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20.09.1991 - 

Absaugsysteme bieten den größten Schutz vor Rauchschäden

Vom Strom geht in Firmen die größte Brandgefahr aus

Die Brandrisiken in elektronischen und elektrischen Einrichtungen, vor allem in mehrstöckigen Bürogebäuden, nehmen ständig zu. Lösungsansätze zu deren Beherrschung und Aspekte des vorbeugenden Brandschutzes in Unternehmen, in denen sieh heute eine hohe Zahl elektronischer Einrichtungen konzentriert, skizziert Heinz Heiner*.

Im Zusammenhang mit Brandschutz versteht man unter "Einrichtung" geschlossene Einheiten wie elektrische Verteil-, Schalt- und Steuerschränke, DV-Geräte etc. Die meisten dieser Einrichtungen sind künstlich belüftet. Brandursache ist in den meisten Fällen der Strom. Er durchfließt Leiter und Halbleiter und verursacht eine Überhitzung, wo immer der Durchfluß behindert wird. Zu diesen Situationen zählen zum Beispiel lose Kontakte, defekte Komponenten, unterdimensionierte, korrodierte oder verklemmte Leiter sowie Kriechströme.

Gefahr durch Rauch häufig unterschätzt

Brände können aber auch von außen an die Einrichtung herangetragen werden. Eine Gefahr, die oft unterschätzt wird, ist der Rauch. Daß der Rauch aber auch das Material bis zur Untauglichkeit beschädigen kann, erkennt man oft erst wenn es um die Schadeneingrenzung nach einem Brand geht. Im Rauch von verbrannten oder teilverbrannten Elektrogeräten, Installationen und Schaltungen sind nicht nur toxisch wirkende Substanzen vorhanden, er enthält auch äußerst korrosive Gase. Ihre Wirkung ist nicht immer sofort erkennbar, aber um so breiter und nachhaltiger.

Zerstörend wirkt dabei besonders die Salzsäure, die beim Verbrennen von Kunststoffen freigesetzt wird. Zusammen mit der Feuchtigkeit in der Luft schlägt sich die Salzsäure auf allen zugänglichen Metalloberflächen nieder und zerfrißt sie buchstäblich

Einem Brandausbruch in einer Einrichtung geht normalerweise ein für Elektrobrände typisches Schwelstadium voraus, das ohne geeignete Detektionsmittel nicht rasch genug, das heißt, in seiner Entstehungsphase, erfaßt werden kann. Die drei wichtigsten Gründe dafür sind: eine ausgesprochen langsame Brandentwicklung mit wenig Thermik, Rauch in abgeschlossenen Räumen sowie die extreme Rauchverdünnung im Raumvolumen.

Seit Jahren sucht die Brandmeldeindustrie nach Lösungen, die eine Frühwarnung gewährleisten; mit Erfolg, wie die Erfahrungen zeigen. Die Lösungen waren aber oft umständlich und aufwendig und deshalb auf Einzelanwendungen beschränkt. Ein neuer Anlauf war deshalb notwendig, um den Durchbruch zu schaffen.

Es geht nicht nur darum, den Brandalarm möglichst frühzeitig auszulösen, sondern auch darum, mit dem Alarm die geeignete Löschmaßnahme zu verknüpfen und die nötigen Sicherungen einzubauen, um eine Fehlauslösung zu verhindern. Schließlich soll auch die Planung der Lösung für alle Anwendungen so praxisgerecht sein, daß sie mit vernünftigem Aufwand an die zuständigen Mitarbeiter vermittelt werden kann.

Heute bietet die Industrie neben den traditionellen Punktmeldern an der Decke drei weitere Systeme zur Überwachung elektrischer Einrichtungen an. Sie beruhen auf der Überlegung, daß auch die kleinsten Mengen von Brandaerosolen so rasch wie möglich zum Melder gelangen müssen. Fehlt ihnen die natürliche Thermik als Transportmittel, muß mit gerichteten Luftströmungen oder Absaugsystemen nachgeholfen werden.

Diese Absaugsysteme, auch Aspirationssysteme genannt, bestehen aus einem Rohr oder Rohrnetz, über das mit einem Ventilator Luftproben aus der Einrichtung abgesaugt und einem Rauchmelder in einem besonderen Überwachungsgerät zugeführt werden. Enthalten die Luftproben Brandaerosole, so lösen sie am Rauchmelder Alarm aus.

Bei diesen Systemen ist der Sog für die Wirksamkeit entscheidend, der Ventilator wird deshalb dauernd überwacht. Nähert sich die Sogwirkung einem kritischen Wert, wird an der Signalzentrale ein Störsignal ausgelöst.

Die Anforderungen an Einrichtungsüberwachungssysteme sind hart und in Anbetracht der Vielfalt der Einrichtungen oft sogar widersprüchlich. Heute versucht man, die Überwachung des gesamten Spektrums der Einrichtungen mit nur drei standardisierten Systemen abzudecken.

System 1: optimiert für die Überwachung einzelner, normalerweise fest montierter Objekte. Das Rohrnetz ist fest verlegt. Ein Rauchmelder befindet sich im Überwachungsgerät.

System 2: ausgelegt auf große Anpassungsfähigkeit. Das System wird an der Außenseite der zu überwachenden Einrichtung angebracht, wobei die besonders dafür entwickelten Ansaugtrichter auf die Abluftschlitze der Einrichtung zu liegen kommen. Diese Systeme lassen sich leicht versetzen und anpassen und erlauben auch die Installation einer Objektüberwachung, ohne daß in das Innere der Einrichtung eingegriffen werden muß.

Ein flexibler Schlauch als Verbindung zwischen Ansaugstutzen und Überwachungsgerät sowie ein oder zwei Rauchmelder genügen .

System 3: ist für die Überwachung einer Vielzahl großer Einrichtungen konzipiert, eignet sich aber auch für den Einsatz in Hohlböden und Hohldecken. Bis zu vier Hauptrohre können an das Überwachungsgerät angeschlossen werden, in welchem für jedes Rohr ein separater Rauchmelder vorgesehen ist.

Die Hauptrohre führen jedes zu seinem Rohrnetz, dessen Stränge je ein Objekt oder eine Objektgruppe wiederum mit einem Rauchmelder überwachen. Werden die Signale dieser Vielzahl von Rauchmeldern geschickt miteinander verknüpft, ergibt sich eine Alarmorganisation, welche die Bedürfnisse des Benutzers optimal in die Praxis umsetzt.

Für die automatische Löschung bietet die frühzeitige und gezielte Brandmeldung, die mit einem gut konzipierten Einrichtungsschutz möglich wird, einen weiteren Vorteil. Jetzt kann nämlich die Löschung örtlich gezielt angesteuert werden und der Brandherd mit einer minimalen Menge von Löschmitteln bekämpft werden. Eines wird dabei deutlich: Guter Brandschutz ist gleichzeitig auch guter Personen- und Umweltschutz.

Es geht sogar noch weiter: Dank der gezielten Alarmierung läßt sich die einzelne von der Brandgefahr betroffene Einrichtung auch abschalten, ohne daß gleich die gesamte Anlage außer Betrieb gesetzt wird. Oft genügt es, den Strom abzuschalten, um den keimenden Brand zum Erlöschen zu bringen, das Löschmittel muß nicht eingesetzt werden.

Diese Aspekte dürfen nicht übersehen werden. Bekanntlich sind weltweit Bestrebungen im Gange, das Halon, ein für Menschen und Sachwerte weitgehend harmloses und für die meisten Brandarten hochwirksames Löschgas, aus Gründen des Umweltschutzes zu verbieten. Als Ersatz steht zur Zeit das CO2 wieder an erster Stelle.