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12.11.1982

Von der "Panscherei" zum Thermoverfahren:Mikrofilm muß trockener werden

KÖLN (VWD) - Die allgemeine Stimmung in der deutschen Mikrofilmbranche ist gedrückt. Dies ist schon an den Branchenzahlen abzulesen: 50 bis 60 Anbieter müssen unter sich einen Jahresumsatz von schätzungsweise 300 Millionen aufteilen. Dieser Umsatz soll mit etwa 750 Beschäftigten erzielt werden.

Die Branche leitet, wie der Geschäftsführer des Verbandes der Mikrofilm-Fachbetriebe Eching, Heinz Müller-Saala, anläßlich der Orgatechnik in Köln erläuterte, besonders darunter, daß die Bereitschaft zur Umstellung von Archiven auf Mikrofilm nicht sehr groß ist. Zudem zeigten Interessenten kaum Einsicht dafür, daß die meisten notwendigen und verlangten Beratungsleistungen der Lieferanten honoriert werden müssen.

Langfristig rechnen sich die Mikrofilmspezialisten jedoch gute Wachstumschancen aus, denn von dem erreichbaren Umsatzpotential seien derzeit höchstens zehn Prozent realisiert. Wachstumshemmend wirke sich - abgesehen von der Konjunkturlage - gegenwärtig aus, daß die Mikrofilmtechnik noch zuwenig anwenderfreundlich sei. So wollen die Fachbetriebe langsam von der "Panscherei", dem Einsatz von flüssigen Chemikalien bei der Entwicklung, wegkommen.

Die Industrie arbeitet zu Zeit deshalb an Verfahren mit trockenen Materialien, wie dem Thermofilm. Dieser ist aber nach Ansicht von Müller-Saala noch zu unempfindlich, nicht für Hochleistungsmaschinen geeignet, und das entsprechende Duplizierungsverfahren ist noch zu teuer. Zu bedauern sei auch, daß es für das "Mikrofilmen" noch kein Pocket-System gebe.

Die Industrie scheut das Risiko, dieses Produkt zu entwickeln, da der Markt für handliche Mikrofilmsysteme erst vorbereitet werden müßte. Das Mikrofilmen für den Hausgebrauch wäre sicherlich wünschenswert, da es - ähnlich wie der Personal Computer in der Computerbranche - Impulse geben würde.

Vor der elektronischen Konkurrenz (zum Beispiel optische Speicherplatte, die auf der Größe einer Langspielplatte 0,5 Millionen DIN-A4-Seiten speichern kann) dagegen fürchtet sich die Mikrofilmbranche Müller-Saala zufolge keinesfalls: Im Gegenteil, je schneller sich diese elektronische Speicherung durchsetze, desto eher wachse das allgemeine Interesse an den verschiedenen Verfahren der Achivierung.