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16.06.1989 - 

Zentrale Transportlösung für moderne Warenhaus-Logistik:

Vom Lagerregal direkt zum Verkaufsregal

Die Logistik von Karstadt befindet sich in einer Umstellphase. Ein Schwerpunkt der Neuorganisation Ist die Installierung eines zentralen Warenbeschaffungs- und -verteilsystems für Stapelartikel.

Im Januar 1987 wurde in Unna mit dem Bau eines in der ersten Stufe etwa 160 000 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Warenverteilzentrums begonnen, das im Frühjahr 1988 seinen Betrieb aufnahm. Seit diesem Zeitpunkt werden stufenweise die einzelnen Warengruppen zugeführt, so daß ab Anfang 1990 die volle Kapazität erreicht sein wird. In Unna selbst werden dann zirka 120 000 Artikel lagern.

Da in den Filialen durch die zentrale Warenverteilung keine Lagerbestände mehr geführt werden, darf die Lieferzeit von der Auftragserteilung bis zur Auslieferung höchstens 40 Stunden betragen, wobei die echten Zeiten in verschiedenen Relationen bereits in der Einführungsphase unter dem geforderten Limit bleiben.

Um das Prinzip "vom Lagerregal zum Verkaufsregal" zu realisieren, ist ein variabler Transportbehälter erforderlich, der sowohl den völlig unterschiedlichen Volumina der verschiedenen Waren als auch dem sortimentsgerechten Auspacken in den entsprechenden Abteilungen gerecht wird. Hierzu wurde ein spezieller Behälter, ein sogenannter Turm entwickelt, der aus einem leicht rollbaren Grundelement und verschiedenen zusammenfügbaren Unterbehältern besteht und bis zu einer Höhe von 160 cm zusammengebaut werden kann.

Konditionen für die 90er Jahre

Bezüglich der Erstellung eines EDV-Konzeptes entschieden sich die Projektverantwortlichen für eine dezentrale Netzwerklösung auf Tandem-Nonstop-Systemen, die für die komplette Transportsteuerung der Warenströme vom Lieferanten über das Warenverteilzentrum (WVZ) bis hin zur Filiale sorgen. Die mit dem System bislang gewonnenen Erfahrungswerte faßt Projektleiter Hans-Jürgen Warda wie folgt zusammen:

- Zentrale Transportsteuerung, -erfassung und -Abrechnung durch Vernetzung sämtlicher Warenverteilzentren,

- Dezentrale Steuerung der WVZ-internen Transportorganisation zur Optimierung von Verladeflächen und -zeiten; dadurch Optimierung der Versandkosten im Vorfeld, - Unmittelbar bei Abfertigung, Erstellung sämtlicher für den Transport notwendigen Begleitpapiere mit aussagefähigen Zusatzinformationen,

- Ermittlung der optimierten Transportkosten im Zeitpunkt der Abfertigung mit Vorausinformationen des Frachtführers,

- Sicheres und kostenminimierendes Abrechnungssystem ohne hohen Verwaltungsaufwand, - Variable Einsatzmöglichkeit des Systems auch bei anderen Warenwirtschaftssystemen durch geringfügigen Anpassungsaufwand.

Die gemeinsam mit dem Softwarehaus IFI-Institut für Informationsverarbeitung entwickelte Software zeichnet sich unter anderem durch folgende Leistungsmerkmale aus: Stand-alone- oder Zentrallösung für mehrere Versandstellen, einmaliges Erfassen der gewonnenen Daten beziehungsweise aus Vorsystemen, maschinelle Bereitstellplatz-Verwaltung, so daß ein Bereitstellplatz mehrmals täglich genutzt werden kann, systemunterstützte Spediteurauswahl anhand der zulässigen Konditionen, Versorgung der vor- und nachgelagerten Systeme mit Informationen über automatische Schnittstellen sowie einfache Handhabung durch klare Abläufe und Helptasten-Funktionen auf Feldebene.

Ferner ermöglicht das System das Erstellen von Konditionen für die 90er Jahre (zum Beispiel Stückpreise, entfernungsabhängige Preise), Laderaumdisposition als Soll-Konzept für die spätere IST-Verladung, kurzfristige Erstellung endgültiger Versandpapiere im Online-Bereich.

Als Ausbaustufen des Systems werden vollautomatische Dispositionsverfahren, strategische Modellrechnung sowie Exportabwicklung letztere befindet sich in der Realisierungsphase - genannt.

Der Leiter des Softwareteams, Günter Degele, betont: "Die Entwicklung eines derartig komplexen Standardpaketes kann als Musterlösung dafür angesehen werden, wie man mit der Erfahrung von externen Beratern unter Nutzung von Standards, gepaart mit Fachwissen und Interna der Abteilungen, ein kostengünstiges integriertes Gesamtprojekt realisieren kann, ohne die internen Kapazitäten hochfahren und ohne sich von Softwarehäusern abhängig machen zu müssen."