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21.04.1995

Vorwuerfe gegen Packard Bell und Dell PC-Firmen verkaufen angeblich gebrauchte Teile als neuwertig

MUENCHEN (CW) - Compaq hat Packard Bell vorgeworfen, gebrauchte Teile in PCs einzubauen, um sie dann als neu zu verkaufen. Gleichzeitig hat die CW-Schwesterpublikation "Infoworld" nachgewiesen, dass Dell gebrauchte Festplatten als neu oder neuwertig anbietet. In den USA hat eine Diskussion ueber die Geschaeftsmethoden der PC-Industrie begonnen.

Am 10. April 1995 hat Compaq vor dem Gericht in Wilmington im Bundesstaat Delaware Klage gegen Packard Bell Electronics Inc. erhoben. Compaq wirft dem Konkurrenten vor, gebrauchte PCs auszuschlachten und Teile davon in andere Rechner einzubauen, die dann als neu verkauft werden. Compaq sei durch irrefuehrende Werbeversprechen und unfaire Handelspraktiken wirtschaftlicher Schaden entstanden.

Packard Bell hatte 1994 in den USA einen Anteil von 11,5 Prozent am PC-Markt erreicht und landete damit auf Platz drei der Hitliste, die Compaq mit insgesamt 12,5 Prozent anfuehrt.

Beny Alagem, Chef von Packard Bell, bezeichnete die Vorwuerfe als haltlos.

"Wir konnten die Anklage bis jetzt noch nicht genauer pruefen, doch es scheint, als wolle Compaq nur von seinen eigenen Machenschaften ablenken."

Compaq erklaerte, man habe einige PCs von Packard Bell gekauft und getestet. Dabei habe sich gezeigt, dass die Rechner nicht so ausgestattet waren wie in den Werbeanzeigen angekuendigt. Zusaetzlich haetten ehemalige Angestellte von Packard Bell ausgesagt, dass es eine eigene Abteilung gebe, die gebrauchte Teile in PCs einbaut, die spaeter als neu verkauft werden. Dazu wuerden Seriennummer und Herstellungsdaten gefaelscht.

Neben Packard Bell steht auch Dell am Pranger: Ende Maerz hatte die CW-Schwesterpublikation "Infoworld" von einem Fall berichtet, in dem ein DV-Manager mehrere Festplatten bei Dell bestellt hatte, um einige aeltere PCs des gleichen Herstellers aufzuruesten. Zwar seien die Platten vergleichsweise teuer gewesen, dennoch seien sie gekauft worden, da man mit Dell noch einen Wartungsvertrag fuer die PCs abgeschlossen hatte.

Als eine der Festplatten nach einem halben Jahr ausfiel, verlangte der Manager Ersatz. Doch der Kundendienst von Dell erklaerte, dass die Garantiefrist fuer diese Platten schon laengst abgelaufen sei. Es seien gebrauchte Teile gewesen, deren Funktionsgarantie nach 90 Tagen ende.

Testkaeufer im Auftrag von

"Infoworld" kamen zum gleichen Ergebnis: Wer Dell in den USA anruft und eine Ersatzfestplatte fuer einen aelteren PC verlangt, bekommt eine gebrauchte, relativ teure Platte. Die Kunden werden weder auf die verkuerzte Garantiefrist hingewiesen, noch erklaert man ihnen, dass die Teile nicht frisch aus der Produktion sind.