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23.02.2001 - 

Kommentar

Vom Saulus zum Paulus?

Microsoft will mit .NET alles anders machen. Bisher galt das Unternehmen als Prototyp eines proprietären Herstellers; es gab kaum einen Standard, den sie nicht für sich vereinnahmen wollten. Dass das Internet als Synonym für den Siegeszug offener Standards stand, wollte die Gates-Truppe lange nicht wahrhaben. Java und Linux waren in den letzten Jahren die großen Wunden, in denen die Konkurrenz mit zunehmender Freude herumstocherte.

Mit .NET könnte Microsoft wieder Aufwind bekommen. Tatsächlich setzt der Konzern auf offene Standards wie XML und einigte sich mit Konkurrenten über Entwicklungen wie Soap oder UDDI. Hinzu kommen einige unerwartete Trends wie Peer-to-Peer-Computing, die Wasser auf Bill Gates Rich-Client-Mühlen sind. Und mit der Common Language Runtime schließlich kann man sich endlich der Plattformunabhängigkeit rühmen.

Abgesehen davon, dass es höchste Zeit für das Unternehmen war, seine Produkte mit Internet-fähigen Konzepten zukunftsfähig zu machen, manövrieren sich die Redmonder damit auf einigen Kriegsschauplätzen aus der jahrelangen Defensive: Durch die sprachoffene .NET-Plattform steht nun nicht mehr Microsoft in der Schuld einer vernünftigen Java-Unterstützung, sondern es kann notfalls immer auf Drittanbieter verweisen. Und was die Lauffähigkeit von Windows-Programmen und vor allem Web-Services auf anderen Betriebssystemen betrifft, wird man nun die Common Language Infrastructure ins Feld führen. Ganz stolz verweist Microsoft darauf, dass einer Portierung auf Linux nichts im Wege steht.

In den Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern hat Microsoft einigen Boden gutgemacht. Eine der entscheidenden Fragen für die Zukunft wird sein, wie ernst es die Redmonder mit offenen Standards meinen. Denn Unklarheiten gibt es dabei noch einige - etwa, was es mit den nebulös angedeuteten Vorzügen von Windows im .NET-Szenario auf sich hat.