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10.12.1993

Von Client-Server(n) und Dienstwagen Christoph Witte

Eines vorweg: Client-Server-Computing loest die Mainframe- zentrierte DV alten Stils ab. Die Hard- und Softwaretechnologien dafuer sind vorhanden, der Leidensdruck der Anwenderunternehmen scheint gross genug, und die Phalanx der Neinsager und Bedenkentraeger broeckelt mit jeder neuen Installation weiter ab. Belege fuer den unaufhaltsamen Siegeszug dezentraler DV-Strukturen gibt es genug. Den juengsten liefert die X/Open mit dem "Xtra 93- Survey" (siehe Seite 1). Danach haben in diesem Jahr 75 Prozent der weltweit befragten Grossanwender Client-Server-Applikationen gekauft oder entwickelt. Rund zwei Drittel bezeichneten CS als die wichtigste Computertechnologie.

Allerdings kommen diese Antworten zumeist aus den Fuehrungsetagen der IT-Abteilungen. Deshalb muss die Frage erlaubt sein, wie sich der Einkauf von DV-Produkten auf Unternehmen insgesamt auswirkt. Werden Organisationen allein durch den Einsatz neuer IT-Verfahren wie CS besser, sprich innovativer, schlanker, produktiver, kundennaeher, oder zumindest weniger kostentraechtig? Wohl nicht.

Der vielbeschworene intelligente Einsatz von Technologien kann schliesslich immer nur so klug sein wie die Definition der Unternehmensziele und deren Umsetzung. Dagegen bringt der blosse Wunsch eines IT-Managers nach dezentralen DV-Strukturen eine Company ebensowenig ihrem Ziel naeher, wie das Streben ihrer Fuehrungsriege nach noch prestige- traechtigeren Dienstwagen.

Wer losgeloest von den zu bewaeltigenden Aufgaben - wie der Beschleunigung der Auftragsabwicklung, der Verbesserung der Produktqualitaet oder des Kundenservice - versucht, die beste Art der Informationsverarbeitung zu verordnen, hat die dienende Funktion von IT nicht verstanden. Ihr Einsatz fuehrt nur dann zu Verbesserungen, wenn sie an exakten Problemstellungen arbeitet. Diese zu definieren ist jedoch nicht Aufgabe der IT-Abteilung, sondern der Unternehmensfuehrung. Denn auch eine intelligente Informationsverarbeitung kann die Phantasielosigkeit des Topmanagements nicht auffangen.

Gepaart allerdings mit guten Geschaeftsideen und -strategien koennen IT im allgemeinen und Client-Server-Computing sowie andere aufkommende Technologien im besonderen wertvolle Hilfe leisten. Die IS-Profis in vielen Unternehmen haben das erkannt. Die in der Xtra-Untersuchung befragten DVer jedenfalls bezeichneten Client- Server deshalb als wichtigste Technologie, weil sie sie am besten geeignet halten, die Beduerfnisse ihrer Unternehmen zu erfuellen.

Ueber die Gruende, warum es in Deutschland in Sachen Client-Server langsamer vorangeht als in anderen Laendern, kann man nur mutmassen. Dem sich aufdraengenden Verdacht, dass hiesige Fuehrungsetagen keine Ziele definieren und deshalb auch keine DV-spezifischen Leistungen erwarten, soll an dieser Stelle nicht weiter nachgegangen werden. Liegt es allerdings am Unwissen der Manager ueber IT, kann ihnen mit einer alten Binsenweisheit geholfen werden: Nur wer fragt, kriegt auch Antworten.