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08.01.1982 - 

Großmessen wecken bei Ausstellern zwiespältige Gefühle:

Vom Prestige allein kann keiner leben

MÜNCHEN (rs) - Als "eine Institution wie die Kirche" fassen einige DV-Hersteller die Hannover-Messe auf. Der Kölner Orgatechnik wird unabhängig von der attestierten Bedeutung der Charakter einer Regionalmesse zugeschrieben. In beiden Fällen wehren sich die Messemanager vehement gegen Diese Einschätzungen.

Trotz des Vergleichs mit der "Institution Kirche" halten die Austeller die Messen keineswegs für heilig. Man werde da hineingeboren und könne nicht austreten, weil das einen schlechten Eindruck mache. Die anderen Aussteller sind ja schließlich auch da. So behaupten denn eine Reihe von DV-Anbietern, hauptsächlich aus Imagegründen beispielweise nach Hannover zu fahren. Der Erfolg dieser Mammutschau sei eher gering.

"Vom Prestige allein", bestreitet Hubert Lange, Vorstandsmitglied der hannoverschen Messegesellschaft, den Sinngehalt dieses Arguments, "kann auf Dauer keiner leben" Die Unternehmen wollen nach Ansicht der Hannoveraner nicht ins CeBIT, weil der Rummel lockt, sondern weil die Qualifikation der Besucher erfreulich hoch sei. Immerhin könnten hier Entscheidungen "auf höchster Ebene" gefällt werden. Lange: "Die Leute sind da."

Auch von der Messegesellschaft regelmäßig durchgeführte Repräsentativbefragungen bei Ausstellern und Besuchern ergeben keinen Hinweis darauf, daß die befragten Gruppen Hannover hauptsächlich unter dem Image-Aspekt sehen. "Das wäre auch eine schwache Basis für die Veranstaltung", kommentiert Lange.

So räumt denn auch ein Hannover-Kritiker aus der DV-Industrie ein, es sei schon interessant, die Branche in einem großen Rahmen zu treffen. Ein Teil der eigenen Kunden sei in Hannover wieder selbst Aussteller. Beim Besucher kommt im Gegensatz zu spezialisierten Branchenmessen nach Ansicht von Honeywell Bull-Pressereferent Heinzgünther Klaus noch die Lust an der Technik hinzu. Die Sachen, über die immer geredet werde, wirklich einmal zu sehen, befriedige auch den Spieltrieb. "Auf einer Spezialmesse läßt man sich nicht berauschen", spöttelt der Kölner, "da ist man im Dienst."

Als "sehr gut" beurteilt ein großer Computerhersteller aus dem süddeutschen Raum reine Fachschauen. Hier habe der Besucher einen bestimmten Erwartungshorizont und wolle sich nicht einfach nur berieseln lassen. An den Hannover-Besuchern bemängelt der Pressesprecher aus Süddeutschland, daß viele nur kämen, um "in" zu sein.

Dies mag Vorstandsmitglied Lange aus der Leinestadt als eigentliche Substanz der "Messe der Messen" nicht akzeptieren: "Das Gefühl, ,in' zu sein, unterstreicht höchstens den Ereignischarakter der Veranstaltung."

Übereinstimmend teilt die Mehrzahl der Anbieter die Meinung, Fachausstellungen böten "unterm Strich mehr". Doch bestreitet niemand ernstlich die Internationalität der beiden großen Messen im Jahr 1982 in Hannover und Köln. Aber immer noch müssen sich die Veranstalter der Orgatechnik mit dem Prädikat "Regionalmesse" herumschlagen.

Ein EDV-Hersteller aus dem Fränkischen glaubt an Hand der Besucherstruktur deutlich den Einzugsbereich Holland, Belgien und Frankreich sowie den westdeutschen Raum für die Kölner Veranstaltung auszumachen. Regionalmesse mögen die Kölner Manager nicht hören und treten dieser Beurteilung massiv entgegen. Es gebe keine Fachmesse in Europa, die so umfassend über Bürowirtschaft berichte. Die Hälfte aller Besucher fahre zu keiner anderen Büromesse in In- und Ausland.

Orgatechnik '82 unter günstigen Vorzeichen

KÖLN (pi) - Bereits ein dreiviertel Jahr vor Beginn der Orgatechnik '82 meldet die Messe- und Ausstellungs GmbH, Köln, höhere Zahlen als bei der Veranstaltung 1980.

Zum Jahreswechsel lägen der Messegesellschaft bereits 1300 Anmeldungen von Firmen aus 25 Ländern vor. Die letzte Orgatechnik hingegen sah 1115 Unternehmen. Mit Frankreich und Kanada haben sich zwei weitere Länder zur Gruppenbildung entschlossen. Damit gibt es 1982 nun offizielle Gruppenbeteiligungen aus 11 Ländern auf der Kölner Bürofachmesse. Die Bruttoausstellungsfläche soll auf 132 000 Quadratmeter von 116 000 in 1980 steigen.

Auch bei den Besucherzahlen geben sich die Kölner optimistisch So sei der Auslandsbesuch zur Orgatechnik '80 um 100 Prozent auf rund 8500 gestiegen. Dies entspricht etwa 10 Prozent der Gesamtbesucherzahl. Sie stieg um 27 Prozent auf knapp 85 000.