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23.08.2007 - 

Kolumne

Vor einem heißen Herbst

Das war kein Sommertheater, sondern der Anfang von richtig viel Ärger. Innerhalb von drei Tagen kündigte Xensource erhebliche technische Fortschritte an, munitionierte sich VMware an der Börse und verkündete Citrix die Übernahme von Xensource. Im Virtualisierungsmarkt gibt es jetzt drei Player in der ersten Reihe: VMware, Citrix und Microsoft. In dieser Reihenfolge. Zunächst punktete VMware, indem es erkennen ließ, Citrix künftig in Sachen Desktop-Virtualisierung Konkurrenz zu machen. Doch mit den Fortschritten von Xensource ist die halbe Milliarde, die Citrix sich die Übernahme kosten ließ, im Vergleich zum Marktwert von VMware geradezu ein Schnäppchen.

Citrix wird Xensource gleich tief einbinden, als Business Unit und nicht als Tochtergesellschaft, wie es EMC einst mit VMware gemacht hat. Das ist so die Art von Citrix: Bei dem US-Softwarehaus bekommen zugekaufte Produkte nicht ein paar Schnittstellen, die sie mit anderen Angeboten im Portfolio verbinden. Bei Citrix werden die besten Teile der übernommenen Technik regelrecht implantiert. Der Desktop-Virtualisierer meint es mit dem Vorstoß in die Welt der Server-Virtualisierung ernst.

Citrix ist als einziges Unternehmen, das im Microsoft-Revier wildert, ohne vom Redmonder Giganten geschluckt worden zu sein, nicht zu unterschätzen. Mit der Übernahme wird jetzt der Aktionsradius ausgedehnt. Citrix kann dabei keine Erfahrungen in puncto Open Source vorweisen. Aber so wichtig sind diese im Fall Xensource nicht. Xen war einmal ein universitäres Community-Projekt. Längst geben hier die Macher von Xensource und in zweiter Linie IT-Branchengrößen durch ihre Beiträge die Entwicklung vor. Bisher vor allem an Microsoft orientiert, bekam Citrix durch den Kauf mit IBM, HP, Novell, Intel und AMD neue Verbündete. Zwar reduziert sich damit auf Dauer die Abhängigkeit von Microsoft, doch Citrix muss mit anderen Playern klarkommen, die kein Interesse an einem allzu selbstbewussten Virtualisierungspartner haben dürften.

Es ist allerdings Microsoft, die den nächsten Schachzug tut dürfte, um auf die neue Marktlage zu reagieren. VMware wird bald Produkte auf den Markt bringen, die das Ringen um den Markt für Desktop-Virtualisierung eröffnen dürften. Von Citrix werden wir auf der US-amerikanischen Kundenveranstaltung iForum im Oktober wieder hören. Dem "Sommertheater" folgt eine heiße Vorstellung im Herbst.