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11.04.2003 - 

Kolumne

"Vorsichtige Zuversicht"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Seit einigen Monaten schaut auch die CW einmal pro Monat in die Kristallkugel. Aus vielen verschiedenen Untersuchungsergebnissen, Analystenstimmen und Anwenderbefragungen versucht die Redaktion, im CW-Branchenmonitor einen Trend für den IT-Markt zu destillieren (siehe Seite 24). Jedes Mal mit der gleichen Frage: Ist ein Ende der Krise in der Informations- und Kommunikationsbranche absehbar? Zeigt sich ein Silberstreif am Horizont?

Objektiv betrachtet, ist die Lage insgesamt unverändert kritisch. Doch trotz Irak-Krieg - mit dem in den nächsten Wochen und Monaten noch viele Hersteller ihre schlechten Ergebnisse entschuldigen werden - gibt es auch gute Einzelbotschaften. Und, vielleicht noch wichtiger, einige Segmente des IT-Marktes scheinen sich zu stabilisieren, andere wachsen wieder stärker.

So beruhigt sich der schwer gebeutelte Server-Markt offenbar. Wenn auch noch gut fünf Prozent kleiner als im Vorjahr, nahm das Geschäft im vierten Quartal 2002 gegenüber dem dritten um 15,2 Prozent zu. Ähnliches gilt für den Speicherbereich, dessen freier Fall anscheinend gestoppt ist. Der Softwaresektor hingegen hat Licht- und Schattenseiten. Die Segmente Business Intelligence, Enterprise Application Integration sowie Content- und Dokumenten-Management stimmen hoffnungsvoll. Selbst im TK-Sektor scheint der Boden gefunden zu sein. Die großen Carrier schlagen etwas optimistischere Töne an, und sogar bei den zuletzt so arg gebeutelten Ausrüstern scheint sich ein wenig Zuversicht einzustellen. Wie viel davon reine Trotzreaktion auf die Depression der vergangenen zwei Jahre ist, lässt sich noch nicht erkennen.

Doch auch jenseits der reinen Marktzahlen und Prognosen deutet sich ein langsamer Klimawechsel an. Vor allem der Run auf die neuen Wireless-Produkte beweist, dass allen Unkenrufen zum Trotz neue Technologien noch zusätzliche Umsätze bringen können. Ob sie die Produktivität steigern, sei dahingestellt, in jedem Fall bringen sie mehr Bequemlichkeit und Mobilität.

Obwohl dahinter natürlich ein Unternehmen steht, das ebenfalls vom IT-Markt lebt, ist auch die Aussage von Gartner-Chef Michael Fleisher Wasser auf die Mühlen der Optimisten: Der Sparwille der Unternehmen drohe kontraproduktiv zu wirken, erklärte der Oberratgeber. Schon sehr bald sei es teurer, die alten Systeme zu unterhalten, als neue anzuschaffen. Wenn er den Kaufleuten diese Gleichung beweisen kann, dürfte die Depression bald zu Ende gehen.

Damit die Hoffnungen auf eine Erholung nicht gleich wieder in den Himmel schießen, sei allerdings noch Folgendes bemerkt. Die positiven Prognosen für Teilmärkte der IT sagen kein zweistelliges Wachstum voraus und rechnen erst 2004 mit einer echten Verbesserung der Lage. Und klar ist auch, dass selbst dann der Wettbewerb eisenhart bleibt und perspektivisch weit weniger Player als heute den Markt unter sich aufteilen.