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Arbeit im Büro:

Von der Idealform weit entfernt

23.10.1981

ZÜRICH (sg) - Bei einem kürzlich vom Marktführer für temporäre Arbeitsvermittlung, der Manpower, organisierten Podiumsgespräch, an dem sich immerhin namhafte Vertreter aus Wirtschaft. Bildung und Arbeitswissenschaften beteiligten, wurde wieder einmal die Arbeit im Büro diskutiert. Allerdings, leider, ohne daß dabei auch die unmittelbar Betroffenen, nämlich das Büro-Fußvolk, zu Wort gekommen wären. Entsprechend waren die Ergebnisse.

So sieht Prof. Ulich, Arbeits- und Betriebspsychologe an der ETH-Zürich, vor allem durch zunehmende Arbeitsteilung im Büro den Keim für ein "negatives Menschenbild" wachsen. Diese Entwicklung ließe die Folgerung zu, daß viele Menschen nicht für fähig gehalten werden, verantwortungsvolle Arbeiten zu leisten. Dem hält der Leiter des Instituts für Büro-Organisation und Sekretärinnen-Papst, Weilenmann, dem man in dieser Frage wohl einige praktische Erfahrung zutrauen kann, entgegen daß der Mensch gar nicht immer kreativ sein möchte, sondern vielmehr nach Normen verlangt, nach denen er arbeiten kann.

Der Betriebsleiter Personal beim Schweizerischen Bankverein, Steuber, ein Vertreter der Praxis in dieser erlauchten Gesprächsrunde, wehrte sich dagegen, alle Automations- und Rationalisierungsvorhaben mit einem Abbau an Arbeitsqualität gleichzusetzen. Er konnte hierzu glaubhaft machen, daß mit Einsatz von Bildschirm-Terminals die Arbeitsplätze reichhaltiger als zuvor geworden sind.

Bei aller Einsicht, daß das Arbeiten an dergleichen Geräten nicht unbedingt der Gesundheit förderlich ist, meinte er indes, raten zu müssen, nicht immer alles mit dem nirgendwo schon erreichten Idealzustand zu vergleichen, sondern vielmehr mit den früheren Zuständen, und die damaligen Zustände seien wohl kaum besser gewesen als die heutigen.

Mag sein, daß die äußere Gestaltung des Arbeitsplatzes und der darin verwendeten Technik nicht allein zur Erreichung der Glückseligkeit der Mitarbeiter ausreicht. Ob es indes wichtiger ist, welche Arbeit der Mitarbeiter ausführt, mag ebenso bezweifelt werden. Dann ist es schon eher zutreffend, die Arbeitsqualität nach dem, "wie" eine Arbeit auszuführen ist, zu bewerten. Und zum "Wie" vermag die Technik einen beachtenswerten positiven Beitrag zu leisten.