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22.10.1993

Vorstellung auf der Systems: Vobis verkauft Alpha-PCs von Digital unter eigenem Namen

MUENCHEN (jm) - Die Vobis Microcomputer AG aus Wuerselen bei Aachen vertreibt ab sofort unter dem eigenen Firmensignet die Alpha-RISC- PCs der Digital Equipment Corp. (DEC).

Die "Highscreen-Alpha-AXP"-Rechner kosten rund 10 000 Mark. In Wuerselen sieht man laut Janet Spacey-Rennings, Sprecherin von Vobis, keine Ueberschneidungen mit dem Highscreen-Pentium-System, das fuer 7000 Mark zu haben ist. Eine Einstiegskonfiguration von Digitals eigenem Alpha-PC kommt den Kaeufern dagegen mit ungefaehr 15 000 Mark recht teuer zu stehen. DEC-Sprecherin Theresia Wermelskirchen weist allerdings auf den ausgedehnten Support der Digital-Company hin.

Der RISC-Rechner von Vobis arbeitet mit der 150-Megahertz-Variante des Alpha-Chips. Zum Standardlieferumfang gehoeren ein 512 KB grosser Sekundaer-Cache, 16 MB Arbeitsspeicher (maximal 128 MB), 340 MB Festplattenkapazitaet und ein 2,88-MB-Disketten- sowie ein CD- ROM-Laufwerk.

Ferner setzt Vobis in dem Alpha-Rechner eine "Winner-1000"-EISA- Grafikkarte ein. Sie bietet eine maximale Aufloesung von 1280 x 1024 Bildpunkten, integriert einen S3-Grafikbe- schleuniger-Chip- Satz, optimierte Treiber fuer Windows und Autocad sowie einen 1 MB grossen DRAM-Speicher. Das Bild des Multiscan-Farbmonitors "High- screen MS1570 LE", der der MPR-II-Norm entspricht, baut sich maximal im 70-Hz-Rhythmus auf.

Das Pentium-Modell, welches mit der 60-Megahertz-CPU arbeitet, bietet Vobis mit halb so grossem Arbeits- und Sekundaer-Cache- Speicher sowie gleicher Festplattenkapazitaet an. Der Intel-Rechner verfuegt zudem nur optional ueber ein CD-ROM-Laufwerk. Das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen liefert das Intel-System unter anderem mit Windows 3.1 aus: Auf dem Alpha-Rechner installieren sie Windows NT.

Vom DEC-Vobis-Deal duerfte sich vor allem Digital eine groessere Marktdurchdringung fuer seine Alpha-PC-Systeme erhoffen. So glaubt Lars Mieritz, Senior Analyst der Londoner Technology Investment Strategies Corp., dass sich den Amerikanern mit dem Vobis-Deal unter Umstaenden jetzt die Moeglichkeit eroeffnet, ihre Alpha- Architektur im interessanten Massenmarkt zu etablieren. Fuer ihn ist allerdings von groesserer Bedeutung, dass DEC im Fruehjahr 1993 mit Mitsubishi einen Prozessorhersteller als Lizenznehmer fuer die RISC-Architektur gewinnen konnte. "Systemhersteller legen sehr viel Wert darauf", so Mieritz, "bei ihrer Produktplanung nicht auf eine einzige Lieferantenquelle fuer Prozessoren angewiesen zu sein." Insofern duerfe ein moeglicher Erfolg der Alpha-Architektur am Markt mehr mit der Multiple-source-Situation fuer den Alpha-Chip verbunden sein.

Waehrend DEC in den USA das PC-Geschaeft schon sehr stark ueber Haendler und Distributoren abwickelt, sind die Bemuehungen, in Deutschland ueber diesen Vertriebskanal zu gehen, bislang eher unterentwickelt. Abgesehen vom hauseigenen Vertrieb "Dec- direct", baute der Mini-Marktfuehrer den Kanal "Distribution und Haendler" auf. Die Magirus Datentechnik ist hier als einer der grossen Haendler zu nennen.

Als OEM-Partner konnte DEC in Deutschland hingegen neben Vobis bislang nur Olivetti an Land ziehen. In den USA vertreibt noch Darius Technology Digitals RISC-basierte PC-Systeme unter eigenem Namen.