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14.02.2008

Von Legacy zu SOA in neun Monaten

Das Inkasso-Unternehmen Intrum Justitia hat seine Anwendung Recash mit Hilfe modellbasierender Entwicklung transformiert.

Mit Hilfe direkt ausführbarer Modelle hat Intrum Justitia, ein hierzulande in Darmstadt ansässiger Dienstleistungsanbieter für Inkasso und Forderungs-Management, seine Business-Applikation "Recash" innerhalb von neun Monaten in eine Service-orientierte Architektur (SOA) übertragen. Auf diese Weise konnte er die Effizienz seiner täglichen Arbeit um den Faktor sechs steigern, so der auf BPM (Business-Process-Management) spezialisierte Softwareanbieter IDS Scheer AG, Saarbrücken. Ihm zufolge wurde bei Intrum erstmals eine Business-Anwendung ausschließlich mit "Executable UML" (Unified Modeling Language) und "Aris"-Modellen entwickelt.

Projektsteckbrief

Projektart: modellbasierende Transformation einer vorhandenen Business-Anwendung in eine SOA.

Branche: Finanzdienstleister.

Ziel: Prozessautomatisierung, um neue Anforderungen schneller erfüllen zu können.

Ergebnis: Effizienzsteigerung um den Faktor sechs.

Zeitrahmen: von März bis Dezember 2007.

Stand heute: eingeführt in Österreich und der Schweiz.

Produkt: Aris Bridge Integration von IDS Scheer und E2E.

Nächster Schritt: Rollout in Deutschland läuft.

Auslöser für das Projekt war der Wunsch, die Prozesse stärker zu automatisieren, um neuen Anforderungen der Fachabteilungen rasch nachkommen zu können. Im Zuge des Vorhabens hat Intrum alle Cashflow-Prozesse komplett modernisiert. Diego Zanini, bei dem Finanzdienstleister für das Prozess- und Projekt-Management zuständig, war eigenen Angaben zufolge "zu Beginn sehr skeptisch, ob dieser völlig neue Ansatz in der Praxis funktionieren kann". Er habe sich aber schon im November 2006 durch die Tests in der eigenen Anwendungsumgebung von der Leistungsfähigkeit der "Aris Bridge Integration" überzeugen lassen.

Diese Software, eine Gemeinschaftsentwicklung von IDS Scheer mit dem Schweizer Softwareunternehmen E2E, soll die Lücke zwischen Geschäftsprozessen und IT schließen, also für Transparenz im Dialog zwischen Fach- und IT-Abteilung sorgen. Die darin enthaltene "E2E Bridge 4.0" bietet, so IDS Scheer, eine einheitliche Entwicklungs-, Betriebs- und Testumgebung auf der Grundlage direkt ausführbarer Modelle für UML, BPMN (Business Process Modeling Notation) und das Aris-eigene EPK-Format (Ereignisgesteuerte Prozessketten).

Mit Aris Bridge Integration dokumentierte Intrum alle Recash-Prozesse, um anschließend deren PL/SQL-Code in rund 1000 direkt ausführbare UML-Modelle zu überführen. Sie bilden das logische Gerüst der EPKs sowie die Prozessmodelle und die SOA-Implementierung einschließlich der Datenintegration ab. Damit seien Dokumentation und Code der Geschäftsprozesse sowie der Applikation identisch, verspricht IDS Scheer. Die dadurch erzielte Transparenz im Entwicklungszyklus soll es Intrum ermöglichen, Prozesse mit weniger Aufwand zu verändern und die Kosten für die Wartung der Recash-Anwendung zu senken.

Basis für weitere Projekte

Neun Monate nach seinem Startschuss im März 2007 ging das Transformationsprojekt in den Produktivbetrieb - zumindest in der Schweiz und in Österreich. Der Rollout für Deutschland läuft gerade. Weitere Projekte auf Basis der modellbasierenden E2E-Plattform plant Intrum noch für das laufende Jahr. (qua)