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19.03.1976 - 

Zur Diskussion um die optimale Finanzierungsform:

Vom Zinsniveau hängt es ab

MÜNCHEN - Die nach wie vor aktuelle Frage: "Mieten, kaufen oder leasen?" stellt potentielle Anwender immer wieder vor Probleme.

Häufig wird die günstigste Wahl übersehen - nicht selten weil der Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten fehlt oder diese nicht richtig eingeschätzt werden. Mit seiner "Technique of Present Value Financial Analysis" gibt Ted Szatrowski, Vicepresident der Peoples National Bank, Seattle, in der amerikanischen Fachzeitschrift "Datamation", Ausgabe Februar 76, eine Entscheidungshilfe. Obwohl sich seine Untersuchung auf den US-Markt bezieht, läßt sie dennoch Schlüsse auf bundesdeutsche Verhältnisse zu.

Die oft aufgestellte Überlegung: "Beträgt die Monatsmiete zum Beispiel 20000 Mark, dann entstehen in 48 Monaten 960 000 Mark an Mietkosten", ist mathematisch zwar richtig, gibt aber ein falsches Bild von den tatsächlichen Aufwendungen, denn die Gesamtmiete wird ja nicht auf einmal fällig.

Am Beispiel der 370/145

Die Verpflichtung, in acht Jahren 1000 Mark zahlen zu müssen, bedeutet nämlich, daß bei einem angenommenen Bank-Zins von 6 Prozent heute nur 627 Mark vorhanden zu sein brauchten, während der Rest durch die Zinsen hinzukommt. Entsprechende Daten für verschiedene Zinsniveaus sowie unterschiedliche Laufzeiten sind der Tabelle zu entnehmen.

Diese Betrachtungsweise bezieht Ted Szatrowski in seine Kostenrechnung ein, die er am Beispiel einer IBM 370/145 durchführte. Bei einem Gesamtpreis der Anlage von 1,131 Millionen Dollar (einschließlich Peripherie) kommt er im Detail zu folgendem Ergebnis - das sich jedoch für jeden Anlagetyp verallgemeinern läßt: Das längerfristige Mieten des Systems ist unabhängig vom Zinssatz teurer als Kauf oder Leasing. Je höher der vorherrschende Zinssatz ist (gemittelt über die Jahre), desto geringer ist der auf den heutigen Tag abdiskontierte Wert der Gesamtmietaufwendungen. In anderen Worten: Es bedürfte am heutigen Tag einer geringeren Menge von Kapital, um hiermit die Gesamtmiete über die Gesamtlaufzeit zu finanzieren als aufgewendet werden müßte, wenn das Zinsniveau niedriger wäre. Das gleiche gilt für Leasing.

Bei hohen Zinsen Leasing

Die Entscheidung dagegen, ob gekauft oder geleast werden sollte, ist jeweils abhängig vom Mittelwert des vorherrschenden Zinsniveaus: Je höher der Zinssatz, desto lukrativer ist das Leasen der Anlage gegenüber einem Kauf, denn Kauf bindet Kapital, das sich andernfalls hoch verzinsen könnte. Erst bei fallendem Zins empfiehlt sich eher ein Kauf. Dabei wird beim Kauf zwischen zwei Möglichkeiten unterschieden: Einmal Kauf ohne Berücksichtigung eines Restbuchwertes, zum anderen wird ein Restbuchwert von 10 Prozent des Originalpreises (hier: 113 000 Dollar) in die Rechnung mit einbezogen.

Das Resultat der Untersuchung des amerikanischen Finanzexperten (bezogen auf einen Vertrag für eine IBM 370/145 von acht Jahren) ist in der Graphik dargestellt.

Informationen: Ted Szatrowski, "Rent, Lease or Buy?" in Datamation, Februar 76, Seiten 59 bis 68