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05.04.1991 - 

Fusionen und schlechte Geschäftsergebnisse wirken sich aus

Von den DV-Herstellern kommen immer weniger Stellenangebote

HANNOVER (hp) - Heiß begehrt, wenn auch mit rückläufiger Tendenz, sind nach wie vor die Informatiker. Ihnen galten 1989 über 24 Prozent der Stellenanzeigen, 1990 waren es nur noch knappe 18 Prozent. Das ergaben Untersuchungen der SCS Personalberatung.

Wie viele DV-Spezialisten in der Bundesrepublik arbeiten, wie viele gesucht werden und wie ihr Arbeitsfeld aussieht weiß keiner so genau. Die ausgewerteten Zahlen der Volkszählung sind sicher interessant. Allerdings wurden sie bereits vor vier Jahren erfaßt, was gerade in dem dynamischen DV-Markt eine recht große Zeitspanne darstellt.

Auch die Zahl der offenen Stellen der Bundesanstalt für Arbeit geben nur einen Teil der Realität wider. Insider schätzen, daß höchstens zehn bis 15 Prozent der offenen Stellen bei den Ämtern gemeldet werden. Dies ist für viele Anlaß zur Kritik. "Das Arbeitsamt hat nicht die Kompetenz, Spezialisten zu betreuen", bemängelt Stefan Rohr, geschäftsführender Gesellschafter der Personalberatung R + P.

Ein Indikator für die Struktur des DV-Arbeitsmarktes sind die Stellenanzeigen. Besonders Anfang der 80er Jahre wurden hier überproportional viele DV-Fachleute gesucht. "Eine Trendwende ergab sich ungefähr 1985. Inzwischen wächst die Gesamtnachfrage nach DV-Fach- und Führungskräften weniger stark als die Nachfrage nach anderen Managern", erklärt Unternehmensberater Heinz Streicher.

Fusionen und schlechte Geschäftsergebnisse scheinen sich auch auf den Personalbedarf der DV-Hersteller auszuwirken. Jedenfalls ist in diesem Bereich die Nachfrage kräftig zurückgegangen.

Dies geht aus einer Stellenauswertung der SCS-Personalberatung hervor. Kamen 1989 noch rund 42 Prozent der StelIenanzeigen aus den Bereichen Elektrotechnik und Elektronik, waren es ein Jahr später nur noch zirka 36 Prozent. Damit rekrutieren diese Sektoren immer noch den größten Anteil an qualifizierten Datenverarbeitern.

Bei Beratungsunternehmen, von denen 1990 rund 22 Prozent der Stellenanzeigen aufgegeben wurden, nehme die Nachfrage nach DV-Personal überproportional zu.

Die Auswertungen der SCS Personalberatung haben weiter ergeben, daß die zentrale Org./DV-Abteilung und die Software-Entwicklung immer noch die klassischen Einsatzbereiche für DV-Spezialisten sind. Die Nachfrage erhöhe sich vor allem im kommerziellen und technischen Anwenderbereich. Nach den Auswertungen der Stellenanzeigen erwarten immer mehr Unternehmen von ihrem DV-Personal Anwenderwissen. So steige beispielsweise die Nachfrage nach Wirtschaftswissenschaftlern und Ingenieuren der Fachrichtung

Maschinenbau.

Streicher geht davon aus, daß sich diese Tendenz in den nächsten Jahren noch verstärken wird: "Der Anteil der Fachkräfte, die neben guten Informatikkenntnissen zusätzlich über Spezialwissen auf einem Anwendungsgebiet verfügen, wird stark wachsen. Insgesamt deuten alle Anzeichen darauf hin, daß der DV-Arbeitsmarkt ein Bereich wird wie jeder andere auch." Die Entwicklungen in den neuen fünf Bundesländern könnten allerdings wieder einen neuen Arbeitsmarktengpaß verursachen. "In der ehemaligen DDR fehlen, soweit man dies bis jetzt absehen kann, vor allem Analytiker und Organisatoren, von denen es in Westdeutschland auch zu wenige gibt. Wenn hier noch eine Abwanderungsbewegung stattfindet, entsteht wieder ein Mangel an DV-Personal", stellt Streicher fest.