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21.02.1997 - 

Caldera portiert Suns Emulator

Wabi macht Linux zum Server für Windows-Programme

Als Wabi vor vier Jahren eingeführt wurde, verfolgte Sun damit zwei Ziele: Einerseits sollte Microsoft daran gehindert werden, die Windows-API nach Gutdünken zu verändern. Erreichen wollte dies der Workstation-Hersteller, indem er die Wabi-Schnittstellen offenlegte und sie einem Standardgremium übergab. Zum zweiten sollte Wabi das notorische Unix-Defizit bei Desktop-Anwendungen beheben. Für Sun freilich verlor das Wabi-Konzept sowohl im Kampf gegen die Vormachtstellung Microsofts als auch bei der Behebung des Applikationsmangels durch den Java-Erfolg an Bedeutung. Mit "Wabi 2.2 für Linux" des amerikanischen Softwarehauses Caldera Inc. steht nun die von Sunsoft entwickelte Windows-Emulation auch für das kostenlose PC-Unix zur Verfügung. Die Möglichkeit, systemfremde Software auszuführen, bot Linux schon bisher: Mittels Emulator lassen sich DOS- oder SCO-Unix-Applikationen ausführen.

Caldera zertifizierte etwa 30 Windows-Programme als lauffähig mit Wabi 2.2. Weitere erfolgreich getestete Kandidaten werden auf dem Web-Server des Herstellers bekanntgegeben.

Mit der Software lassen sich unter Windows typische Linux-Ressourcen nutzen: Neben echtem Multitasking und parallelem Ablauf von Windows- und Linux-Programmen läßt sich das ganze Spektrum von Unix-Kommunikationsmöglichkeiten mitverwenden. So kann mittels Wabi-Konfigurations-Tool in der Windows-Systemsteuerung den Linux-spezifischen Device-Treibern die jeweils entsprechende Windows-Schnittstelle beziehungsweise ein Laufwerksbuchstabe zugeordnet werden. Der Anwender hat so nicht nur die Möglichkeit, aus Windows-Applikationen heraus und unter Einsatz der Linux-Druckschleife auf einem Netz- oder auf einem lokalen Printer zu drucken. Ebenso ist es möglich, jedes Netzwerklaufwerk, auf das Linux über Network File System (NFS) Zugriff hat, direkt anzusprechen.

Aber auch die für Unixtypische Client-Server-Konstellation bekommt hier einen neuen Reiz: Jeder mit X-Software ausgestattete Rechner kann über das in Linux enthaltene X-System Wabi in einem Fenster (X-Term) starten (siehe Abbildung). Ein Linux-Rechner wird so zu einem Applikations-Server für Windows-Anwendungen auf beliebigen Plattformen - in heterogenen Netzwerken ein nicht unbedeutender Aspekt. Programme, die sonst nur unter Windows laufen, können so zu einem Überraschungsgast auf dem Macintosh- oder Unix-Desktop, aber auch auf einem X-Terminal werden.

In puncto Systemvoraussetzungen empfielt der Hersteller 32 MB Hauptspeicher, 40 MB Swapspace auf der Festplatte sowie 15 MB für das Wabi-System-Verzeichnis. Hinzu kommen rund 13 MB für die obligatorische Installation von Windows 3.1x. Eine weitere Bedingung auf der Softwareseite ist das Vorhandensein des Unix-Grafikstandards X11 im Releasestand 6.

Die Installation selbst ist schnell und verhältnismaßig einfach zu bewerkstelligen. Für Calderas eigene Linux-Distribution sind auf der CD-ROM zwei Installations-Skripts enthalten. Eines zur kompletten Installation von Wabi; das andere, um die Symbole für Windows-Applikationen direkt in den Caldera-Desktop einzubinden. Die Programmdateien liegen im rpm-Format für den Package Manager der Red-Hat-Distribution vor, der ebenfalls auf der CD mitgeliefert wird. Für andere Linux-Distributionen als die von Caldera oder Red Hat ist die Installation von Wabi mittels Skript ebenfalls möglich, es könnten aber einige kleinere Nachbearbeitungen nötig werden. Für alle Fälle sind die Dateien aber auch im tar-Format vorhanden.

Insgesamt bietet Wabi unter Linux eine durchaus zufriedenstellende Arbeitsgeschwindigkeit für Windows-Programme. Ebenso scheint die Windows-Emulation ausreichende Stabilität zu gewährleisten. Von Nachteil ist allerdings, daß keine 32-Bit-Applikationen unter Wabi ablaufen, außerdem gibt es die Software nur für die Intel-Version von Linux.

Calderas Wabi 2.2 für Linux wird in Deutschland von der Berliner Lunetix vertrieben. Der Preis beträgt 369 Mark, für Käufer aus Forschung und Lehre 279 Mark.

Wabi-kompatibel

Microsoft Office 4.3Lotus Smartsuite 4.0 und 3.1Coreldraw 4.0 und 3.0 Intuit Quicken 4.0 und 3.0 Procomm Plus 2.11 und 1.02 Harvard Graphics 3.0 und 2.0 Aldus Pagemaker 5.0 und 4.0 Microsoft Mail 3.2 Lotus Organizer 2.1 und 2.01 Paradox für Windows 5.0 und 4.5 Microsoft Project 4.0 und 3.0 Quattro Pro 6.0 und 5.0 Lotus cc:Mail 2.2 und 2.03 Lotus Notes 3.3 und 3.0 Wordperfect 6.1 und 6.0