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16.07.1993

Vorsichtige Planung fuer das laufende Jahr SAG-Vorstand meldet ruecklaeufige Entwicklung beim Lizenzgeschaeft

FRANKFURT/M. (qua) - Mit dem Geschaeftsbericht 1992 legte die Software AG (SAG), Darmstadt, jetzt auch eine Bestandsaufnahme fuer die ersten fuenf Monate des laufenden Geschaeftsjahres vor. Demnach ging der mit neuen Softwarelizenzen erzielte Umsatzanteil deutlich zurueck, waehrend die Wartungseinnahmen ueberproportional zunahmen.

"Wir messen unser Geschaeft immer an den Lizenzen, weil das ein Indiz dafuer ist, ob etwas im Markt geschieht oder nicht." Diese Aeusserung des Vorstandsvorsitzenden Peter Schnell belegt, dass das SAG-Management mit dem derzeitigen Verlauf der Geschaefte nicht zufrieden sein kann: Die Neulizenzierung von Softwareprodukten brachte von Januar bis Mai dieses Jahres neun Prozent weniger ein als im Vergleichszeitraum 1992; die Wartungseinnahmen liegen hingegen 17 Prozent ueber dem Vorjahreswert.

Diskrepanz zwischen

Prognose und Realitaet

Hinter den Erwartungen zurueckgeblieben ist das Unix-Geschaeft der Software AG: War Schnell zum Jahreswechsel noch von einem Umsatzanteil von zehn Prozent ausgegangen (vgl. das Interview mit dem SAG-Vorstand in CW Nr. 3 vom 15. Januar 1993, Seite 11), so stimmt dieses Verhaeltnis de facto hoechstens fuer das Neugeschaeft, das nach Unternehmensangaben 45 Prozent der Gesamteinnahmen ausmacht. Wie Finanzvorstand

Hermann Kleinstueck auswies, tragen Unix-basierende Produkte derzeit nicht einmal fuenf Prozent zum Umsatz bei - etwa genausoviel wie PC-Software.

Eine Erklaerung fuer die Diskrepanz zwischen Prognose und Realitaet bot das dritte Vorstandsmitglied, Tilo Strickstrock, an: Die durchaus positive Entwicklung bei den Stueckzahlen habe sich durch den in diesem Marktsektor herrschenden Preisverfall weniger stark auf den Umsatz auswirken koennen als erwartet.

Die bereits im Maerz bekanntgegebenen Umsatzzahlen wurden jetzt bestaetigt: Laut Geschaeftsbericht setzten die Darmstaedter AG sowie deren mehrheitliche Tochterunternehmen im vergangenen Jahr mit 2822 Mitarbeitern rund 618 Millionen Mark um, also elf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Gruppenumsatz, zu dem auch die Einnahmen der nicht im Besitz der AG befindlichen Niederlassungen - beispielsweise in Spanien und Japan - zaehlen, betrug 780 Millionen Mark und damit 9,55 Prozent mehr als der Vorjahreswert.

Mager fiel die Umsatzrendite des Konzerns aus; sie lag 1992 bei nur 1,36 Prozent. Nachdem das Finanzamt zugegriffen hat, bleibt unter dem Strich ein Profit von 8,4 Millionen Mark, der laut Schnell zu 70 Prozent zurueck ins Unternehmen fliesst und zu je einem Zehntel als Mitarbeiterbonus ausgezahlt, in die Altersversorgung investiert sowie fuer gemeinnuetzige Zwecke aufgewendet wird. 1991 hatte der Gewinn nach Steuern noch 13,3 Millionen Mark betragen.

Als Grund fuer die schlechte Ertragslage fuehrte Kleinstueck Waehrungsschwankungen an. Durch den instabilen Dollarkurs und die Abwertung diverser europaeischer Waehrungen habe das mit einem Auslandsumsatz von 80 Prozent extrem wechselkursabhaengige Unternehmen insgesamt 20 Millionen Mark verloren.

Bei den Schaetzungen fuer das laufende Jahr neigen die Darmstaedter zur Vorsicht. Zwar habe sich das US-Business "stabilisiert" und das Fernost-Geschaeft sein Tal von 1992 ueberwunden; doch beginne sich die Rezession im europaeischen Binnenmarkt jetzt auszuwirken.

Alles in allem rechnet Kleinstueck mit einem Umsatz "auf Vorjahreshoehe - mit dem Risiko einer leichten Abschwaechung". Zu den geplanten Kosteneinsparungen gehoert ein Personalabbau um fuenf Prozent, der vor allem durch die Ausnutzung dessen erfolgen soll, was der SAG-Vorstaendler "natuerliche Fluktuation" nennt.