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25.05.2001 - 

Es gibt nur noch eine Handvoll globaler Datenbankanbieter

Von der Informationsflut profitieren

Auch die Aktienkurse der großen Datenbankanbieter litten in den vergangenen Monaten unter der Börsenflaute. Kein Grund zur Panik, schließlich wächst der Bedarf an ihren Produkten mit der zunehmenden Informationsflut. Von Christian Struck*

Laut einer Studie der Universität Berkeley werden in den nächsten zweieinhalb Jahren so viele Informationen angehäuft wie zuvor in 300 000 Jahren. Diese Datenmenge bringt Unternehmen aber nur wenige Vorteile, wenn sie nicht verwaltet werden kann. Dafür brauchen sie Datenbanken. Auch das Internet schafft neue Anforderungen, da für eine schnelle Datenübermittlung auch effiziente Datenbanklösungen gefragt sein werden.

Zudem scheint der Markt weitgehend konsolidiert, nur noch eine Handvoll Anbieter hat hier das Sagen. Zwar konnte Microsoft gerade in den vergangenen Jahren durch eine Forcierung des Back-Office-Geschäftes kontinuierlich Marktanteile gewinnen. Die Marktführer sind jedoch klar IBM und Oracle. Für kleinere Wettbewerber bleibt hier nur die Konzentration auf eine Nische oder die Flucht hin zu einem der Großen der Branche. Dies zeigen die Beispiele Sybase und Informix. Nachdem der Datenbankspezialist Sybase in den letzten Jahren mit immer mehr Problemen kämpfte, versucht sich die Firma jetzt mit einer neuen Strategie und gibt den Versuch auf, mit einem breit angelegten Angebot zu den Schwergewichten aufzuschließen. Der Hersteller wechselt am 22. Mai von der Nasdaq an die New York Stock Exchange (Nyse) und präsentiert sich dort als Anbieter von E-Business-Software. In seinem angestammten Geschäftsfeld konzentriert sich Sybase auf den zukunftsträchtigen Markt der mobilen Datenbanken sowie auf vertikale Märkte wie den Finanz- und TK-Sektor.

Dem ebenfalls kleineren Anbieter Informix gelang es, seine Schwierigkeiten - Verluste und eine Umstrukturierung im vierten Quartal 2000 - in den Griff zu bekommen und überraschend schnell wieder die Gewinnzone zu erreichen. Trotzdem gibt die Company ihre Datenbanksparte für eine Milliarde Dollar in bar an IBM ab und ändert den Firmennamen in Ascential Software um. Ascential konzentriert sich auf Applikationen und dürfte nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Umsatzes erzielen. Dafür verfügt die Company infolge des Verkaufs allerdings über 800 Millionen Dollar, die nach Steuern übrig bleiben dürften.

Die Aktienkurse der einzelnen Firmen entwickeln sich unterschiedlich. Gegen ein Engagement in Oracle beispielsweise sprechen zur Zeit diverse Gründe. Zum einen wirkt es abschreckend, dass Firmengründer Larry Ellison zu Jahresbeginn sehr viele eigene Aktien verkauft hat, zum andern enttäuschten die letzten Geschäftszahlen sowie die schlechte Informationspolitik des Datenbankriesen bei negativen Meldungen. Im vergangenen Jahr verzeichnete Oracle lediglich eine neunprozentige Umsatzsteigerung und musste damit seine Führungsposition im Datenbankgeschäft an IBM abtreten. Noch bis kurz vor Bekanntgabe der Zahlen hatte Oracle versichert, dass die Zahlen "ordentlich" ausfallen würden. Doch bevor Ellison privat nicht wieder eigene Aktien kauft, sollte von einem Engagement in Oracle Abstand genommen werden.

Big Blue hingegen steht glänzend da. Der mit 88 Milliarden Dollar Umsatz größte Hersteller von IT-Produkten konnte seine Einnahmen mit Datenbanken im vergangenen Jahr um 64 Prozent steigern. Ein weiterer Pluspunkt für IBM im Duell mit Oracle ist, dass die IBM-Software laut Fallstudien von D.H. Brown und Yewich Lawson einen Kostenvorteil von über 50 Prozent aufweist. Zudem ist das IBM-Papier eine der wenigen Technologieaktien weltweit, die nahe ihres Allzeithochs notiert und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 25 auch deutlich preiswerter als die Papiere der Wettbewerber ist.

Keine ZukunftssorgenWie bei IBM ist auch bei Microsoft die Datenbanksparte nur eine von vielen innerhalb des Unternehmens, die über vergleichsweise niedrige Preise Marktanteile hinzugewinnen konnten. Microsoft ist mit einem KGV von zirka 40 zwar kein Schnäppchen, aber trotzdem eine Basisanlage in jedem Technologieportfolio, und daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern. Gegen solche Riesen ist Sybase mit einer Marktkapitalisierung von 1,4 Milliarden Dollar ein Zwerg. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso Sybase mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 1,6 und einem KGV von unter 20 recht günstig bewertet wird. Das bietet gute Kurschancen, allerdings einhergehend mit einem deutlich höherem Risiko, da Sybase über viel weniger Kapitalressourcen verfügt. Informix präsentiert sich nach Abschluss des Datenbankenverkaufs als ein vollkommen neues Unternehmen, das sich völlig aus dem Datenbankgeschäft zurückzieht. Aufgrund des hohen Barmittelbestandes bleibt seine Aktie jedoch interessant.

Anbieter von Datenbanksoftware müssen sich prinzipiell hinsichtlich der längerfristigen Geschäftsentwicklung ihres Marktsegmentes keine Sorgen machen. Anleger sollten trotzdem keine überzogenen Preise wie in der Vergangenheit bezahlen.