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Von der Peer-to-peer-Company zum Distributed Networking Artisoft steigt in das Geschaeft mit Corporate Networking ein

01.10.1993

MUENCHEN (hi) - Der Markt fuer Corporate Networks kommt in Bewegung. Neben Microsoft erscheint ein neuer Rivale im Revier des bisherigen Platzhirsches Novell (ueber 50 Prozent Marktanteil): Die bisher fuer das Peer-to-peer-Image bekannte Artisoft Inc. will ebenfalls ins Corporate Network Business einsteigen.

Das US-Unternehmen, bis jetzt im Bereich der kleinen Peer-to-peer- Netze zu Hause, will kuenftig seine Geschaeftsbasis auch auf die Marktsegmente der mittelgrossen Netze sowie der Corporate Networks ausdehnen. Fuer diese Maerkte prognostiziert Will Keiper, seit Juni 1993 offiziell Praesident und CEO von Artisoft, ein Wachstumsvolumen von 70 bis 80 Prozent.

Darueber hinaus vermuten Branchenkenner, dass der Rueckgang von Artisofts Marktanteil im Bereich der Peer-to-peer-Netze von fast 54 Prozent im Jahre 1991 auf 46 Prozent im letzten Jahr Artisofts Entscheidung fuer die Entwicklung von Produkten fuer das Corporate Networking mit beeinflusst hat. Die Company verlor hier vor allem Marktanteile an Novell. Die Netware-Produzenten konnten innerhalb eines Jahres den Marktanteil ihres Peer-to-peer-Produkts "Netware Lite" von zehn Prozent auf 25 Prozent steigern.

Ohne Neid gesteht Keiper den Roten aus Utah denn auch zu, dass diese in den letzten Jahren "einen guten Job gemacht haben" und sein Unternehmen nun ebenfalls wie Novell verstaerkt Allianzen eingehen muesse, um im Netzmarkt erfolgreich zu bestehen. Artisofts Fehler in der Vergangenheit sieht der CEO darin, dass "die Company eine Insel ohne Partner war".

Als erste Konsequenz aus dieser Erkenntnis verdoppelt Artisoft laut Keiper die Investitionen in Europa und ernennt in den einzelnen Laendern sogenannte Country-Manager, die in Zusammenarbeit mit dem europaeischen Headquarter in Amsterdam die Partner vor Ort betreuen.

Bereits in den letzten neun Monaten wurden 1500 zertifizierte Reseller als Mitstreiter gewonnen, die fuer den Support der Kunden zustaendig sind.

Naechstes Jahr will das Unternehmen weitere 1000 Handelspartner finden, die ebenfalls auf den Bereich Networking fokussiert sind.

Darueber hinaus aendert das Unternehmen seine Lizenzierungspraxis: Waehrend bisher ein Paket 500 Lizenzen beinhaltete, ist die Lantastic-Software kuenftig auch in Einzel-, Sechser- und Zwoelfer- Paketen erhaeltlich sowie in einem Starterkit, bestehend aus zwei Lizenzen und den entsprechenden Adapterkarten.

Auch im Bereich der Produktentwicklung sucht die Company verstaerkt nach Partnern, mit denen Artisoft ein Backup-System, eine Netzwerk-Management-Plattform sowie Diagnose-Tools entwickeln will. Namen etwaiger Partner wollte Keiper noch nicht nennen, da die Verhandlungen zur Zeit noch andauern.

Im eigentlichen Kernbereich, dem Geschaeft mit Netzwerk- Betriebssystemen (NOS), moechte Artisoft seine Produktpalette ebenfalls erweitern. Fuer das Segment der Home Offices ist ein "Reduced Feature Set" (RFS) von Lantastic geplant, das mit Features wie Drucker-Services, grafischer Benutzeroberflaeche und ausfuehrlichen Help-Screens fuer kleine Netze mit zwei bis fuenf Nodes im Heimbereich konzipiert ist.

Waehrend Keiper diesem Markt in Europa erst in zwei bis drei Jahren ein Bedeutung beimisst, ist dieses Segment nach Meinung des CEOs bereits heute in den USA ein nicht zu vernachlaessigendes Feld, da aufgrund des Downsizings in den Konzernen immer mehr Anwender als Selbstaendige zu Hause DV-Dienstleistungen fuer Grossunternehmen erbringen.

Unter dem voraussichtlichen Namen "Lantastic 6.0" soll im ersten Halbjahr 1994 dann auch der Nachfolger des jetzigen NOS praesentiert werden. Laut Keiper wird die neue Version ueber mehr Netzfunktionen verfuegen wie NT, Chicago oder DOS 7.0. Zudem soll das neue Release schneller laufen als die heutige Version 5.0 und neben mehr Connec- tivity-Moeglichkeiten zu anderen Netzwerk- Betriebssystemen auch verbesserte Sicherheitsmechanismen beinhalten. Zusaetzlich werde das neue NOS Groupware-Support realisieren.

Am oberen Ende - im Bereich des Corporate Networking - wollen die bisherigen Peer-to-peer-Spezialisten, die heute nach den Worten des CEO eine Company fuer das "Distributed Networking" sind, einen Dedicated Server anbieten. Um dabei die vorhandenen Limits von DOS aufzuheben, soll das Multiprotokoll- und Multitasking-faehige Produkt auf einem 32-Bit-Betriebssystem (OS) laufen. Eine Entscheidung, welches OS verwendet wird, ist noch nicht gefallen. Keiper raeumte lediglich ein, es koenne ein System von Microsoft, IBM oder Novell sein.

Mit einer RFS-Version von Lantastic und einem dedizierten Server versucht Artisoft, in weitere Bereiche des Netzmarktes vorzustossen. Bisher ist die Company mit Lantastic nur im Segment der kleinen und mittelgrossen LANs vertreten.