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12.06.1992 - 

Pro und kontra Macintosh-Integration

Von Classic bis Quadra - der Mac ist keine Insel mehr

Als die andere PC-Plattform konnte sich der Apple Macintosh neben den Intel/IBM/Microsoft-kompatiblen PCs halten. In letzter Zeit gelang es dem kalifornischen Unternehmen sogar, sich diesen anderen Rechnerwelten zu öffnen und so zu einem ernst zu nehmenden Partner für die Unternehmens-DV zu werden. Im folgenden Beitrag gibt Michael Wojatzek* eine Bestandaufnahme der Welt des Macintosh.

Sie hatten also doch recht, die Apple-Gründer Steven Jobs und Steve Wozniak. Ihre Idee, einen PC anzubieten, der neben einer technisch ausgefeilten Hardware auch mit einem besonderen grafisch orientierten Betriebssystem und dem Eingabemedium "Maus" ausgestattet ist, sollte sich auf Dauer durchsetzen. Zwar hat sich die Macintosh-Welt nicht zum führenden Standard entwickelt, aber der Trend zu grafischen Benutzeroberflächen wie Windows oder OS/2 bei den Intel-basierten PCs zeigt, daß die Anwender Ó la longue auf eine einfache, intuitive Bedienung Wert legen.

Der Apple-Macintosh hat dies von Anfang an, seit seiner Einführung im Jahr 1984, geboten. Es war aber immer schon etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben oder von vornherein auf die bessere Qualität Wert zu legen.

Weg vom Turnschuh-Image

Mit dem Macintosh schuf Apple den anderen PC, einen Rechner in exzellentem Design, einfach zu bedienen und doch professionellen Ansprüchen - zumindest damals - genügend. Dieser andere PC konnte sich zwar nicht gegen die Herrschaft der Intel/IBM/Microsoft-Systeme durchsetzen, es gelang ihm aber bis heute, einen erklecklichen Marktanteil zu halten; seine Position als zweite, als alternative PC-Plattform ist unangefochten.

Um dieses Ziel zu erreichen, mußte das Unternehmen Apple manch steinigen Weg gehen: Selbst Firmengründer Jobs, der ewige Visionär für neue PC-Ideen, wurde unsanft aus der Firma gedrängt, nachdem der neue Chef John Sculley erkannt hatte, daß es mit Visionen allein nicht mehr getan ist.

Apple mußte den Sprung vom sympathischen, aber kommerziell nicht anerkannten Turnschuh-Unternehmen zu einem ernst zu nehmenden Partner auch für professionelle Anwender schaffen. Apple mußte die Macintosh-Rechner zur Kommunikation in großen Netzen befähigen, Standards zum Datentransfer einhalten, und es sollte die Anbindung an die Unternehmens-DV ermöglicht werden. Dieses Ziel scheint heute erreicht. Das einstige Newcomer-Unternehmen fand im vergangenen Jahr sogar die Anerkennung des DV-Marktführers IBM. Beide Unternehmen wollen im Zuge einer strategischen Allianz eine neue PC-Workstation-Generation für das nächste Jahrtausend konzipieren.

Während der ersten Mac-Jahre, die voll und ganz durch die Visionen von Jobs geprägt waren, gab es eigentlich nur eine Version dieses Rechners. Es gab den klassischen Macintosh, der in seinen drei Versionen 128K, 512K und später Mac Plus immer gleich aussah. Selbst bei den Nachfolgemodellen der SE-Serie wurden die Grundprinzipien des Mac-Designs eingehalten. Alle Hauptkomponenten - CPU, Platten, Floppy und Monitor - waren in einem Gehäuse untergebracht, und kein summendes Ventilatorgeräusch durfte den kreativen Anwender bei der Ideenfindung ablenken.

Mit dem neuen Management kamen neue Rechner. Die Serie II ähnelte schon dem DOS-PC: Der Monitor stand getrennt auf oder neben dem CPU-Gehäuse, die Idee vom ventilatorlosen Rechner ließ sich - leider - nicht durchhalten. Und Schritt für Schritt öffnete Apple sich anderen Systemwelten. Das Schlagwort von der Connectivity machte die Runde.

Heute bietet Apple rund ein Dutzend verschiedener Rechner an, die jeweils in diversen Konfigurationen zu haben sind. Sie alle laufen unter den gleichen Betriebssystemen und sind zueinander kompatibel. Jeder Mac, arbeitet mit der gleichen grafischen Benutzeroberfläche - ein Feature, bei dem PC-Anbieter nur vor Ärger erblassen können, schließlich benötigt man, um Windows 3.0 oder 3.1 einzusetzen, wenigstens einen PC mit der CPU 80386, besser noch mit einem 486SX-Chip.

Ein Mac-Anwender, der sein Gerät 1984 gekauft und in Sachen ROM, Speicher und Laufwerk auf den neuesten Stand gebracht hat, kann heute die neuesten Betriebssystem-Versionen einsetzen und seinen Ur-Mac noch vollständig nutzen.

Das mag der Besitzer eines IBM-kompatiblen XT zwar auch können, die neuen Welten von Windows 3.x werden ihm jedoch verschlossen bleiben.

So gesehen zahlt sich der höhere Preis, den man früher für einen Mac auf den Tisch des Apple-Händlers blättern mußte, letztlich doch aus. Die Betonung liegt hier auf früher, denn mittlerweile hat Apple sich in der Preispolitik vom hohen Roß des Monopolisten herunterbewegt. Dies geschah sicher nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit. Schließlich wurde man mit Einführung von Windows 3.x des wesentlichen Verkaufsargumentes der grafischen Benutzeroberfläche beraubt. Das Unternehmen mußte ganz einfach reagieren und sich dem Trend zu sinkenden Preisen anpassen.

Macs: Bessere Grundausstattung

Bei manchen Zubehörteilen gibt es sie noch, die Reminiszenzen an die einstigen Apothekenpreise. Wer beispielsweise seinen Mac in ein Appletalk-Netzwerk einbinden will, freut sich zunächst darüber, daß jeder einzelne Mac von Hause aus über einen Netzwerkanschluß verfügt; man muß also keine Netzwerkkarte plus Software kaufen und einbauen, wie dies beim DOS-PC die Regel ist. Den Haken daran spürt der Anwender allerdings, wenn er sich das nötige Kabel kaufen will: Für zwei einfache Plastik-Konnektoren mit den Apple-eigenen Steckern und ein einfaches Kabel muß er mindestens 200 Mark hergeben - soviel zur Preispolitik einst und jetzt.

Wer sich heute einen Mac kauft, bekommt in der Grundausstattung grundsätzlich mehr als der Käufer eines DOS-PCs. Neben dem schon erwähnten Netzwerkanschluß gehört ein SCSI-Interface, an das bis zu acht Peripheriegeräte angeschlossen werden können, zum Standard.

Datenträger direkt anwählen

Die Betriebssystem-Software ist ebenfalls ein Teil der Grundausstattung. Sie hat es in sich: Im Gegensatz zu Windows 3.x ist sie wesentlich einfacher zu verstehen - darum hat Apple schließlich in jahrelangen Urheberrechts-Verfahren gegen Microsoft gekämpft. Der Hauptvorteil der Mac-Oberfläche mit der Bezeichnung "Finder" besteht darin, die Datenträger direkt auf dem Bildschirm anzuwählen. Wenn der User wissen will, was sich auf der Diskette befindet, klickt er das Diskettensymbol an, und schon wird der Inhalt angezeigt.

Bei Windows ist das alles nicht so einfach. Hier werden Programme, die möglicherweise auf verschiedenen Laufwerken liegen, in Gruppen zusammengefaßt. Will man Unterverzeichnisse nach bestimmten Dateien durchsuchen, muß man ein spezielles Programm, den "Datei-Manager", aufrufen. Beim Finder hat man darauf sofort und ohne Umwege Zugriff. Der Fairneß halber sei hier gesagt, daß sich mit Hilfe von Windows-Zusatzprogrammen, etwa dem Norton Commander für Windows, ein Mac-ähnliches Desktop erzeugen läßt. Dies geschieht aber auf Kosten von Arbeits- und Plattenspeicher: Ein so ausgestattet PC sollte mindestens über 8 MB RAM verfügen, Windows 3.1 und der Norton Commander für Windows benötigen locker 20 MB auf der Festplatte. Ein gleichwertig konfiguriertes Mac-System kommt in der Regel mit der Hälfte aus, und in Sachen Arbeitsspeicher reichen auch 1 oder 2 MB - natürlich gilt auch hier: Je mehr, desto besser.

Apple hat sich also den Trends in der DV angepaßt und die Connectivity auf die Fahnen geschrieben. Es sollte also möglich sein, ein Unternehmen mit einem Macintosh-Netz auszustatten oder Macintosh-Netze in andere Netzwerkumgebungen einzubinden. Das typische Beispiel ist der Grafik-Arbeitsplatz. In vielen Unternehmen, die sonst auf vernetzte PCs oder Terminals Wert legen, arbeitet der Grafiker mit einem Mac. Das ist schließlich die klassische Mac-Anwendung überhaupt, hier und beim Desktop publishing lag die Basis für den Erfolg dieser Rechner. Da sitzt also einer im Unternehmen auf einer Insel, entwirft Layouts auf seinem Mac II fx und stellt Broschüren für die Unternehmenskommunikation her.

Irgendwann müssen ihm andere Mitarbeiter ihre Texte auf einer Diskette bringen, die dann in den Mac gesteckt und - auch das ein wesentlicher Fortschritt - gelesen wird.

Daten, Texte und Grafiken können somit ohne jede Konvertierung vom DOS-PC in den Mac übertragen werden. Der besagte Mac muß aber kein Inseldasein führen. Ohne größeren Aufwand läßt er sich heutzutage in diverse Netzwerkumgebungen einbinden. Den guten Willen bei allen Beteiligten vorausgesetzt, ist es auch kein Problem mehr, wenn ein Mitarbeiter im Unternehmen mit einen Mac statt einem DOS-PC arbeiten will. Netzwerkstandards und Datenkompatiblität sorgen für eine technisch leicht zu realisierende Installation. Ein wichtiger Faktor sind natürlich die Kosten für Softwarelizenzen. Diese Fragen müssen im Unternehmen geklärt werden. Die alten Vorbehalte aber, nach dem Motto "der Macintosh ist zu nichts weder hardwaremäßig noch softwaremäßig kompatibel", zählen heute nicht mehr.

Den Macintosh umgab die Aura des Kreativen

Seit seiner Markteinführung im Jahr 1984 umgab den Macintosh und seine Anwender die Aura des Kreativen. Wegen seiner grafischen Fähigkeiten fand der Mac Einzug in Werbeagenturen, Medienunternehmen und grafischen Betrieben. Dort, wo rein kaufmännische Aufgaben am Arbeitsplatz anfielen, war und ist er seltener zu finden. An der Aura des Kreativen teilzuhaben ist zweifellos eine der Triebfedern, die die Anwender zum Macintosh drängt. Daß sich diese Kreativität auch für Unternehmen in handfesten finanziellen Vorteilen ausdrücken kann, steht auf einem anderen Blatt.

Die von Apple rigoros festgesetzten Programmierrichtlinien für Mac-Software, sorgen dafür, daß alle Mac-Programme den gleichen Aufbau haben. Wer einmal den Umgang mit so einem Programm erlernt hat, wird rein intuitiv auch den Umgang mit ihm bislang unbekannten neuen Programmen dieser Art lernen. Folge: Man benötigt wesentlich weniger Zeit für die Schulung der Mitarbeiter.

Einmal Apple - immer Apple

Auf einem anderen Blatt steht die Abhängigkeit von nur einem Hersteller. Entscheidet sich beispielsweise ein DV-Leiter für ein PC-Netz, dann kann er eine ganze Menge an Angeboten einholen, die Geräte von IBM, Compaq, Dell, Siemens, Zenith, Aquarius und Vobis vergleichen, Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen - und sich dann entscheiden. Später ist es ihm möglich, sollte er mit dem gewählten Herstellen unzufrieden sein, einfach auf die Systeme einer anderen Firma umzusteigen.

Das geht beim Mac nicht. Wer sich für Apple entscheidet, bleibt diesem Unternehmen zumindest mittelfristig ausgeliefert. Denn bis auf zwei eher unbedeutende Ausnahmen, gibt es keinen Hersteller von Clones oder kompatiblen Geräten. Wer einmal Apple-Rechner im Unternehmen installiert hat, muß wohl oder übel mit Apple auskommen. Das ist und bleibt denn auch der wesentliche Faktor bei der Suche nach der Entscheidung zugunsten oder zuungunsten von Apple. Bevor die anderen Fragen - Software, Connectivity, Schulung, Administration - anstehen, sollte man sich erst einmal überlegen, was man mit den Rechnern machen will und ob der Macintosh die geeignete Plattform ist.

Ideal ist er für alle Einsatzbereiche, in denen das grafische Element nicht zu kurz kommen darf. Dort, wo die Mehrzahl der Mitarbeiter regelmäßig grafische Charts erstellen muß, wo Broschüren oder DTP-Dokumente erstellt werden, in Redaktionen, Agenturen, Werbe- und Grafikabteilungen macht der Mac Sinn. In anderen Bereichen kann er es machen, es gilt dies aber vorher zu prüfen.

Nehmen wir einmal an, die Entscheidung ist gefallen. Welcher Mac soll jetzt an welchen Platz? Die Gattung der Macintosh-Rechner läßt sich grob in vier Familien einteilen: Low-end-Systeme für Einsteiger und einfache Computer-Arbeitsplätze, Mittelklasse-Systeme für alle Arbeitsplätze mit höheren Ansprüchen an Rechen- und Grafikleistung, Top-end-Systeme für Hochleistungsgrafik und Multimedia-Anwendungen sowie Powerbooks für unterwegs.

Die Low-end-Familie wird beherrscht von den beiden Classic-Rechnern, der eine auf Basis des klassischen Prozessors 68000, der andere mit dem schnelleren 68030. Für Einsteiger, die an ihrem Arbeitsplatz mit Farbe arbeiten wollen, hat Apple den LC im Angebot. Ein Desktop-System mit separatem Monitor und dem Prozessor 68020. Trotz dieser weniger leistungsfähigen CPU arbeitet der LC schneller als der Classic II mit dem 68030-Chip. Nur der Vorläufer des Classic II, der nicht mehr lieferbare SE/30, war schneller als der LC.

Die beiden Classic-Modelle sind die idealen Rechner für alle Arbeitsplätze, an denen Texte erstellt, kleine Schwarzweißgrafiken bearbeitet werden oder Terminal-Betrieb nötig ist. Sie sollten nicht für professionelles Layout oder DTP eingesetzt werden. Dazu sind die Bildschirme zu klein. Leider hat Apple, um die Kosten für diese Rechner so niedrig wie möglich zu halten, den Anschluß größerer Monitore nicht vorgesehen. Zum Trost kann gesagt werden, daß einige Dritthersteller hier Lösungen anbieten.

Bei den Classic-Rechnern fehlt auch ein zusätzlicher Steckplatz, so daß ihnen die Einbindung in Hochleistungsnetzwerke versagt bleibt. Selbstverständlich lassen sie sich über Appletalk vernetzen, und ein Appletalk-Netz wiederum kann über den Server dann doch an ein Ethernet-Netz angeschlossen werden.

Demgegenüber verfügt der LC über einen internen Erweiterungsplatz, so daß hier mehrere Möglichkeiten offenstehen. Es können größere Bildschirme, Netzwerkkarten und spezielle Modems angeschlossen werden. Der LC ermöglicht bereits die Erstellung von Farbgrafiken und die Lösung komplexerer DTP-Aufgaben. Ein System für den Grafikprofi ist er jedoch noch nicht. Dessen Arbeitsplatz sollte zumindest mit einem Mittelklasse-Mac auf Basis des 68030 und mit mehreren Erweiterungsplätzen ausgerüstet werden.

Die beiden Mitglieder dieser Familie, der Mac II si und der Mac II ci, sind mit dem schnellen Prozessor in verschiedenen Taktraten ausgerüstet. Bei dem II ci gehört ein mathematischer Koprozessor bereits zur Grundausstattung. Beide Modelle unterstützen Karten nach der Apple-Norm Nubus. Einziger Wermutstropfen sind hier Stromversorgungsprobleme beim Mac II si, weshalb einige Nubus-Karten mit hohem Strombedarf an diesem Rechner nicht funktionieren. Das gleiche gilt für stromfressende Einbauperipherie wie Festplatten mit hoher Kapazität, die im Mac II si nicht einwandfrei laufen. Der Mac II si eignet sich damit in erster Linie für solche Arbeitsplätze, an denen ein Ausbau nicht vorgesehen ist. Anders verhält sich dies beim Mac II ci. Hier wurden Stromversorgung, Nubus-Steckplätze und Erweiterungsraum so großzügig dimensioniert, daß sie keine Wünsche eines Profianwenders offen lassen. Einsatzgebiete sind anspruchsvolle Büroanwendungen, DTP und Profigrafik.

Quadras im Leistungsbereich von Workstations

Am oberen Ende der Gattung Macintosh finden wir schließlich die drei Quadra-Rechner 700, 900 und den neuen 950. Die Prozessorbasis bildet hier das Topmodell der 68000er Familie, der 68040-Chip, eine CPU, die sonst nur in Workstations eingesetzt wird. Damit dringen die Quadras denn auch in den Leistungsbereich von Workstations vor. Als weiteren Pluspunkt gegenüber den Mac-II-Modellen muß angeführt werden, daß bei den Quadras Grafikhardware bereits serienmäßig implementiert ist. Der Einbau zusätzlicher Grafikkarten entfällt also. Alle drei Quadras sind für Anwender gedacht, die Workstation-Applikationen wie CAD und dreidimensionale Computergrafik einsetzen wollen. Als Server in Netzwerken eignen sich die Quadras ebenso wie der Mac II fx.

Laptops und Notebooks zunächst verschlafen

In einem Bereich schien Apple in den letzten Jahren die Zeichen der Zeit verschlafen zu haben: Das Unternehmen konnte keinen Laptop oder Notebook anbieten, der einem Vergleich mit den entsprechenden Rechnern im DOS-Bereich standhalten konnte. Das änderte sich erst im Oktober 1991, als Apple die drei Powerbooks vorstellte. Dabei handelt es sich um drei echte Macs in Notebook-Größe, basierend auf den CPUs 68000 und 68030. Jetzt muß auch der Außendienst-Mitarbeiter nicht mehr auf seinen Mac verzichten.

Am interessantesten sind das kleinste und das größte Powerbook. Das Modell 100 basiert wie der Mac Classic auf dem 68000, ist aber mit 16 Megahertz doppelt so schnell getaktet. Der Arbeitsspeicher kann von 2 auf 8 MB erweitert werden, die Festplatten verfügen über Kapazitäten von 20, 40 oder 80 MB. Es ist der ideale Zweit-Mac für unterwegs. Da Apple darauf verzichtet hat, das Diskettenlaufwerk ins Gerät zu integrieren, ist es so klein und leicht, daß es wirklich in jede Aktentasche paßt. Über ein Einbau- oder Zusatzmodem läßt sich der Powerbook unterwegs zur DFÜ einsetzen, so daß Außendienst-Mitarbeiter oder Mitarbeiter in entfernten Niederlassung jederzeit Zugriff auf die Unternehmens-DV erhalten.

Das nächsthöhere Powerbook 140 basiert zwar bereits auf dem 68030, es fehlt aber die Möglichkeit einen Koprozessor einzubauen. Aus diesem Grund ist die Rechenleistung des 140ers auch nicht viel höher als beim 100er. Weitere Unterschiede sind das eingebaute Floppy-Laufwerk, eine etwas größere Tastatur und ein größerer LC-Bildschirm. Dennoch wirkt dieser mittlere Powerbook wie ein Zwitter, der nicht so recht weiß, wo er hingehört. Für ein kompaktes Notebook ist er zu groß, für einen Hochleistungs-Laptop bringt er zuwenig Leistung. Genau die erbringt das Modell 170. Hier ist der Koprozessor integriert, darüber hinaus verfügt

es über einen extrem kontrastreichen Dünnfilm-Transistor-Monitor, der sich bei grafischen Anwendungen auszahlt.

Diese proprietäre Welt der Macintosh-Rechner macht mittlerweile einen ganz brauchbaren Eindruck. Vom einfachen Arbeitsplatz-Rechner bis zum Server und CAD-System ist alles vorhanden. Und einen Vorteil hat diese proprietäre Welt auch noch: Der Anwender muß sich nicht mit Inkompatibilitäten herumärgern, die aufgrund von Kleinigkeiten entstehen. Zum Abschluß sei aber noch bemerkt, daß es tatsächlich einige Versuche gibt, Mac-Clones oder Clone-Ähnliches anzubieten. Zu den interessantesten Angeboten zählt hier der Mac-Emulator "Spectre GCR", der aus jedem Atari ST einen Macintosh macht.

*Michael Wojatzek arbeitet als Journalist in München.

Die wichtigsten Begriffe aus der Mac-Welt

Alias - besonderes Feature unter System 7; für jede Datei kann unter System 7 eine Alias-Datei erzeugt werden. Sie sieht auf dem Desktop genauso aus wie das Original, belegt aber so gut wie keinen Speicherplatz. Ein Doppelklick auf Alias öffnet dann immer das Original. Legt man die Alias-Dateien seiner meistbenutzten Anwendungsprogramme innerhalb des Systemordners im Ordner Apfel-Menü ab, lassen sich diese Programme, ohne lange zu suchen, aus dem Apfel-Menü starten.

Apfel Menü - der linke Menüpunkt auf der Menüleiste, gekennzeichnet durch ein Apfel-Symbol; es ist der einzige Menüpunkt, der sowohl unter dem Finder als auch unter fast allen Anwendungsprogrammen aufgerufen werden kann. Hier lassen sich in der Regel Systemerweiterungen und bei System 7 Alias-Dateien aufrufen.

Appletalk - Protokoll, das den Anschluß jedes Macintosh-Rechners in ein einfaches Netz ermöglicht; wird auch zum Anschluß von Druckern oder anderen Peripheriegeräten in den Mac-Verbund genutzt.

Befehlstaste - eine Besonderheit auf dem Mac-Keyboard; diese Taste, wegen ihrer Symbolbeschriftung auch Propeller oder Kleeblatt genannt, sorgt ähnlich wie die CTRL- oder STRG-Taste beim PC für eine Mehrfachbelegung der Tastatur. Sie wird besonders als Ersatz für die Mausbedienung eingesetzt, indem bestimmte Mausoperationen auch über Tastenkombinationen aufgerufen werden können.

CDEVs - die Kontrollfeld-Dateien starten in der Regel beim Einschalten des Mac. Sie sorgen für das Management bestimmter Funktionen. Über die Funktion "Kontrollfeld" (System 6.0x) oder "Kontrollfelder" (System 7) können hier Optionen eingestellt werden.

Finder - Teil der Systemsoftware der Macintosh-Rechner; der Finder verwaltet Dateien, Dateigruppen und Programme. Von der Finder-Ebene, der grafischen Benutzeroberfläche, werden Programme gestartet und das Datei-Management organisiert.

Inits - kleine Hilfsprogramme, die beim Initialisieren, also beim Start des Mac-Rechners , automatisch aktiviert werden. Inits existieren für verschiedenste Aufgaben. Sie sorgen beispielsweise für effektiveres Power-Management bei den Powerbooks, für eine andere Cursor-Darstelung, bieten Datensicherungsroutinen etc. Im Gegensatz zu den CDEVs lassen sich Inits nicht über das Kontrollfeld konfigurieren.

Nubus - von Apple entwickelter Standard zum Anschluß von Erweiterungskarten an die Rechner vom Mac II aufwärts; Nubus-Erweiterungen passen nur in Macintosh-Rechner.

PDS - der "Processor Direct Slot" ist ein besonderer Erweiterungssteckplatz bei einigen Mac-Modellen, allerdings eine andere Norm als beim Nubus, so daß für PDS spezielle Karten benötigt werden.

Quickdraw - eine Sammlung meherer Zeichenfunktionen, die im ROM jedes Mac-Rechners gespeichert ist; Quickdraw sorgt für die Darstellung von typografischen Zeichen und Grafiken auf dem Bildschirm.

SCSI-Port - dieses "Small Computer Systems Interface" gehört seit jeher zur Grundausstattung eines jeden Mac. Es erlaubt den Anschluß von bis zu sieben Datentransfer-intensiven Peripheriegeräten, beispielsweise Druckern, Scannern oder Monitoren.

System - neben dem Finder der andere Teil des Betriebssystems; je nach Nummer gibt es, mehr oder weniger aktuelle Versionen. Zur Zeit gilt System 7.1 als das neueste Release. Einige ältere Macs, in erster Linie die beiden Classic-Rechner, laufen aber immer noch am besten unter System 6.08. Das gilt auch für eine Reihe von Anwendungsprogrammen, bei denen einige der strengen Apple-Richtlinien zur Mac-Programmierung nicht eingehalten worden sind. Diese Programme laufen zwar unter den 6.0x-Systemen, aber nicht unter 7.0 und 7.1.

Truetype - neuer Standard für die einheitliche Darstellung von Schriften auf dem Bildschirm ab System 7; gegenüber den alten Bitmap-Schriften, sind Truetype-Fonts wesentlich flexibler und einfacher in ihrer Größe zu verändern. Eine weitere Besonderheit ist, daß Truetype auch die Basis für Schriftdefinitionen bei der PC-Betriebssystem-Oberfläche Windows 3.1 ist. Der Austausch von Dateien mit Schriften zwischen Mac und PC wird dadurch extrem erleichtert.

Wahltaste - ähnlich wie die Befehlstaste sorgt auch die Wahltaste für Zusatzbelegungen auf der Tastatur, sie läßt sich am ehesten mit der ALT-Taste beim PC vergleichen.