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30.06.1978 - 

Virtuelle Zugriffsmethode für die "Kleinen" nicht grausam:

VSAM für glückliche RPG-II-Fans

30.06.1978

MARIENHEIDE (hö) -"Was den ,Großen' Angst macht, läßt sich im Kleinen leicht realisieren - vorausgesetzt, man programmiert ausschließlich in RPG II", meint Erwin Hütt, Systemprogrammierer in der Firma August Rüggeberg (Marienheide). Hütt, der bereits in einem Erfahrungsbericht in CW Nr. 10 vom 3. März 1978 "mit RPG Il Unmögliches möglich" machte ("TCSS-Nachfolge-System ETCS - RPG-II-Fans kamen beim Assembler die Tränen"), will jetzt beweisen, daß der Einsatz von VSAM auf einer 115 sogar sehr sinnvoll sein kann.

Anlaß zu diesem Bericht war ein Artikel in CW Nr. 23 vom 2. Juni 1978 ("Virtuelle Zugriffsmethode VSAM - Für 370/125-Anwender eine Nummer zu groß"), in dem der Autor Armand Martin davor warnt, VSAM bei Systemen mit weniger als 384 K - "am besten erst ab einer 370/135 aufwärts" - einzusetzen. Erwin Hütt hat in Marienheide ganze 256 K zur Verfügung. Aufgerüstet werden soll - unabhängig von VSAM - im September dieses Jahres, "da wir seit vier Monaten bereits problemlos mit VSAM-Dateien arbeiten". Dies ist sein Erfahrungsbericht:

Die VSAM-Dateien werden im Batch und über Bildschirm verarbeitet. Programmiersprache - natürlich: Nur RPG II. Mit Blickrichtung auf die armen Assembler-Programmierer sei betont, daß das ISAM-Interface bei uns nicht benötigt wird. So einfach ist die Umstellung von ISAM zu VSAM für die glücklichen RPGler. Das gilt für unsere Batch- und Bildschirmprogramme.

Es begann ober alles ziemlich ernüchternd. Die übliche Aussage, VSAM ist nur etwas für die Großen. Zunächst drei auf Assembler ausgerichtete Lehrgänge. Für RPG ist anscheinend noch nichts verfügbar. Und was saßen da alles für "Maschinen"!, Daß man selber nur 115er ist, traute man sich gar nicht zu erwähnen.

Die IBM konnten uns keinen Kunden nennen, der VSAM-RPG verarbeitet, Eine neue RPG-Broschüre, die VSAM beschreibt, wurde im Dezember 1977 von uns bestellt, aber die haben wir heute noch nicht (arme IBM!). VSAM ist darin, gemessen an den Möglichkeiten, recht dürftig beschrieben. Die Frage, ob ein Alternativ-Index verarbeitet werden kann, wurde mit einem zögernden "Nein" .beantwortet. Es geht aber doch - und wie einfach!

Warum wollten wir VSAM?

1. Wegen der KSDS-Dateien mit variabler Satzlänge,

2. wegen des Alternativindexes für die Bildschirmverarbeitung. Durch die Verwendung im Batch konnten sonst notwendige Programme fortfallen,

3. weil RPG-SETLL-Verarbeitung nur für VSAM-Dateien möglich ist, dadurch vereinfachte Programmierung und weniger Programme,

4. weil man Sätze in einer KSDS-Datei löschen kann,

5. weil man sequentielle Dateien fortschreiben kann.

Diese fünf Punkte sind für RPG völlig problemlos, wenn man einmal weiß, wie es funktioniert.

Hinzu kommt, daß ,

6. die Plattenspeicherverwaltung entfällt (EXTENT),

7. ein Update-Schutz gewährleistet ist und

8. der Partition-Arbeitsbereich für Arbeitsdateien entfällt.

Unterm Strich betrachtet kann man nur sagen: VSAM ist grausam, aber nur, bis man sich einmal hindurchgebissen hat.

VSAM mit RPG - keine Probleme. Trotzdem ergeben sich auch für den RPG einige wesentliche Verbesserungsvorschläge, aber wie kommt eine 115er-Firma an IBMs Ohr?