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20.05.1994

Vorschau auf die Spring-Comdex '94 in Atlanta Multimedia bildet Rahmen fuer Sprache und Videokonferenzen

Von Detlef Borchers*

Nach den Vorstellungen der Comdex-Aussteller praesentiert sich die Buerokommunikation kuenftig so: "PC bitte zum Diktat, Kopien ins Internet und anschliessend eine Konferenzschaltung mit dem Einkauf in Taiwan". Mit deutlichem Abstand vor allen anderen Anwendungen fuehren Spracherkennung und Videokonferenzen auf Multimedia-Basis die Liste der Comdex-Neuvorstellungen an.

Neben Multimedia duerfte das mit hohen Erwartungen befrachtete Thema Internet zu den Schwerpunkten der Messe gehoeren, die am Pfingstmontag in Atlanta, US-Bundesstaat Georgia, fuer knapp eine Woche ihre Pforten oeffnet. Motorola-Chef Christopher Galvin will sich mit der Verbindung von Computer, Kommunikation und Entertainment auseinandersetzen und seinen neuen RMCU500-Chip anpreisen. Bill Gates moechte unter aehnlichen Vorzeichen seine Version des Superhighways zum besten geben, auf dem Windows 4.0 mit eingebautem Internet fuer jedermann den Verkehr regeln soll. Bescheidener zeigt sich der Dritte im Bunde, Adrian Rietveld, nunmehr Chef der Anwendungssoftware bei Novell: Ihm geht es lediglich um die sprachliche Kommunikation, die DV-Hersteller endlich ernsthaft als Aufgabe begreifen sollen.

Software fuer die Spracherkennung macht nicht von ungefaehr den Grossteil der Comdex-Premieren aus: Prozessorleistung und Plattenkapazitaeten der PCs ermoeglichen inzwischen den erforderlichen Datentransport der im Labor auf Workstations trainierten Programme. Zu den Systemanbietern gehoeren Firmen wie der Multimedia-Spezialist Creative Labs (Voice Assist), die Scannerfirma Kurzweil (Kurzweil Voice for Windows), Verbex (Listen for Windows) oder der DTP-Anbieter Timeworks (Say-It).

Die Produkte arbeiten laut der Mehrzahl der Hersteller mit anderen Anwendungen zusammen, etwa mit den Videokonferenzprogrammen. Als virtuelle Tagungsorte werden beispielsweise der Datapoint VCS von Alltel vorgeschlagen oder DTVC von der Firma Video Conferencing & Communications (VCC). Mit von der Partie beim elektronischen Meeting sind auch Fujitsu (Desktop Conferencing 2.0), IBM (Person to Person/2 2.0), Enhanced Systems (Hello!CS) und C-Phone (C- Phone). Fuer die noetige Musikkulisse bietet sich Musitek mit Midiscan an, das TIFF-Dateien in Midi-Dateien umwandelt. Als Dolmetscher fahren Globalink (Globalink) und Timeworks (Translate- It!) jeweils ihre Uebersetzungssoftware auf.

Serviceanbieter stellen grosses Messeaufgebot

Auch beim Internet-Monopoly wird sich die Konkurrenz auf der Comdex voll entfalten: Bei der Privatisierung des Internets steht nicht so sehr die Frage im Vordergrund, mit welcher Technik und Organisation das Netz die gewuenschte Leistung fuer Multimedia erreicht, sondern wer die Anwender auf seine Seite zieht und damit den prognostizierten Massenmarkt erobert. Der Gewinner kann die Services vermieten und die Gateways kontrollieren, so die Theorie. Neben Microsoft mit Windows 4.0 und dem Online-Dienst Microserve beschikken alle einschlaegigen Anbieter die Messe: darunter Newcomer wie AT&T (Personal Link), Apple (Eworld) und alte Hasen wie Ziff (Ziff Information Exchange), Compuserve, America Online und Prodigy. Selbst der Informationsanbieter Dow-Jones will mit einem eigenen Angebot mitmischen.

Gegenueber der geballten Macht der Unterhaltungs- und Kommunikationsprodukte hat es die Hardware auf der Comdex schwer. Neue Windows-at-Work-Produkte kommen von Ricoh (Kombination aus Fax, Scanner und Kopierer). Mit sogenannten POTS-Ergaenzungen warten die Firmen VCC und Enhanced Systems auf: Hinter dem neuen Akronym verbirgt sich das "Plain Old Telephone System", das mit Video (Personal View von VCC) oder mit Windows-at-Work-Telefonen (Softphone von Enhanced Systems) erweitert wird.

Der Ernuechterung ueber den aktuellen Leistungsstand der PDAs will die Firma Ex Machina mit einem Pocket-Call-PDA begegnen, einer Software, mit der lange E-Mails und Dateien ueber Pager (Cityruf etc.) in die Miniaturrechner uebertragen werden koennen. Kraeftig ins Zeug gelegt haben sich auch AT&T und Media Magic mit einem auf der Scriptsprache Magic Cap aufbauenden Universal-PDA (Envoy) fuer den Multimedia-Empfang einschliesslich der ueblichen Telefon-Fax- Kombination. Die fuer die Anbindung an den Online-Dienst erforderliche Software heisst Eshop (vom Pen-Spezialisten Inke Development) und fuehrt die Kategorie der Shopware ins PC-Geschaeft ein.