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19.02.1999 - 

Vorschläge kommen Verbot von Caching gleich

Vorschläge kommen Verbot von Caching gleich Urheberrechtsinitiative der EU irritiert Provider

MÜNCHEN (wt) - Das Europaparlament ist mit seinen Änderungsvorschlägen zur geplanten Urheberrechtsrichtlinie der Europäischen Kommission offenbar über das Ziel hinaus geschossen. Die Abgeordneten wollen das Zwischenspeichern von Web-Inhalten von der Zustimmung der Rechtsinhaber abhängig machen.

Im Grunde wird die Initiative der EU zum stärkeren Schutz der Urheberrechte von Künstlern vor Piraterie im Internet von allen Seiten begrüßt. Doch das Europaparlament hat nach der ersten Lesung des Richtlinienentwurfs verschiedene Punkte ergänzt. Insbesondere der Änderungsantrag 33 zum Artikel 5 sorgt für erhebliche Unruhe im Lager der Provider. Das Caching von Web- Inhalten sowie das Kopieren von Informationen sollen demnach entgegen dem Kommissionsvorschlag in jedem Fall genehmigungspflichtig sein, sofern es nicht "gesetzlich erlaubt" ist beziehungsweise keine "wirtschaftliche Bedeutung" für den Rechtsinhaber hat. Diese Vorgabe kommt nach Ansicht von Andreas König, Managing Director der Network Appliances Deutschland GmbH, einem Verbot des Cachings gleich. Es sei unmöglich, vor dem Zwischenspeichern sämtliche Rechtsinhaber um Erlaubnis zu fragen.

Sollte die Gesetzesänderung so verabschiedet werden, würde nach Ansicht von König eine Reihe von Web-Anbietern, Unternehmen und Dienstleistern, darunter die Internet-Service-Provider (ISPs), zu Kriminellen werden. Ohne Caching, das die Übertragung von Web- Inhalten wesentlich beschleunigt, käme möglicherweise die Internet-Infrastruktur zum Erliegen. Auch Anbieter von Caching- Technologie wie Network Appliances seien von einem De-facto-Verbot wirtschaftlich betroffen.

König hofft, daß am Ende die Vernunft siegen wird und der Kampf gegen Piraterie nicht zu einer Überreglementierung des Internet führt.