (im Rahmen der gegebenen Kapazitäten).

- Er begegnet der Gefahr sich anhäufender Forderungen, die ihm aus zu langsamer Rechnungsschreibung und schlecht organisiertem Mahnwesen erwächst. Aus ihr resultiert häufig mangelnde Liquidität.

Welche Gefahren sollte er dabei beachten?

Die Anschaffung eines Mikros ist eine Investition, die bei einem Gerät mittlerer Kapazitäten zwischen 15 000 Mark und 25 000 Mark liegt. Damit diese Investition sich wirklich auszahlt, muß konsequent auf die hausinterne EDV umgestellt werden. Nur wenn bei der Eingabe in den Computer Disziplin gewahrt wird können die Übersichten, Listen etc. den aktuellen Stand widerspiegeln und sich vorteilhaft auswirken.

Vor allem während der Umstellungsphase besteht die Gefahr des Rückfalls in alte Gewohnheiten. Dann nämlich, wenn der Reiz der neuen Anlage als "Spielzeug" verflogen ist.

Kongreß 4

Mikrocomputer - Entwicklung vom Hobbygerät zum Arbeits- und Kommunikationsmittel Mikrocomputer und Ergonomie-Entwicklung vom Hobbygerät zum Arbeitsmittel

Referent: Dr. A. E. Cakir, Leiter des Ergonomic Institutes, Berlin

Die Geschichte der Mikrocomputer fing vor noch wenigen Jahren relativ anspruchslos an. Man glaubte einen großen Anwenderkreis im privaten Bereich zu finden. Eine Fehleinschätzung, die auch die Planer von Bildschirmtext in gleicher Art und Weise praktizierten. Schon wenige Monate nach Ankündigung des ersten "Home-Computers" auf dem deutschen Markt war jedoch bereits die erste Anwendung für einen professionellen Einsatz realisiert.

Bei Bildschirmtextsystemen, die an Arbeitsplätzen Verwendung finden sollen, mußte man nachträglich die Spezifikationen ändern und sie den Anforderungen der gültigen DIN-Normen über die Gestaltung von Bildschirmgeräten und der Sicherheitsregeln für Bildschirmarbeitsplätze anpassen. Müssen Benutzer von Mikrocomputern sich mit Arbeitsmitteln begnügen, deren Qualität sich an den Anforderungen der Hobbyanwender orientiert?

Wir haben das erste Produkt, das auf den Markt kam, für den eigenen Gebrauch gekauft. Der Rechner sollte zu einem kleinen Prozeßrechner ausgebaut werden. Positiv überrascht waren wir eigentlich nur vom relativ niedrigen Preis. Die Maschine war mehr oder weniger ein Flickwerk aus einer guten Zentraleinheit, einem Fernseher sowie einem Kassettenrecorder in billigster Kaufhausqualität und zusätzlich einer "Kindertastatur", alles in einem Gehäuse vereinigt. Der Drucker, auf den wir lange warten mußten, war nicht preiswert, sondern nur billig.

Dieser Zustand änderte sich sehr schnell, als man merkte, daß der eigentliche Markt für diese Maschinen in der professionellen Anwendung besteht. Als erstes verschwand die "Kindertastatur", danach der Kassettenrecorder. Der Mikrocomputer entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem brauchbaren Arbeitsmittel, wenn man seine Hardwareausstattung berücksichtigt.

Angesichts des Preisunterschieds - mancher Mikrocomputer kostet weniger als ein Terminal - mußte man die Qualität der Peripherie, insbesondere des Bildschirms und der Tastatur, im Hinblick darauf kritisch überprüfen, ob man realistischerweise annehmen kann, daß die ergonomischen Anforderungen, die an die Bildschirmgeräte gestellt werden auch von Mikrocomputern erfüllt werden können.

Abbau einer Widerstandsschwelle für die Breitenanwendung von Mikrocomputern

Referent: H. B. Ohmen, geschäftsführender Gesellschafter, Vector Graphic Mikrocomputer-Systeme Vertriebsgesellschaft mbH, Düsseldorf

Von vielen Auguren wird eine zweite industrielle Revolution vorhergesagt, die durch die bevorstehende Massenanwendung von Computerleistung ausgelöst werden könnte. Die ersten Ausläufer der Auswirkungen von umfassender Rationalisierung finden sich heute schon in der steigenden Arbeitslosigkeit.

Hier liegt die Aufgabe der Bundesregierung in der klaren Analyse der Hintergründe von Arbeitslosigkeit und der Schaffung geeigneter Maßnahmen wie Umschulungsprogramme. Solcherlei Maßnahmen erfordern bei den Betroffenen allerdings ein gerüttelt Maß an sozialer Mitverantwortung und auch die nötige Flexibilität um die Bereitschaft für Umschulung zu bekunden.

Nur ein solcher Anpassungsprozeß mindert die augenscheinlich negativen Auswirkungen der Massenanwendung von Computern und hilft die Zukunft zum neuen Fortschritt meistern.

Dieser Prozeß verlangt aber von allen Beteiligten ein hohes Maß an Investition an Geld und menschlicher Bereitschaft und Toleranz. So muß auch der Hardwarehersteller sich einer verständlichen Sprache für die Computerbenutzung durch Nichtfachleute ebenso befleißigen, wie der potentielle Anwender die notwendige Flexibilität zum toleranten Verständnis der sich nur begrenzt äußernden Maschine.

Für alle jene, die erfahrene Fachleute sind, sollte es daher eine Pflicht werden, das Breitenverständnis in der arbeitenden Bevölkerung für den selbstverständlichen Computereinsatz dadurch zu fördern, indem der Computer versimplifiziert und die Scheu vor Big Brother abgebaut wird.

Es nützt uns allen ganz und gar nichts, wenn wir die derzeitige weltweite Rezession beklagen. Erkenntnisse durch strukturelle Analyse zu sammeln und neue noch nicht praktizierte Lösungen suchen und anwenden, sollte die Devise sein. Herkömmliche Methoden helfen in Zukunft kaum.

Unser gesamter Informationszyklus ist durch die Technik schneller geworden. Wir müssen uns alle hier anpassen.

Anforderungen an die Standardanwendungssoftware von Mikrocomputern - Problematik und mögliche Lösungswege

Referent: Prof. M. Bues, Dipl.-Kfm., Fachhochschule Furtwangen

Bei Standardanwendungssoftware für Mikrocomputer ist die Anonymität des Endanwenders ein spezielles Phänomen, das durch die für diese Art von Software erforderlichen hohen Stückzahlen bedingt ist. Aus dieser Anonymität resultiert die Forderung, die Unterstützung des Anwenders bei Implementierung und laufender Benutzung der Software durch mitgelieferte Hilfsmittel sicherzustellen. Die Dokumentation der Anwendung übernimmt hier die tragende Rolle. Sie muß deswegen viel stärker auf das Lern- und Arbeitsverhalten dieser Zielgruppe abgestimmt werden, als dies bislang der Fall war. Die Personenunabhängigkeit der Unterstützung ist ein Ziel das im unmittelbarsten Interesse der Softwareentwickler liegt.

"Flexibilität" ist ein weiteres zentrales Aufgabenfeld bei der Entwicklung von Standardanwendungssoftware für Mikrocomputer. Es ist Flexibilität in dreierlei Sicht zu unterscheiden: funktionale, formale und hardwarebezogene Flexibilität. Es ist kritischer als bisher zu prüfen, wo Softwarepakete wirkliche oder nur vermeintliche Flexibiliätsansprüche zu erfüllen haben.

Vor einer funktionalen Überladung der Standardanwendungssoftware für Mikrocomputer muß gewarnt werden. Gerade wir Deutschen neigen aus dem uns eigenen Hang zur Perfektion dazu, wirtschaftlich sinnvolle, pragmatische 90prozentige Lösungen abzulehnen. Funktional überfrachtete Software wird unnötig kompliziert in der Handhabung und bedingt wegen der hohen Entwicklungskosten auch hohe Anschaffungskosten für den Endanwender.

Der Absicherung von Fehlerquellen und Abbruchsituationen muß bei der Entwicklung von Standardanwendungssoftware für Mikrocomputer besondere Bedeutung beigemessen werden. Die Software muß in sich so stabil sein, daß auch absurde Benutzerreaktionen keine irreparablen Schäden auslösen. Auch hier übernimmt die Dokumentation eine gewichtige Aufgabe: sie muß in solchen Situationen den Benutzer zu zuverlässiger Eigenhilfe bringen.

Kongreß 5

Lokale Netze, Bürokommunikation und Büroautomation

Lokale Netze: Überblick, Topologien, Protokolle, Beispiele und Leistungen

Referent: Dr. F.-J. Kauffels, Dipl.-Inform., Institut für Informatik, Universität Bonn

Die klassischen Ziele, die mit der Einführung von Rechnernetzen allgemein angestrebt werden, lassen sich mit fünf Schlagworten charakterisieren (18):

Datenverbund: Zugriff auf geographisch verteilte Datenbestände

Lastenverbund: gleichmäßige Verteilung von Lasten in Stoßzeiten

Funktionsverbund: Erweiterung der globalen Funktionalität durch Einbettung verfügbarer Möglichkeiten spezieller Rechner

Leistungsverbund: Bearbeitung eines aufwendigen Problems auf mehreren Rechnern

Verfügbarkeitsverbund: Steigerung der Verfügbarkeit des Gesamtsystems mit einer Mindestleistung auch bei Ausfall von Stationen

Wir wollen nun diese allgemeinen Ziele bezüglich der lokalen Netze reflektieren. Wir stehen heute in einer Situation, in der die existierenden Großrechner bezüglich des sich immer weiter verändernden Benutzeranforderungsprofils gesehen über die Gesamtheit der realen und potentiellen Benutzer zum einen an bestimmten Stellen keine optimale Leistung erbringen können und zum anderen oft die notwendige Flexibilität vermissen lassen. In dieser Situation kommen zwei progressive Entwicklungsströmungen zum Tragen: es treten ständig neue, leistungsfähige Kleinrechner auf den Markt, die in einem begrenzten Aufgabenkreis erheblich kostengünstiger arbeiten als Großrechner und es stehen preiswerte Hochleistungskommunikationsmedien für den Kurz- und Mittesstreckenbereich zur Verfügung.

Die konstruktiv-kooperative Nutzung dieser beiden Strömungen führt zum Konzept der lokalen Rechnernetze:

Datenkommunikationssysteme, welche einer Anzahl von unabhängigen Einrichtungen eine zumeist partnerschaftlich orientierte Kommunikation hoher Datenrate auf relativ begrenztem geographischem Gebiet ermöglichen ((9),(38))

Die lokalen Netze schließen die Lücke zwischen Multiprozessorsystemen einerseits und "remote networks" mit größerer geographischer Ausdehnung andererseits. Die Realisierung eines Datenverbundes ist damit klar. Eine Variante ergibt sich zum Beispiel bei Einbeziehung eines Spezialrechners für Datenbankzugriffe in das Netz; allen stehen nun dessen Daten und dessen Funktionalität zur Verfügung: Funktionsverbund. Die Liste der Beispiele läßt sich fortsetzen. Die weiteren drei Ziele müssen noch von einer anderen Seite her gesehen werden; diese wird durch Struktur und Konzeption des Netzes selbst gebildet. Die Verfügbarkeit einer Mindestleistung zum Beispiel kann nicht unabhängig von, der Verfügbarkeit des Netzes, die sich aus der Verfügbarkeit der Teilnehmersstationen und aus der Verfügbarkeit der Übertragungseinrichtungen als Ganzem zusammengesetzt, gesehen werden. Ebenso kann eine Stoßzeit für Einzelrechner auch eine Stoßzeit für die Netzübertragungseinrichtungen sein, insbesondere, wenn Funktions- und Datenverbund besteht, da alles über die Netzübertragungseinrichtungen transportiert werden muß. Schließlich hängt die Effizienz der Bearbeitung eines Problems im Leistungsverbund nicht nur von der Anpassung des betreffenden Algorithmus an eine verteilte Behandlung sonder auch von einer verzögerungsarmen Kommunikation der aktiven Komponenten ab, wie man von Untersuchungen an Multiprozessoren weiß.

Es stellen sich also folgende Forderungen an die Konzeption eines lokalen Netzes:

- hohe Bandbreite des Übertragungsmediums für raschen Netzzugang und schnelle Nachrichtenübertragung

- geeignete Topologie zur Erreichung der angesprochenen Ziele einschließlich einer hohen Ausfallsicherheit und hoher Modularität

- geeignete Netzprotokolle (Gesamtheit der Vereinbarungen über den Kommunikationsablauf)

- geeignete funktionale und prozedurale Hilfsmittel zur optimalen Ausnutzung der durch Übertragungseinrichtungen und Protokolle gegebenen Möglichkeiten von Seiten der Benutzer

- offene Systemarchitektur zur Forcierung von Modularität, Ausbaufähigkeit, Flexibilität und Akzeptanz.

Erst durch gezielte Selektion und Komposition der Komponenten entsteht ein wirklich leistungsfähiges lokales Netz.

Gateways für lokale Netze Einsatz in den Ebenen des Iso-referenzmodells

Prof. Dr. O. Spaniol, ordentlicher Professor im Fachbereich Informatik, Universität Frankfurt

Die Anzahl der installierten nichtlokalen und vor allem der lokalen Netze wird sich in den nächsten Jahren vervielfachen; dabei wird die Zahl der angeschlossenen Stationen ebenso steigen wie die Anzahl der angebotenen Dienste. Da kein einzelnes Netz alle Dienste mit ausreichender Funktionalität zu vertretbaren Kosten anbieten kann, müssen (Sub-)Netze zu einem Gesamtnetz zusammengeschaltet werden, um diese Aufgabe zu erfüllen. Ein Gateway ist die Gesamtheit von Hard- und Software, die zur effizienten Abwicklung von netzübergreifendem Verkehrsaufkommen erforderlich ist.

Die Koppelung von Netzen mit Hilfe von Gateways bringt neben der Vervielfachung der anschließbaren Dienste und Stationen eine Reihe von weiteren Vorteilen mit sich:

a.) Die Zuverlässigkeit des Netzes wird gesteigert, da sich Fehlersituationen im allgemeinen auf ein einzelnes Teilnetz beschränken; dies führt dazu, daß in solchen Fällen die Kommunikation zwischen Partnern in nicht betroffenen Teilnetzen weiterhin problemlos möglich ist;

b.) das mittlere Antwortzeitverhalten zwischen Stationen wird verbessert, wenn der überwiegende Teil des Verkehrsaufkommens "lokal" (das heißt nicht netzübergreifend) abzuwickeln ist, denn die im Vergleich zum Gesamtnetz geringe geographische Ausdehnung eines Teilnetzes führt bei netzinternem Verkehr zu kürzeren Laufzeiten; außerdem sinkt das Konfliktrisiko bei CSMA/CD-Systemen, und bei Single-Slot-Ring-Systemen steigt die verfügbare Bandbreite;

c.) für unterschiedliche Anwendungen sind Netze mit verschiedenartiger Architektur vorteilhaft. Solche Netze können über Gateways miteinander gekoppelt werden. Für die Benutzer entsteht so ein gleichförmiger (und doch verhältnismäßig einfacher) Zugang zu allen diesen Netzen und den durch sie verfügbar gemachten Betriebsmitteln;

d.) Kostenminderung: Der Anschluß zu den Knoten eines anderen Netzes muß nur in einer Station (nämlich der Gateway-Station) und nicht in allen Netzstationen durchgeführt werden.

Gateway-Lösungen verursachen jedoch eine Reihe von Problemen und offene Fragen, an deren Lösung zur Zeit national wie international mit Nachdruck gearbeitet wird:

1. Kosten für die Gateway-Stationen sowie für Implementierung und Ausführung der zusätzlich benötigten Netzkoppelungskontrolle.

2. Leistungsminderung bei netzübergreifendem Verkehr, der gegenüber dem lokalen Verkehr bezüglich seiner Antwortzeit benachteiligt wird.

3. Inkompatible Protokolle- Anpassungsoperationen zwischen verschiedenen Diensten der beteiligten Netze; unterschiedliche Geschwindigkeiten der beteiligten Netze und damit Speicherprobleme im Gateway etc.

Eines der Ziele der vorliegenden Arbeit ist es, Lösungsalternativen aufzuzeigen, mit denen die negativen Auswirkungen der eben erwähnten Probleme gemildert werden können.

Software-Ergonomie: Schlagwort oder Realität? Wie erfolgt die Umsetzung in die Praxis?

Referent: F. Schwardtmann, Leiter Branchen- und Softwaremarketing, Philips Kommunikations Industrie AG, Siegen

Was läßt sich tun, um auch bei neuen Systemen ein ergonomisch abgerundetes. "Ganzes", bestehend aus Hard- und Software, zu erstellen? Bei der Hardware liegen ergonomische Erkenntnisse schon lange Zeit vor. Dagegen ist die Software-Ergonomie in der Wissenschaft noch ein Stiefkind. Bei der Entwicklung neuer Software wird mindestens die gleich Zeit, die zur Definition des funktionalen Leistungsumfangs benötigt wird, für die Definition der Benutzerschnittstelle aufgewendet. Da wird mit größter Sorgfalt und nach langer Diskussion der generelle Bildschirmaufbau festgelegt, wie er in allen Programmen verwendet werden soll. Die hierarchische Gliederung von Bildschirmmasken und die einzelnen Eingabeformate werden definiert.

Zur Zeit führen wir ein neues mehrplatzfähiges Mikrocomputersystem für den unteren Marktbereich ein. Dadurch sehe ich täglich, welcher Aufwand betrieben wird, um für dieses System benutzerfreundliche Software zu erstellen. Wie ernst wir die Software-Ergonomie nehmen wird dadurch verdeutlicht, daß wir für dieses System neue Software erstellen, obwohl das System mit einem Betriebssystem arbeitet, dem man nachsagt, es sei "Industiestandard". Obwohl für dieses Betriebssystem Standardsoftware am Markt verfügbar ist, die somit auch auf unserem System eingesetzt werden kann. Doch das, was nach unserem Verständnis zu einer benutzerfreundlichen Software gehört, haben wir auf dem Markt dieser Standardsoftware nicht vorgefunden.

Betriebsindividuelle Büroinformationssysteme: Strategien, Methoden und Werkzeuge zur Anforderungsentwicklung

Referent: Dr. S. Florek, Dipl.-Inf., wiss. Assistent der technischen Universität Berlin

Kurzfassung:

Mangelnde Akzeptanz, große Unsicherheit, wechselnde Anforderungen und andere nichttechnische Probleme stellen heute die wesentlichen Innovationsbarrieren beim Einsatz neuer leistungsfähiger Büroinformationssysteme oder bei der Sanierung veralteter Systeme dar und führen zu hohen Kosten, Folgekosen und manchmal zu unlösbaren Problemen. Deshalb bekommen im Entwicklungsprozeß die Phasen der Systemplanung und Anforderungsdefinition sowie der organisatorischen Implementierung und Akzeptanzprüfung immer größere Bedeutung. Damit wächst das Selbstbewußtsein, aber auch die Verantwortung des Anwender. Es liegt auf der Hand, daß man nur durch eine sorgfältige Wahl der Anforderungsentwicklungsstrategie zu einem optimalen betriebsindividuellen Büroinformationssystem gelangen und sich auf die Innovationsbarrieren besser einstellen kann. Zur Unterstützung des Anwenders bei der Auswahl situationsangemessener Hilfsmittel auf dem reichhaltigen Angebot gibt dieser Beitrag daher eine Übersicht über die Dimensionen der Anforderungsentwicklungslandschaft.

Kongreß 6

Datennetze, Netzwerkkonzepte und postalische Kommunikationsdienste

Hat Datex die Landschaft der Datenkommunikation verändert?

Referent: D. Bohnemann, Ing. (grad.), Zentrale Steuerung der Kundenberatung, Fernmeldetechnisches Zentralamt, Darmstadt

Die Entwicklung der Transportdienste der Datenkommunikation im Laufe der letzten 16 Jahre hat eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten in Form der Datendienste hervorgebracht. Sie werden nach anfänglich langsamer Zunahme heute in beträchtlicher Zahl genutzt.

Feste Verbindungen werden heute noch zu einem überwiegenden Anteil als die attraktivste Anwendungsform für geschlossene Systeme angesehen. Die Datex-Dienste mit ihren Möglichkeiten der Wählverbindungen zu wechselnden Zielen und ihren zusätzlichen Merkmalen, die festen Verbindungen gleichzusetzen sind, schaffen Alternativen, die im

Hinblick auf die Entwicklung der offenen Kommunikationssysteme erweiterte infrastrukturelle Voraussetzungen bieten. Die Landschaft der Datenkommunikation hat damit neue Akzente erhalten, die Überlegungen der Anwender entgegenkommen dürften.

Datex hat die Landschaft der Datenkommunikation wesentlich verändert. Die Datenübertragung ist sicherer, schneller und in vielen Fällen preiswerter geworden. Allerdings wird die Nutzung des Telefonnetzes im Nahbereich und in verschiedenen Auslandsverkehrsbeziehungen sowie bei einigen Anwendungen (zum Beispiel Sammlung geringer Datenmengen) weiterhin attraktiv bleiben. Mit zunehmender Verbreitung moderner Übertragungssteuerungsverfahren, die die Möglichkeiten des Datex-Dienstes optimal ausnutzen, ist eine stagnierende oder zurückgehende Inanspruchnahme des Direktrufnetzes zu erwarten, zumal die beabsichtigte nutzungszeitabhängige Tarifierung im Direktrufnetz auf lange Sicht den derzeitigen Gebührenvorteil aufheben wird.

Probleme des Anwenders bei Planung, Kalkulation und Design von Netzwerken - Praxisbericht

Referent: E. Zander, Hauptabteilungsleiter der Projektgruppe Marketingsystem, Esso AG, Hamburg

Die wirtschaftliche Situation zwingt die Unternehmen mehr denn je dazu, einerseits die Kosten zu minimieren, andererseits aber flexible und leistungsfähige DV-Systeme zu entwickeln. Dies erfordert große Anstrengungen und kann nur bewältigt werden, wenn die Zielsetzung der Anwender mit denen der Hersteller und der Bundespost in Einklang zu bringen sind.

Wir verkennen nicht, daß die Deutsche Bundespost in den letzten Jahren ihr Angebot an Diensten erhöht und auch auf technischem Gebiet viel geleistet hat. Wir begrüßen auch die Bemühungen der Hersteller, moderne Techniken anzubieten. Gleichwohl wünschen wir Anwender, daß unsere Anforderungen und Wünsche mehr Beachtung finden als bisher.

Wir Anwender sind in bezug auf Datenverarbeitung mündig geworden. Der häufig zitierte Satz, daß die Datenübertragung lediglich als Trittbrettfahrer der Telefonie anzusehen ist, dürfte der Sache weni