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08.08.1986 - 

Mehrplatzanlagen stellen sich häufig als zu teuer heraus:

Vorhandene Pes begünstigen Einsatz lokaler Netze

Lokale Netze (LAN) nehmen neben den echten Mehrplatzsystemen in der anwendenden Wirtschaft an Bedeutung zu. Die Entscheidung für ein LAN wird durch günstige Preise oft erleichtert. In vielen Fällen sind nämlich bereits Personal Computer vorhanden, die "lediglich" vernetzt werden müssen. Das hört sich einfach an, bringt aber in der Praxis eine Reihe von Problemen mit sich.

Im folgenden ist ein typischer Fall geschildert. Ein Anwender* * entscheidet sich für ein LAN, statt für ein Mehrplatzsystem. Es handelt sich um eine Maschinenfabrik in der Elektronikindustrie. Es war wichtig, ihre vielfältigen Anwendungen möglichst mit Standardsoftware zu realisieren. Im einzelnen ging es um die Applikationen: Textverarbeitung und Rechenfunktionen, Auftragsbearbeitung, Fakturierung, Lagerwirtschaft, Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung, Lohn und Gehalt sowie Arbeitsvorbereitung.

Selbststricken war zu teuer

Diese Anwendungen sollten sukzessive eingeführt und zudem eine Datenfernübertragung realisiert werden. Auch war geplant, die Zentrale und die dezentralen Geschäftsstellen mit einer Telex- und Teletex-Möglichkeit auszustatten. Die über das Bundesgebiet verteilten Geschäftsstellen des Unternehmens sind in ihrem Angebotswesen recht selbständig. Da die Statistiken jedoch zu bestimmten Zeitpunkten in das Computersystem der Zentrale eingelesen werden mußten, tauchten große Hardwareprobleme auf. Im Normalfall hätte man in den dezentralen Geschäftsstellen Personal Computer mit dem Betriebssystem MS-DOS gehabt und in der Zentrale wäre eine Anlage mit dem Betriebssystem Unix gewesen.

Das Statistikenproblem mußte also gelöst werden. Mehrere Hersteller zogen sich, da sie keine Lösung anbieten konnten, zurück; die selbst gestrickten Lösungen erwiesen sich als viel zu teuer.

Hersteller mußten passen

Einige wenige Anbieter von Mehrplatzanlagen konnten in preislicher Hinsicht noch mithalten. In allen Fällen mußte jedoch in die Hardwarelösung mindestens ein PC mit MS-DOS eingebunden werden, ausschließlich für die Überspielung der MS-DOS-Disketten aus den Geschäftsstellen zur Verfügung gehalten wurde. Bei der Einbindung in das Mehrplatzsystem mußten wiederum eine Reihe von Herstellern passen.

Der nächste kritische Punkt betraf die Anwendungssoftware. So mußten bei der Textverarbeitung beispielsweise zwei Versionen bereitgestellt werden: die Einzelplatz- und die Mehrplatzversion. Außerdem benötigt das Mehrplatzsystem Software mit einem Betriebssystem, das diese Mehrplatzanlagen zum Laufen bringt. Das erklärt auch, warum der Preis für die Software wesentlich höher ausfällt.

Hardware-Probleme gelöst

Als Alternative zur "reinen" Mehrplatzanlage zog das Unternehmen die Lösung unter Einbindung eines Netzwerkservers in Erwägung. Das Hardwareproblem wurde so gelöst, daß in der Zentrale, an den einzelnen Arbeitsplätzen sowie auch in den Geschäftsstellen Personal Computer mit dem Betriebssystem MS-DOS eingesetzt werden konnten. Hierbei war es im Gegensatz zum Mehrplatzsystem auch möglich, verschiedene Fabrikate einzusetzen. Ein weiterer Vorteil dieser Hardwarelösung ist auch die Portabilität der einzelnen Softwaremodule. Der Netzwerkserver stellt dem Arbeitsplatz das entsprechende Modul zur Verfügung und steht sofort für eine weitere Applikation an einem anderen Arbeitsplatz zur Verfügung. Dadurch verringern sich die Zugriffszeiten gegenüber einem Mehrplatzsystem.

Die jeweiligen Arbeitsplätze können aber auch Anwendungen fahren, die nicht für die anderen Arbeitsplätze erforderlich sind. So ist es der Werbeabteilung möglich, für ihren eigenen Bedarf eine MS-DOS-Standardsoftware zu verwenden, die nicht allgemein zur Verfügung gestellt werden muß. Ein wesentlicher Vorteil dieser Lösung ist der niedrige Preis der Software. Der Nachteil liegt in der verhältnismäßig langen Datensicherungszeit bei voller Festplatte. Hier bieten die Mehrplatzsysteme bessere Möglichkeiten.

DFÜ durch Mailbox

Die geforderte Datenfernübertragung von den Geschäftsstellen zur Zentrale und umgekehrt konnte durch ein Mailbox-System realisiert werden. Durch die Anbindung an ein solches System werden die dezentral erstellten Disketten mühelos über Datex-P übertragen. Zusätzlich hat man die Kommunikationsmöglichkeit mit anderen Mailbox-Teilnehmern und den Zugriff auf die wesentlichen Datenbanken im Wirtschaftsbereich in den Griff bekommen.

Auch die Anbindung an die Telex-und Teletex-Teilnehmer wird damit erreicht, ohne ein Telex- oder Teletex-Gerät zu besitzen. Durch das Mailbox-System kann man sofort auf alle Telex- und Teletex-Teilnehmer weltweit zugreifen. Bei dieser überschaubaren Anzahl der Arbeitsplätze war es ratsam, die Netzwerklösung gegenüber dem Mehrplatzsystem vorzuziehen. Größere Anwendungen, beispielsweise ab 100 Teilnehmern, sollten allerdings mit einem Mehrplatzsystem gelöst werden.

*Bernd Fliege ist Geschäftsführer der Fliege + Schmucker GmbH, Systemvertrieb und Organisationsberatung, Unterhaching und Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft Deutscher Organisatoren (GDO) e. V.

* * Name ist der Redaktion bekannt.