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Erster Platz: Siemens


25.02.2000 - 

Von der Stammhauslehre in den Dschungel

"Ich suche gerade 20 Leute für das Wissens-Management, die mobil sind, zwei Sprachen beherrschen und jede Menge Power haben", erklärt Joachim Döring, Vice President bei Siemens Information and Communication Networks (ICN) in München. Einen so großen Konzern wie Siemens würde man nicht sofort mit dem Begriff Power assoziieren, zumal der Elektronikriese in der Vergangenheit mehr für Langsamkeit als für Dynamik stand. Der 29-jährige Wirtschaftsingenieur ist ein gutes Beispiel dafür, dass Siemens-Chef Heinrich von Pierer mit seinem Zehn-Punkte-Programm zur Neuaufstellung des Konzerns bereits in die Nähe der Ziellinie vorgerückt ist.

Dörings Weg bei Siemens begann vor zehn Jahren noch ganz traditionell mit einer Stammhauslehre. Doch nach zwei Jahren konnte er sich eine längere Tätigkeit im damaligen Bereich öffentliche Netze nicht mehr vorstellen, da ihm der Telekommunikationsmarkt vor der Liberalisierung noch zu statisch war. Er begann mit einem Wirtschaftsingenieurstudium in Berlin und stieg bald wieder bei Siemens ein - nun als Werkstudent und später als freier Mitarbeiter. In den folgenden Jahren arbeitete er nicht nur in verschiedenen Funktionen wie etwa als Controller oder in der Produktentwicklung, sondern war für Siemens in der ganzen Welt unterwegs. New York, Silicon Valley, Louisiana, Malaysia - im Dschungel war der damals 24-jährige Student für den Aufbau von drei Projektteams und die Halbierung der Durchlaufzeiten im Siemens-Werk zuständig. "Manche Leute hatten schon Schwierigkeiten mit meiner Doppelrolle als Student und Projektleiter", erinnert sich Döring. Das hat ihn aber nicht aus der Ruhe gebracht.

Inzwischen hat Döring ein weltweites Wissens-Management-Netz für 5000 Sales- und Marketing-Mitarbeiter bei ICN auf den Weg gebracht, ist nur ein Jahr nach seinem offiziellen Studienabschluss für ein internationales Team von 60 Mitarbeitern verantwortlich und als Vice President direkt unter dem Bereichsvorstand angesiedelt. Eine solche Karriere ist trotz der Neuerungen auch bei Siemens die Ausnahme.

Internationale Erfahrungen können Einsteiger aber auch auf weniger ungewöhnliche Art und Weise sammeln. Falk Russow ist einer von jährlich etwa 180 Teilnehmern des "Siemens Graduate Program" (SGP), das als übergreifendes Einstiegsprogramm für hochqualifizierte Universitätsabsolventen auf zwei Jahre angelegt ist und auch einen Auslandseinsatz vorsieht. Letzterer war für den 27-jährigen Rostocker das ausschlaggebende Argument, sich zu bewerben. Der Elektrotechniker hatte schon während des Studiums ein Praktikum in Schweden gemacht und war schließlich durch das Erasmus-Austauschprogramm der Europäischen Union an die Uni in Glasgow gegangen, um sein Englisch aufzubessern. Auch er hat schon als Student die Erfahrung gemacht, dass Siemens flexibler ist, als man gemeinhin annimmt. Nach einem viermonatigen Praktikum im Bereich Medizintechnik eröffnete sich ihm spontan die Möglichkeit, ein Auslandspraktikum im Bereich Verkehrstechnik in Sacramento anzuschließen. Heute ist Russow bei Siemens in Erlangen im Bereich Anlagenbau und Technische Dienstleistungen (ATD) mit Netzsicherheit beschäftigt. In seinem Bereich haben einige Mitarbeiter sogar eine eigene Abteilung ins Leben gerufen, um sich bestimmten Sicherheitsthemen noch intensiver widmen zu können. Mittlerweile arbeiten schon 30 Leute für "Transaction Security for Open Network". In wenigen Wochen fliegt er für acht Monate nach Argentinien, um dort im Rahmen des Graduate Program an konkreten Projekten zu arbeiten.

Beide Young Professionals überzeugten die internationalen Perspektiven, die Siemens ihnen bot. Darum hatte Döring den bereits unterschriebenen Vertrag bei der Unternehmensberatung Bain wieder zurückgegeben - auch wenn er dort erheblich mehr hätte verdienen kön-nen. Zusätzlich überzeugte ihn die Chance, seine eigene Firma parallel zum Angestelltendasein weiterführen zu können. Auch für Russow war die Internationalität des Siemens-Konzerns ein wesentlicher Faktor. Die Arbeitsplatzsicherheit, die die befragten Studenten in der Trendence-Umfrage mit dem Konzern assoziierten, spielte im Vergleich dazu eine untergeordnete Rolle. "Dennoch ist es schön zu wissen, dass der Vertrag nicht nach zwei Jahren ausläuft, wie das teilweise in der Forschung üblich ist."