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06.05.1994

Von SAA blieben nur die Standard-Compiler

Dietmar Erwin*

CW: IBM poliert am Image einer Open-Systems-Company. Was halten Sie davon?

Erwin: Es gibt Bereiche, wo IBM mehr von Open Systems redet, als dafuer zu tun.

CW: Wo sind denn diese Luecken?

Erwin: Beispielsweise fordern viele Anwender die Anbindung zwischen dem Standard TCP/IP und ihren internen IBM-Netzen.

CW: Was halten Sie von den Veraenderungen bei der IBM?

Erwin: Die Entwicklung, die Akers eingeleitet hat, naemlich das Unternehmen in einzelne unabhaengige Divisions aufzuteilen, hat die Synergie verkleinert. Unter Akers war es zum Schluss normal, dass die verschiedenen Abteilungen miteinander konkurrierten. Diese Situation hat sich unter Gerstner verbessert.

CW: Vor allem grosse IBM-Anwender haben nicht den Ruf, unbedingt fortschrittlich zu sein. Beschaeftigen sie sich denn ernsthaft mit neuen DV-Stroemungen?

Erwin: Frueher lag das Interesse der Anwender vor allem bei den Rechenzentrumsthemen. Das hat sich deutlich veraendert. Als naechster Schwerpunkt ist die Arbeitsgruppe Client-Server geplant. Die IBM-User beschaeftigen sich jetzt mit Communications, Interoperabilitaet, Open Systems, Integration und System- Management. Heutzutage geht es weniger um die Produkte selbst, sondern mehr um die Vermittlung von Know-how.

CW: Wie setzen sich die IBM-Anwender mit dem Phaenomen Downsizing auseinander?

Erwin: Damit muessen sich die Anwender aus finanziellen Gruenden beschaeftigen.

CW: Mit welchen Problemen sehen sich die User dabei konfrontiert?

Erwin: Der Hardwarewechsel ist nur ein Teilaspekt. Viele unterschaetzen den Gesamtaufwand.

CW: Inwiefern?

Erwin: Mit der Verteilung von PCs ist es beim Downsizing nicht getan. Bevor die Kostenersparnis einsetzt, muss die Software portiert werden. Oftmals ist es nicht zu umgehen, dass das alte und das neue System eine Zeitlang parallel laufen. Und die Schulung verschlingt auch einen Teil des Budgets. Ausserdem sollten die Unternehmen diese Umstellung nutzen, ihre Organisation zu optimieren, was heutzutage mit dem Stichwort Business Re- Engineering umrissen wird.

CW: Ist SAA eigentlich noch ein Thema?

Erwin: Vor zwei Jahren haette ich jetzt weit ausgeholt. Heute bildet dieses Konzept keinen Schwerpunkt mehr. Ein Sinnvolles hatte SAA aber: Es hat uns zumindest die Standard-Compiler beschert.

CW: Anwender leben heutzutage in einer Multivendor-Umgebung. Muesste sich Share nicht auch um den Kontakt zu anderen grossen DV- Anbietern bemuehen?

Erwin: Wir bieten auf unseren Tagungen Praesentationen von anderen wichtigen Herstellern, beispielsweise SAP, an, koennen aber gegenueber diesen nicht als Lobby auftreten. Dies sehe ich zwar als Ziel an, aber wir duerfen uns dabei nicht verzetteln.

CW: Warum gibt es eigentlich zwei IBM-Anwendergruppen?

Erwin: Guide ist eher national ausgerichtet und hat seine regionalen Arbeitskreise in den einzelnen Laendern, waehrend Share eine europaeische Organisation darstellt, die auf Englisch kommuniziert. Sprachprobleme sind auch der Grund, warum die romanischen Anwender eher zu Guide tendieren.

CW: Hat diese Zweiteilung denn Sinn?

Erwin: Sie hat eher traditionelle Gruende. So fanden sich am Anfang bei Guide die kommerziellen Anwender und bei Share die technisch orientierten Organisationen wie Universitaeten. Heute gibt es kaum noch Unterschiede.

CW: Dann koennten die beiden User-Groups doch eigentlich zusammengehen.

Erwin: Wir arbeiten schon relativ eng zusammen und bereiten eine gemeinsame Konferenz in Wien vor. Allerdings gestaltet es sich schwierig, wenn sich zwei Organisationen zusammentun. Aber Plaene hierzu gibt es.

CW: Welche Konsequenzen haette das Verschmelzen von Guide und Share?

Erwin: Guide hat viele technische Arbeitsgruppen auf Laenderebene, und Guide hat viele gesamteuropaeische Projekte in Zusammenhang mit Standardisierungsfragen. Da ergeben sich Synergieeffekte.

*Dietmar Erwin ist President der IBM-User-Vereinigung Share Europe. Die Fragen stellte CW-Redakteurin Hiltrud Puf.