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Eine Brücke vom SAS-Interface der Nixdorf-Drucker zum Standard


06.11.1992 - 

Von der 8870 außer Software auch die Peripherie portieren

MÜNCHEN (ls) - Portierungen von der 8870- in die Unix-Welt sind derzeit ein einträgliches Geschäft. Für die Anwender der alten Nixdorf-Anlage ist es allerdings kostengünstiger und zum Teil zwingend erforderlich, außer der Software auch bewährte Teile der Peripherie in die neue Umgebung hinüberzuretten. Dazu gibt es eine Lösung.

Mit dem Begriff Portierung wird fast ausschließlich die Software verbunden, obwohl der Anwender eigentlich mit der Migration seinen Wunsch zum Ausdruck bringt, daß die alten Bestandteile seiner DV-Infrastruktur mit der neuen kommunizieren und kooperieren sollen. Nicht zuletzt geht es ja darum, die Kosten möglichst gering und überschaubar zu halten. Also wäre es ein bedeutsamer Kostenfaktor, auch die Hardware in die neue Umgebung zu portieren.

Bisher schien es unumgänglich, bei einer Ablösung der 8870 auch von deren Peripherie Abschied zu nehmen. Denn während in anderen Umgebungen die V.24- oder die Centronics-Schnittstelle Standard sind, verfügt die 8870 über das Nixdorf-eigene Interface SNI-SAS für Peripheriegeräte. Bei einer Portierung mußten außer dem Zielsystem selbst auch neue Drucker angeschafft werden.

Einige Nixdorf-Drucker waren jedoch nicht nur als schwer und klobig bekannt, sondern auch als zuverlässig. So ist die massive Form des Nadeldruckkopfes durch Kühlrippen bedingt. Die Wärmeableitung hatte eine beachtliche Belastbarkeit der Drucker zur Folge.

Vera Freyer von der Paderborner Informationstechnik Moch GmbH (ITM) ist der Ansicht, daß es durchaus "portierungswerte Geräte" gibt. Sie verweist darauf, daß es im 8870-Umfeld "insbesondere im Bereich der branchenspezifischen Spezialperipherie kaum oder nur mit erheblichem Aufwand zu ersetzende Geräte gibt.

So sind bei Banken, Postämtern und Arbeitsämtern hunderte Bon-Journal- oder Belegdrucker im Einsatz. Dazu kommt das Gerät AKT, der automatische Kassentresor von Nixdorf. In Marktketten finden sich Kassenschubläden, Barcode-Scanner und damit verbundene Kundenanzeigegeräte von Nixdorf. Jedes einzelne der kostspieligen Geräte wäre bei einer Portierung teuer wieder zu beschaffen.

Investitionen lassen sich hinauszögern

Wenn es denn damit getan wäre. Freyer: "Soft- und Hardware sind hier durch ein interdependentes Verhältnis gebunden, so daß ein Wechsel des Belegdruckers zugleich die alte Software hinfällig werden läßt." Es macht keinen Sinn, eine Applikation zu portieren, die auf eine spezifische Hardware angewiesen ist, welche in der neuen Umgebung nicht anschließbar ist.

Die ITM-Mitarbeiterin hat den Verdacht, daß die Anbieter von Portierungssoftware Extraprofite einfahren, wenn sie sich nicht bemühen, die alte Peripherie nutzbar zu erhalten. "Könnte es vielleicht sein, daß sie zugleich als Zwischenhändler für neue Peripheriegeräte fungieren und mehr dabei verdienen, wenn sie einen neuen Drucker oder ähnliches verkaufen, als wenn sie den Kunden von der sinnvollen und kostengünstigsten Lösung in Kenntnis setzten?"

Womit natürlich eine ITM-Lösung gemeint ist. Das Unternehmen hat nämlich eine sogenannte Multi-Steuer-Einheit, kurz MSE, entwickelt. Diese MSE läßt sich als Brücke zwischen Nixdorf-Drucker mit SAS I/II-Schnittstelle und Unix-, DOS- oder OS/2-Rechner mit Centronics- beziehungsweise V.24-Interface schalten Investitionen in neue Peripheriegeräte kann man so reduzieren, oder hinauszögern.

Das nächste Entwicklungsziel von ITM besteht darin, die ebenfalls mit SAS-Ausgängen versehenen Monitore samt Tastaturen an fremde Umgebungen anschließen zu können. Das hätte zugleich zwei Nebeneffekte. Die Anwender könnten nicht nur bei der gewohnten Anwendungsoberfläche der portierten Applikation bleiben, sondern auch bei der Tastatur und ihrer Belegung. Und zweitens könnten sie die gesamte Verkabelung beibehalten.