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28.05.1993

Vorstandschef Theo Lieven setzt weiter auf Expansion Vobis beliefert PC-Kaeufer in Europa nun zentral aus Aachen

AACHEN (CW) - Endgueltig vorbei ist die Garagen- und Hinterhofzeit der Vobis Microcomputer AG, Aachen. Die europaweit taetige PC- Handelskette eroeffnete jetzt in Wuerselen ihre neue Europazentrale auf einem 40 000 Quadratmeter grossen Grundstueck. Unter einem Dach sind somit nun Fertigung, Service, Verwaltung sowie drei Lager vereint.

Begonnen hatte alles mit dem Handel von Hewlett-Packard- Taschenrechnern. Die beiden Studenten Theo Lieven und Rainer Fraling starteten 1973 mit der Belieferung ihrer Kommilitonen an der Technischen Hochschule Aachen, und als das Geschaeft florierte, gruendeten sie zwei Jahre spaeter die Vero GmbH als Versand fuer Taschenrechner. Als Lager diente eine 14 Quadratmeter grosse Garage.

Anfang der 80er Jahre sattelten die Aachener auf den Vertrieb von PCs und Monitoren um, nannten das Unternehmen fortan Vobis und stiegen schliesslich 1988 in die Eigenfertigung von PCs - Markenname Highscreen - sowie Peripheriegeraeten ein. Seitdem koennen sich Lieven und Fraling ueber mangelnde Absatzerfolge nicht beklagen. 1990 verkaufte man bereits mehr als 100 000 eigene PCs, 10 000 davon in Europa, im vergangenen Jahr brachte Vobis 390 000 PCs an den Kunden, wobei nun schon 70 000 im europaeischen Ausland abgesetzt wurden.

Noch ist Deutschland das Hauptabsatzgebiet von Vobis. Laut IDC- Studie erzielten die Aachener 1992 bei PCs mit Intel-Prozessoren einen hiesigen Marktanteil von 16 Prozent und belegten damit Platz eins. Seit 1989 aber forcieren raling und Lieven auch den Ausbau des europaweiten Filialnetzes. Mittlerweile gibt es rund 170 Vobis-Filialen in Deutschland, Holland, Belgien, Italien, Oesterreich, Spanien, Luxemburg, Polen, Frankreich und in der Schweiz. Im Laufe dieses Jahres soll die Zahl auf etwa 200 ansteigen. Derzeit denken die Kaiserstaedter auch ueber eine Ausweitung der Fertigungsstaetten in Europa nach. Bislang produziert Vobis an drei Standorten in Deutschland und Oesterreich.

Sehen lassen kann sich auch das Umsatzwachstum der PC- Handelskette in den vergangenen Jahren. 1990 nahmen die Aachener rund 560 Millionen Mark ein, ein Jahr spaeter kletterte der Umsatz um 76,1 Prozent auf gut 980 Millionen Mark. 1992 schliesslich schaffte Vobis mit eingenommenen 1,5 Milliarden Mark den Sprung ueber die Milliardengrenze. Der Ertrag vor Steuern belief sich auf mehr als 60 (1991: 49) Millionen Mark.

Eine derart zuegige Expansion erfordert indes auch eine Absicherung der Kapitalstruktur des Unternehmens. Deshalb holten sich Lieven und Fraling Mitte 1990 die Kaufhaus Holding AG

als Gesellschafter an Bord, die seitdem mit 50 Prozent an Vobis beteiligt ist. Der Rest befindet sich zu jeweils gleichen Teilen im Besitz der beiden Firmengruender. Mitte 1991 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Im laufenden Geschaeftsjahr erwartet Lieven eine Umsatzsteigerung auf etwa 1,9 Milliarden Mark, wozu auch das Auslandsgeschaeft zunehmend beitragen soll. Lag der auslaendische Umsatzanteil 1992 bei rund 23 Prozent, erhofft sich das Vobis-Management hier mittelfristig einen Anstieg auf 50 Prozent. Damit sich die Wachstumsprognosen erfuellen, will Theo Lieven nun auch verstaerkt die Industriekunden gewinnen. Bislang setzen die Aachener ihre PCs und andere Produkte fast ausschliesslich im privaten Bereich ab. Eine Voraussetzung ist bereits erfuellt: Vobis erhielt jetzt vom Rheinisch-Westfaelischen TUEV sowie der TUEV-Zertifikatsgemeinschaft e.V. die Bescheinigung, dass Einkauf, Produktion und Vertrieb der ISO-9002-Norm entsprechen.