Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

18.06.1999 - 

Wer Auto-By-Tel nutzt, riskiert Verlust der Vermarktungsrechte

VW zwingt Händlern Web-Vertrieb auf

MÜNCHEN (qua) - Du sollst keine verbotenen Handelspfade gehen - dieses Gebot erließ die britische VW-Niederlassung gegenüber ihren 280 Händlern, die sich zum Teil auf das Angebot des Web-Zwischenhändlers Auto-By-Tel eingelassen hatten. Wer dieses Gebot mißachtet, riskiert den Abbruch der Geschäftsbeziehungen zu VW.

"Das funktioniert wie in einer Ehe", erläutert Emanuela Wilm, als Pressesprecherin für den Bereich Neue Medien der Volkswagen AG, Wolfsburg, zuständig. Der Konzern stelle den Händlern ein funktionsfähiges Internet-Konzept zur Verfügung; im Gegenzug nutzten diese ausschließlich den VW-eigenen Weg, um ihre Autos online an den Mann oder die Frau zu bringen.

In diesem Zusammenhang verweist Wilm stolz auf den neu implementierten "Car Configurator". Mit dessen Hilfe kann sich der potentielle Kunde auf der VW-Homepage (www.volkswagen.de) sein Wunschauto zusammenstellen und es dann per E-Mail beim Händler seiner Wahl ordern. Die VW-Sprecherin hält dieses Konzept für dermaßen schlüssig, daß die Vertragshändler überhaupt keine Veranlassung hätten, andere E-Commerce-Lösungen in Erwägung zu ziehen.

Für den Vertriebsbereich UK ist die Configurator-Funktion noch nicht freigegeben. Möglicherweise liegt hier der Grund dafür, warum die Autohändler in Großbritannien bereit waren, ihre Neuwagen auch über den Online-Service Auto-By-Tel (www.autobytel.co.uk) anzubieten.

Das brachte nun wieder die britische VW-Niederlassung auf die Palme. Wie ein Unternehmenssprecher einräumt, drohte Volkswagen UK den Händlern damit, ihnen die Vertriebsrechte zu entziehen, falls sie weiterhin mit dem Auto-Broker zusammenarbeiteten.

Als Begründung für diese Bevormundung ihrer Vertriebspartner führt die britische VW-Niederlassung vor allem den Schutz der Kundeninteressen an. Das klingt dann in etwa so: "Auto-By-Tel ist ein Agent oder Broker, der für seine Dienste vom Händler eine Gebühr verlangt, die ansonsten dem Kunden vom Preis abgezogen werden könnte."

Ergänzend weist der Automobilproduzent auf das fehlende Service-Angebot der Fremdvermittler hin. Wie die deutsche Sprecherin Wilm versichert, erreicht VW auch bei seinen Online-Kunden ein hohes Maß an Kundenzufriedenheit. Das sei gefährdet, wenn der Vertrieb über Dritte laufe. Die generelle Schreckensvision, die Volkswagen UK an die Wand wirft, läuft auf "Preiserhöhungen für die Kunden" und "geringeres Dienstleistungsniveau" hinaus.

Ausdrücklich dementiert die britische VW-Filiale die naheliegende Annahme, es gehe ihr nur darum, die Preisgestaltung zu kontrollieren. Die liege ausschließlich in der Verantwortung der Händler. Auto-By-Tel-Chef Kevin Turnbull stellte denn auch klar, daß ein Preisvergleich in seinem System überhaupt nicht möglich sei. Auto-By-Tel betrachte sich lediglich als eine Vermittlungsstelle, die Anfragen von Interessenten an den nächsten Händler weiterleite.