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09.01.1998 - 

Kolumne

"Vorübergehende Wachstumspause"

Was verlören Anwender, wenn die IT-Industrie inklusive der Komponentenlieferanten und Prozessorhersteller im kommenden Jahr nicht die hohen Umsatz- und Ertragszuwächse der Vergangenheit realisieren könnte? Wahrscheinlich wenig bis gar nichts, solange eine solche Wachstumspause eine vorübergehende Erscheinung bliebe.

Dafür, daß die Bilanzen der IT-Produzenten ihren Eigentümern 1998 keine ungetrübte Freude bereiten werden, spricht einiges. Vor allem, daß Prozessorgigant Intel trotz neuer Billig-CPUs und drastischer Preissenkungen in der bestehenden Produktpalette, die den Konkurrenten das Leben noch schwerer machen sollen, mit einem Ertragszuwachs von "nur" elf Prozent rechnet, deutet in diese Richtung. Zum Vergleich: Für das Geschäftsjahr 1997 erwartet Intel ein Profitplus von 31 Prozent. Damit ist Intel noch gut dran. Festplatten- und Speicherproduzenten schrieben im vergangenen Jahr zum Teil bereits Verluste.

Auslöser für die Konsolidierungsängste sind die Preiskämpfe im Markt für Heim-PCs. Die 1000-Dollar-Grenze ist durchbrochen, der Angriff auf die 700-Dollar-Barriere von Compaq bereits angekündigt. Zwar redet noch kein Hersteller von Rechnern für weniger als 500 Dollar. Doch spätestens zur nächsten Jahreswende dürfte sie ins Visier genommen worden sein. Von diesen Preisnachlässen profitieren zunächst einmal die Anwender. Zumal Verbilligungen im Low-end-Sektor sich mit Zeitverzögerung auch im High-end- und Server-Bereich bemerkbar machen.

Dauert die Phase eines solchen - wie das US-Wirtschaftsblatt "Business Week" definiert - "profitlosen Wachstums" jedoch länger an, können nur noch die Spieler an der Preisschraube drehen, die Verluste in einem mit hohen Margen in einem anderen IT-Geschäftsfeld ausgleichen können. Viele PC-only-Companies können den Kampf nur zu Lasten von Service und Qualität führen, und das auch nur für kurze Zeit. Ein Teufelskreis: Niemand wird für gute Qualiät einen hohen Preis bezahlen, wenn er von einem anderen Produzenten das theoretisch funktionsgleiche Produkt billiger bekommt. Eine Konzentration auf wenige Player wird die Folge dieses extrem wachstumsorientierten Geschäftsmodells sein. Ob von einer solchen Marktbereinigung der Anwender auch auf längere Sicht profitiert, ist allerdings fraglich.