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Firmen suchen nach neuen Wegen der Personalbeschaffung

Vom Werbeplakat zum kostenlosen Studium

09.07.1999
MÜNCHEN (CW) - Wie groß die Not der IT-Firmen in Sachen Personal ist, zeigen zwei aktuelle Beispiele von Hewlett-Packard (HP) und NSE, die nun auch mit unorthodoxen Methoden versuchen, Mitarbeiter anzuheuern.

Je enger der IT-Arbeitsmarkt, desto kreativer die Personalabteilungen. Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man beobachtet, welch ungewöhnliche Maßnahmen sich Firmen einfallen lassen, um Informatikeinsteiger in ihre Firmen zu locken. So hatte es bereits im vergangenen Jahr ein IT-Dienstleister mit Schiffahrten auf dem Rhein probiert. Dieses Jahr nun wirbt ein weltweit agierendes Beratungshaus mit einer Tour ins Mittelmeer, allerdings nur für künftige Beraterinnen.

Auf dem Trockenen dagegen bleiben Hewlett-Packard und das Münchner Beratungshaus NSE AG. Der amerikanische Computerhersteller wirbt in Duisburg an zahlreichen Wänden mit Großflächenplakaten für den Standort Ratingen. Hier beschäftigt HP 1000 Mitarbeiter und sucht laufend Personal. Das Unternehmen merkt eigenen Angaben zufolge, daß Stellenanzeigen bei weitem nicht mehr ausreichen, um an die gewünschten IT-Spezialisten heranzukommen. Deshalb nun diese Plakataktion, von der man sich zusätzliche Aufmerksamkeit und vor allem Bewerber verspricht.

Richtig Geld verteilen will die NSE Software AG, ein seit kurzem am Neuen Markt präsentes Beratungs- und Softwarehaus, das sich auf Sales-Force-Automation-Lösungen für die Finanzwirtschaft spezialisiert hat. Informatikstudenten erhalten bei "entsprechender Eignung" quasi als Bafög-Ersatz eine regelmäßige finanzielle Unterstützung, um ihren Unterhalt zu bestreiten und sich somit ganz aufs Studium konzentrieren zu können. Die Eignung wird in einem ausführlichen Gespräch festgestellt. Es finden also keine Tests statt, wie Unternehmenssprecher Markus Lempa betont.

Darüber hinaus will NSE einen einmaligen Betrag zur Anschaffung von Hard- und Software zur Verfügung stellen. Und wer gleich praktische Erfahrungen sammeln will, darf in den Semesterferien sämtliche Abteilungen des Unternehmens kennenlernen. Die Zahlungen erfolgen wie beim Bafög auf Darlehensbasis und sind nach Studienabschluß zu tilgen. Kommt es allerdings zu einem Arbeitsverhältnis mit NSE, und bleibt der Absolvent mindestens zwei Jahre bei den Münchnern, entfällt die Rückzahlung.

Über die Anzahl der Studenten, die in den Genuß der Förderung kommen sollen, konnte Lempa keine Angaben machen. "Wir nehmen jeden, den wir für geeignet halten." Am Geld dürften solche Aktionen nicht scheitern, der Personalbedarf sei nämlich hoch.

Auf grossflächigen Plakaten in Duisburg wirbt Hewlett-Packard um IT-Nachwuchs.