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09.12.1983

Vorteile eines PC-gestützten Btx-Systems für Kleinanbieter:Automatische Kommunikation spart Kosten

Die kombinierte Nutzung von Telekommunikationssystemen und Computertechnologie wird in Zukunft auch beim Mittelstand verstärkt den Einsatz der EDV zur automatischen Kommunikation fördern. Der folgende Beitrag soll zum einen aufzeigen, welche Bereiche der Kommunikation im Bildschirmtextsystem durch den Mikrocomputereinsatz sinnvoll gesteuert werden können, zum anderen auf Möglichkeiten der Kostenreduktion bei der Btx-Anwendung hinweisen.

Automatisierungsmöglichkeiten durch Personal Computer sind grundsätzlich in den folgenden vier Sektoren vorhanden (siehe Abbildung):

- Kommunikation zwischen Btx-Teilnehmern und dem Postrechner

- Kommunikation zwischen Btx-Teilnehmern und externen Rechnern

- Kommunikation zwischen Btx-Anbietern und dem Postrechner

- Kommunikation zwischen Btx-Teilnehmern.

Bei der Kommunikation zwischen Btx-Teilnehmern und dem Postrechner "blättert" der Mikrocomputer zum Beispiel nach dem automatischen Verbindungsaufbau zur Zentrale die Informationsseiten durch, übernimmt das Einlesen der gewünschten Seiten in einen externen Speicher und/oder druckt die Informationen sofort auf Papier aus. Vorteil: Abruf eines großen Informationsangebotes zu günstigen Fernsprechkosten innerhalb kürzester Zeit.

Der PC kann in ihrem Ablauf fest vorgegebene Funktionen übernehmen: Entsprechende Software-Pakete sorgen für die Automatisierung dieser Standardfunktionen auf der Anwenderebene.

Die automatische Stichworteingabe in Kombination mit Suchprogrammen zeigt, welche Anbieter zu diesem Stichwort Informationen in Form von Btx-Seiten gespeichert haben. Der Kunde kann durch die Nutzung eines Btx-fähigen Mikrocomputers unterschiedliche Preisgestaltungen bei einem bestimmten Produkt miteinander vergleichen.

Übermittlung zum Nachttarif

Das Absenden von Mitteilungen - zum Beispiel in Form von Rundschreiben - läßt sich ebenfalls durch einen Personal Computer steuern. Die Mitteilungen werden off-line auf externen Speichern abgelegt, mit einzelnen Adressen gekennzeichnet und zu Nachttarif-Gebühren automatisch an die Btx-Zentrale übermittelt, von wo aus die Verteilung erfolgt.

Im gewerblichen Teilnehmerbereich wird die mikrocomputergesteuerte Kommunikation mit externen Rechnern auf großes Interesse stoßen, da vor allem Klein- und Mittelbetriebe die Leistungsfähigkeit eines Großrechners und die Vorteile der automatischen Kommunikation (beispielsweise mit dem Großhandel, mit Steuerberatern, Banken etc.) in Form von geschlossenen Benutzergruppen nutzen können.

Nach der Übermittlung von Bestellungen, Anfragen oder sonstiger Daten durch den PC des Kunden und der sofortigen Rückkoppelung über Verfügbarkeit und Liefertermin von bestellten Artikeln überträgt der externe Rechner persönliche Mitteilungen, die im Briefkasten der Mitglieder hinterlegt werden, und übermittelt etwa aktualisierte Preislisten oder Informationen über neue Produkte. Die online in den Mikrocomputer eingegebenen Daten können unmittelbar danach automatisch weiterverarbeitet werden. Die Übernahme von Bestelldaten, Kontoinformationen und Daten aus Überweisungstransaktionen in Programme der Lagerhaltung etc. erfolgt dann wieder offline durch den PC.

Anbieter können mit Hilfe von Mikrocomputern und entsprechender Software Btx-Seiten offline editieren und somit die kostenintensive Online-Eingabe auf ein Minimum reduzieren. Der Personal Computer baut den Dialog mit der Zentrale auf und bindet die neuerstellten und/oder aktualisierten Btx-Seiten automatisch in das Anbieterprogramm ein. Zugleich kann er die Benutzerstatistik des Postcomputers automatisch auslesen und in externen Speichern ablegen.

Weiterleitung an die EDV-Abteilung

Die im Postrechner bereitgestellten Antwortseiten (zum Beispiel für Reisebuchungen) werden ebenfalls durch den Microcomputer ausgelesen, gespeichert und weiterverarbeitet. Bei Bedarf ist eine automatische Weiterleitung von Bestellungen und Informationen zur Verarbeitung an die EDV-Abteilung möglich.

Das Abrufen, Auslesen und Speichern von Btx-Seiten der Konkurrenz stellt eine weitere Nutzungsmöglichkeit der PC-gesteuerten Kommunikation dar. Die durch die bundesweite Einführung von Bildschirmtext zu erwartende höhere Markttransparenz erfordert eine intensive Beobachtung der Mitbewerber sowie eine schnelle Reaktion auf Veränderungen im Preisgefüge und bei den Serviceleistungen. Die automatische Kommunikation zwischen Anbieter und Postrechner erlaubt es dem einzelnen Informationsanbieter, laufend die gespeicherten Seiten zu aktualisieren sowie Marktforschung zu betreiben.

Mitteilungen können - unter Umgehung des elektronischen Briefkastens der Btx-Zentrale - auch unmittelbar an andere Teilnehmer abgesandt beziehungsweise von ihnen empfangen werden. Diese Art von Kommunikation bietet sich etwa für Kleinbetriebe an, die keinen externen Rechner einsetzen. So können zum Beispiel im oberen Bereich der Btx-Maske eigene Eingaben, im unteren Sektor die Antworten des Partners angezeigt werden.

Die Vielfalt der vorhandenen Personal-Computer-Systeme sowie die unterschiedlichen Wünsche und Anforderungen werden eine Standardisierung von Btx-Software-Programmen erschweren. Intensive Anstrengungen auf diesem Gebiet sind erst nach der bundesweiten Btx-Einführung zu erwarten. Dagegen sind Standardprogramme für den automatischen Verbindungsaufbau und zur Führung des Eröffnungsdialogs mit der Btx-Zentrale bereits heute implementierbar.

Große Zukunft im Bürosektor

Die skizzierten Beispiele zeigen, daß der Kombination Btx/Mikrocomputer eine große Zukunft im Bürosektor bevorsteht. Inwieweit Btx-fähige Personal Computer die Organisation der Zukunft prägen werden, läßt sich nur schwer prognostizieren. Fest steht allerdings, daß mit dieser Kombination neue Anwendungsgruppen erschlossen werden, für die bisherige DV unwirtschaftlich ist.

Die Autoren sind Mitarbeiter am Fraunhofer-lnstitut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), Stuttgart.