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31.03.2009

Von FSC bleibt nur noch Fujitsu

Nach dem Verkauf an die Japaner verschwindet das Wort Siemens aus dem Firmennamen des Computerbauers.

Seit dem 1. April ist das einstige deutsch-japanische Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu-Siemens Computers (FSC) auch nach außen hin nur noch Geschichte. Der Hardwarehersteller firmiert ab sofort unter dem Namen Fujitsu Technology Solutions. Auf einer Presseveranstaltung Anfang dieser Woche warb der bisherige FSC-Chef Kai Flore für einen Neuanfang: "Es ist unser klares Ziel, eine Alternative zu den US-Firmen zu sein. Und wir wollen der europäische Infrastrukturanbieter werden."

Mit der neuen Bezeichnung soll der wachsenden Bedeutung des Dienstleistungsgeschäfts Rechnung getragen werden. Nach außen hin tritt der Anbieter aber schlicht als Fujitsu auf. Dieser Name wird auch auf Desktop-PCs, Notebooks und Monitoren stehen. "Ab 1. April wird Fujitsu keine völlig neue Firma, aber besser als bisher", erklärte Konzernchef Kuniaki Nozoe dazu in Tokio. Der japanische Fujitsu-Konzern hatte Anfang November 2008 den Siemens-Anteil von 50 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen für 450 Millionen Euro übernommen. Vom 1. April an wird die in München angesiedelte Tochter als Regionalgesellschaft des japanischen Konzerns geführt. Mit der Neuaufstellung geht auch der Abbau von 1000 der einst 10.500 Stellen einher. Die deutschen Standorte – neben München insbesondere Augsburg, Paderborn und Sömmerda – haben dabei die Hauptlast zu tragen.

Fujitsu hält nach der Komplettübernahme von FSC ausdrücklich an seinem Produktionsstandort Augsburg fest. Zur künftigen Zahl der Beschäftigten in Augsburg wollte sich Vice President Richard Christou in Tokio nicht äußern. Man werde das Werk jedoch nicht schließen, sondern weiterführen. Es sei ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensgruppe und eine "sehr feine Fabrik", so Christou.

Sinkende Marktanteile

Mit dem ehemaligen FSC-Chef Bernd Bischoff hatte die Abtrennung vom Siemens-Konzern bereits im vergangenen Jahr ein prominentes Opfer gefordert. Offiziell trat der Manager aus persönlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger wurde der ehemalige Finanzchef Flores. Kritiker lasteten Bischoff den Misserfolg von FSC im PC-Geschäft an. Unter seiner Ägide – er trat 2001 in das Unternehmen ein – hatte sich der PC-Marktanteil laut Gartner von 18,9 Prozent im Jahr 2005 auf 17 Prozent im Folgejahr und 15,2 Prozent 2007 verringert. Dieser Trend setzte sich 2008 fort. Erstmals verlor FSC die PC-Marktführerschaft in Deutschland. Die Topposition bekleidet inzwischen HP. Zudem liegen Dell und Acer hierzulande mit FSC fast gleichauf.

Zur Geschichte

Fujitsu-Siemens Computers war im Oktober 1999 von dem japanischen und dem deutschen Konzern als Joint Venture mit Sitz in den Niederlanden gegründet worden. Zuvor hatte Siemens 1990 das deutsche Traditionsunternehmen Nixdorf übernommen, das in der Folge als Siemens-Nixdorf (SNI) firmierte.