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23.05.2016 - 

Stichtag 24. Mai 2016

Von 0 auf 100 - die EU-Datenschutz-Grundverordnung

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Ein neuer Sanktionsrahmen lässt keinen Platz für Fahrlässigkeit. SEC Consult sagt, was betroffene Firmen beachten müssen.

Ein neues Gesetz bringt neben datenschutzrechtlichen Aspekten Datensicherheit mit ins Spiel - Unternehmen müssen künftig organisatorische und technische Schutzmaßnahmen für personenbezogene Daten vorweisen können.

Am 24. Mai 2016 trat die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DS-GVO) in Kraft. Ziel ist die Vereinheitlichung eines hohen Datenschutzniveaus für die gesamte Europäische Union. Betroffen sind alle Unternehmen, die personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeiten - demnach fallen auch internationale Daten-Riesen wie Google, Facebook & Co. unter die Regelung.

Neben datenschutzrechtlichen Aspekten wie dem "Recht auf Vergessen werden" kommt der Datensicherheit im neuen Gesetz eine tragende Rolle zu. Ab dem 25. Mai 2018 müssen betroffene Unternehmen sowie deren Anwendungen organisatorische und technische Schutzmaßnahmen für personenbezogene Daten vorweisen können. Bei Verstößen wird das Strafausmaß anhand der getätigten Vorbereitungen bemessen, kann jedoch bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Vorjahresumsatzes betragen.

Teil der EU-Datenschutzreform ist die Datenschutz-Grundverordnung, die für die gesamte EU ein einheitliches hohes Schutzniveau vereinheitlichen soll.
Teil der EU-Datenschutzreform ist die Datenschutz-Grundverordnung, die für die gesamte EU ein einheitliches hohes Schutzniveau vereinheitlichen soll.
Foto: k1003mike - shutterstock

Dazu Torsten Wilhelm Töllner, Geschäftsführer SEC Consult Deutschland: "Datenschutz verlangt Datensicherheit. Mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung kommt der IT-Sicherheit nun im Datenschutz-Kontext eine tragende Rolle zu. Deutschland schuf durch das IT-Sicherheitsgesetz bereits ein hohes Schutzniveau in Unternehmen mit kritischen Infrastrukturen - nun aber muss die gesamte heimische Wirtschaft nachziehen."

Angesichts des kurzen Umsetzungszeitraums von gerade einmal zwei Jahren, empfiehlt SEC Consult betroffenen Organisationen hinsichtlich Daten- bzw. IT-Sicherheit daher:

1. Risikoanalyse starten und Umsetzungsplan zurechtlegen

Unternehmen sollten sich umgehend mit den organisatorischen und technischen Vorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung befassen, um etwaige finanzielle Aufwände bereits in das kommende Budget einrechnen zu können und genügend Zeit für die Umsetzung zu haben.

"An erster Stelle sollte eine umfassende Analyse stehen. Welche personenbezogenen Daten befinden sich im Unternehmen? Wie sind diese zu kategorisieren? Wie sieht die Risikosituation aus? Welche technischen Sicherheitsmaßnahmen habe ich bereits implementiert? Anhand dieser Ergebnisse lassen sich dann die notwendigen Handlungen ableiten", sagt Torsten Wilhelm Töllner.

2. Umsetzungspartner suchen

"Der neue Sanktionsrahmen entspricht mehreren IT-Jahresbudgets - Fahrlässigkeit lässt sich nicht mehr einfach aus der Portokasse begleichen. Für eine lückenlose Umsetzung der Vorgaben sollten Unternehmen daher unbedingt juristische Partner und Sicherheitsexperten mit ins Boot holen", rät Töllner. SEC Consult selbst arbeitet hierfür eng mit Rechtsanwälten zusammen und bietet neben aussagekräftigen Risiko-Analysen und Implementierungen von Sicherheitsmaßnahmen eine umfassende Beratung.

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DS-GVO) (Übersicht)

  1. Ist Teil der EU-Datenschutzreform

  2. Tritt mit 24. Mai 2016 in Kraft

  3. Geltung mit 25. Mai 2018 (zwei Jahre Umsetzungszeitraum)

  4. Ziel: Vereinheitlichung eines hohen Datenschutzniveaus für die gesamte Europäische Union -

  5. "Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten"

  6. Betroffen ist jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeitet -

  7. somit fallen auch internationale Größen wie Google, Facebook & Co. unter die Regelung

  8. Unternehmen müssen organisatorische und technische Schutzmaßnahmen in den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit nachweislich treffen und dokumentieren

  9. Unternehmen müssen ein "Risiko-angemessenes Schutzniveau" vorweisen können

  10. Massive Verschärfung des Sanktionsrahmens: Je nach Verstoß bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Vorjahresumsatzes; Strafrahmen wird jedoch an den getätigten Vorbereitungen bemessen

Torsten Wilhelm Töllner, Geschäftsführer SEC Consult Deutschland: "Mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung kommt der IT-Sicherheit nun im Datenschutz-Kontext eine tragende Rolle zu."
Torsten Wilhelm Töllner, Geschäftsführer SEC Consult Deutschland: "Mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung kommt der IT-Sicherheit nun im Datenschutz-Kontext eine tragende Rolle zu."
Foto: Neugebauer

SEC Consult ist der führende Berater im Bereich Cyber- und Applikationssicherheit im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen mit Niederlassungen in Berlin, Frankfurt, Linz, Vilnius, Wien, Singapur und Zürich ist Spezialist für den Aufbau von Informationssicherheits-Management und Zertifizierungsbegleitung ISO 27001, Cyber-Defence, DDoS-Tests, externe und interne Sicherheitstests, sichere Software(-Entwicklung) und die schrittweise, nachhaltige Verbesserung des Sicherheitsniveaus.

Zu den Kunden von SEC Consult zählen führende Unternehmen, Behörden und Organisationen aus verschiedensten Sektoren der Privatwirtschaft sowie der kritischen Infrastruktur. Weitere Informationen finden Sie unter: www.sec-consult.com (rw)

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CAD-Robert

Neulich erklärte mir ein Berater, dass der größte Renner zur Zeit Versicherungspolicen für Kommunalverwaltungen zur Absicherung gegen Forderungen aus Datenlecks seien. Die Kosten zur Absicherung und das Restrisiko seien den Kommunen (Städt und Gemeinden) zu hoch. Eine Absicherung ist technisch schon schwierig genug, aber dann noch ggf. finanzielle Forderungen einzurechnen, das sprengt den Rahmen völlig. Als ich das hier (oben im Artikel) durchlaß, war mir klar, warum.

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